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Draußen: Gilching oder Heavens Gate?

München - Welche der vier Münchner Kletterhallen ist am besten? Wo hat man den meisten Spass? Großer tz-Vergleich der vier Münchner Kletterhallen.

tz-Draußen ist heute mal drinnen. Denn genau dann, wenn romantischen Zeitgenossen warm ums Herz wird, ergreift eingefleischte Felsartisten das kalte Grauen. Der Advent bringt eben nicht nur Kerzenlicht und Plätzchen, sondern hüllt die Kletterfelsen der Alpen in eine undurchdringbare Schneedecke. Da hilft nur eins: Plastik statt Naturfels!

Die vier größten Münchner Kletterhallen bringen es zusammen auf 950 Routen und beeindruckende 12 050 Quadratmeter Wandfläche. Ganz gleich ob Freeform-Sektor, Boulder- kelleroderBetonwand–hierfindetjederKletterertyp ein passendes Terrain, um der Winterdepression davonzukraxeln. Der Kletterexperte Michael Pröttel – Autor zahlreicher Bergführer – hat die vier Hallen für die tz getestet und erklärt ihre Schwächen und Stärken.

Kletterzentrum Gilching – Moven wie in Südfrankreich

Größe:

230 bis zu 16 Meter lange Routen auf 1950 Quadratmetern.

Routen:

Französischen Naturfelsen nachempfundene Freeform- Wände geben sogar die Möglichkeit, alpine Risstechnik zu erproben. Dazu klassische Kletterwände mit vielseitig geschraubten Griffkombinationen.

Outdoor:

Großartiger Freiluftbereich mit freihängendem Sinterblock. Draußen kann man das Einhängen der Expressschlingen üben.

Bouldern:

Naturgetreuer Boulderblock mit integrierter Grotte in der Außenanlage. Dazu zwei Boulder Innenbereiche mit vielfältigen Griffproblemen.

Gastro:

Nüchterner Bistrobereich mit Aussicht auf die Halle. Großartig im Sommer:

Der Biergarten mit Südwandblick.

Sanitär:

Gepflegte Umkleide mit Duschen, keine Sauna. Wie voll? Nicht ganz so voll wie Thalkirchen, aber auch hier sollte man möglichst früh oder gleich spät klettern.

Wie teuer?

14,50 € (ohne Ermäßigung), beziehungsweise 4,50 € für Alpenvereins-Mitglieder (74 €/Jahr) mit Jahresmarke (100 €)

Wann offen?

Mo. bis Fr., 14 – 23 Uhr, Sa. und So., 9 – 23 Uhr. Wo? Frühlingstraße 18, Gilching, S6 Haltestelle Gilching-Argelsried.

Internet:

www.kletterzentrum-muenchen-west.de

Fazit:

Klettern wie am Naturfels und im warmen Licht der Abendsonne machen Gilching zum „Outdoor-Favoriten“.

Heavens Gate – Höher geht’s nimmer!

Größe:

50 Routen mit 30 m und 60 Routen mit 6,5 m Höhe auf 3500 m.

Routen:

In acht ehemaligen Silos sind an den 30 Meter hohen Betonwänden vor allem Ausdauerrouten in allen Preislagen geschraubt. Leider keine Strukturwände.

Outdoor:

Im Sommer Boulder- Biergarten mit ca. 200 mKletterfläche.

Bouldern:

Trickreiche Probleme von senkrecht bis waagerecht überhängend. Dazu gibt es eine 3,5 mal 5 Meter große, verstellbare Kippwand.

Gastro:

Gemütliche Bar mit Sofa, Hängematte und Musik. Immer mehr Bio-Produkte.

Sanitär:

Etwas geringerer Komfort als in den anderen drei Hallen. Wie voll? In diesem Punkt die entspannteste Halle. Wie teuer? 12,60 € bzw. 8,60 € für Mitglieder der IG Klettern ( 66 €/Jahr); bis 16 Uhr 4,50 €.

Wann offen?

täglich von 10 bis 23 Uhr. Wo? Grafinger Straße 6, direkt beim Ostbahnhof.

Internet:

www.kletternmachtspass.de

Fazit:

Vor allem für Ausdauerkletterer und geübte Boulderer ist die kultigste Halle Münchens ein unbedingtes Muss.

Kletterzentrum München – Die Mutter aller Hallen

Größe:

Münchner Rekordhalter mit 400 Routen auf 4500 m. Wandhöhe 18 m.

Routen:

Von kleinleistigen Betonwänden bis zu naturnahen Struktursektoren alles, was starke Finger brauchen. Hardmover lieben die hydraulisch verstellbaren Überhänge.

Outdoor:

Mit 2500 m größte Freikletterfläche Münchens. Großteils Betonwände, die den Technikhorizont erweitern.

Bouldern:

Großer Boulderparcours, an dessen Routen man sich ranglistenmäßig abarbeiten kann.

Gastro:

Nüchterne Theke im Mensastil.

Sanitär:

Gepflegte Umkleide mit Dusche. Keine Sauna. Wie voll? Meistfrequentierte Halle. Antizyklisch verhalten! Wie teuer? 14,50 €, bzw. 4,50 € für AV-Mitglieder (74 €/Jahr) mit Jahresmarke (100 €).

Wann offen?

Mo. bis Fr. 7 – 23 Uhr, Sa. und So. 8 – 23 Uhr. Wo? Thalkirchner Str. 207, U-Bahn Brudermühlstraße.

Internet:

www.kletterzentrum-muenchen.de

Fazit:

Ob großartige Ausdauerrouten oder gemütliches Plaisirklettern: In der größten Halle lohnt sich das Warten!

High East – Klettern wo’s am schönsten ist

Größe:

200 bis zu 18 Meter hohe Routen auf 2100 m Kletterfläche.

Routen:

Sowohl felsähnliche Strukturplatten als auch klassische Kletterwände mit trickreich geschraubten Griffkombis.

Outdoor:

Gute Ausdauerrouten, aber nicht so vielseitig wie in Gilching.

Bouldern:

Eher kleine Keller mit intelligenten Problemen in allen Schwierigkeiten.

Gastro:

Offener, schön gestalteter Bistrobereich mit gutem Blick auf die Halle und schicker Bar.

Sanitär:

Sehr schöner Wellness-Bereich mit Sauna und mehr. Wie voll? Bei weitem nicht so frequentiert wie die beiden Kletterzentren. Nach Feierabend und an Schlechtwetterwochenenden aber auch hier voller.

Wie teuer?

Tageskarte 14 €, Abendkarte 8 €, Wellness Bereich zusätzlich 3 bzw. 5 €. Wann offen? Mo. bis So. 10 – 23 Uhr, Do. 8 – 23 Uhr.

Wo? Sonnenallee 2, Kirchheim, S2 Haltestelle Heimstetten.

Internet:

www.high-east.de

Fazit:

Wer als Gesamterlebnis Klettern und Wellness in guter Architektur mit einen Drink danach kombinieren möchte, kommt am High East nicht vorbei!

Ingo Wilhelm

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