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Durchblick im Radl-Dschungel - die neuen Modelle

Allmountain-Bike, Pedelec  oder Cruiser - Fahrräder werden immer spezieller - wir erklären Ihnen die neuen Modelle.

Allmountain-Bike

„Allmountain“ heißt die zurzeit beliebteste Unterkategorie der Bergradl. Mit Federwegen um die 140 mm sowie robusten Anbauteilen bieten sie Abfahrtsvergnügen satt. Die ausgewogene Sitzposition und ein erträgliches Gewicht nehmen ­jedoch auch langen Auffahrten den Schrecken. Das Heet (ab 3300 €) von Haibike zum Beispiel wiegt dank Carbonrahmen schlanke elf Kilo.

Dirtbike

Bei Jugendlichen der Renner: sogenannte Dirtbikes wie das Haibike DRT (1200 €).

Irgendwo zwischen BMX und Mountainbike angesiedelt, finden sie ihr ­Terrain in künstlich angelegten Sprunghügeln. ­Typische Merkmale: kompakter Rahmen, Gabeln mit etwa 100 mm Federweg, nur die nötigsten Gänge. Das ideale Gerät für coole Sprünge mit eingebauten Kunststücken.

Trekkingrad

 

Nahezu jedes dritte in Deutschland verkaufte Rad ist ein Trekkingbike. Ursprünglich für längere Touren und Radreisen konzipiert, haben sie sich längst als vielseitig verwendbare, ­solide Alltagsfahrzeuge etabliert. Dank Alurahmen, Federgabel, Mountainbike-Schaltung, griffigen Reifen und straßenverkehrstauglicher Ausstattung. Hier das Domingo De Luxe von Winora (799 €).

Reiserad

Reiseräder können alles, was Trekkingräder ­können – aber noch besser. Der Rahmen und die Ausstattung gehen durch Dick (Wüste Gobi) und Dünn (Donauradweg). Die Sitzposition gestattet zügiges Vorankommen ohne Bandscheibenvorfall. Wichtiges Bauteil: die massiven Gepäck­träger. Die Silbermöwe von Utopia (ab 1900 €) zum Beispiel trägt bis zu 160 Kilo.

Cityrad

Was wünscht sich der Durchschnittsradler? Einen tiefen Ein- und Ausstieg, aufrechte Sitzposition, unkomplizierte und komfortable Ausstattung (Nabenschaltung, Rücktrittsbremse…), volle Straßenverkehrstauglichkeit und natürlich einen günstigen Preis. Folglich gehört jedes vierte in Deutschland verkaufte Rad in die Kategorie Citybike. Hier das Weekday von Winora (399 €)

Crossrad/Speedbike

Zwischen Rennrad und Mountainbike hat sich ­eine breite Palette an sportlichen Rädern entwickelt. Crossräder (hier das Hercules Icona Pro für 999 €) lieben den Wechsel zwischen Asphalt und Schotter, durch Schaltung und Scheibenbremsen werden sie hügeltauglich. Noch flotter ist man mit Speedbikes unterwegs, sie haben jedoch ­keine Federgabel und Reifen mit kaum Profil.

Komfort-Rennrad

Komfort auf dem Rennrad? Lange Zeit ein Widerspruch. Doch neuerdings kommen Straßenflitzer auf den Markt, die selbst lange Ritte nicht in Folter ausarten lassen. Die Sitzposition: weniger gestreckt. Die Carbonstreben zum Hinterrad: leicht federnd. Die Reifen: voluminöser. Die Schaltung: mit einem leichter zu tretenden Übersetzungs­verhältnis. Beispiel: das Z4 von Felt (2.300 €).

Pedelec

Wer „E-Bike“ sagt, meint meistens „Pedelec“. Diese Kurzversion von „Pedal Electric Cycle“ bezeichnet die am weitesten verbreitete Art von Fahrrad mit Elektromotor. Pedelecs haben keinen Gasgriff, sondern eine Tretkraft-Unterstützung, das heißt: Man tritt in die Pedale, und der Motor spendet bei jedem Tritt zusätzlich Kraft für den Antrieb. Qualitäts-Pedelecs wie die von Flyer gibt’s ab 1800 €.

Singlespeed/Fixies

New Yorker Fahrradkuriere wollten schnelle, stabile Fahrräder ohne Schnickschnack – und schufen die sogenannten Singlespeed-Bikes, also Fahrräder mit nur einem Gang. Leider ließen sie auch die Beleuchtung weg, weshalb die Polizei Räder wie das Curbside von Felt (699 €) gar nicht gerne im Straßenverkehr sieht. Ganz zu schweigen von den Fixies, die nicht einmal Bremsen haben…

All-Terrain-Bike

 

Immerhin elf Prozent der in Deutschland verkauften Fahrräder fallen in die Kategorie All-Terrain-Bike. Vor allem Eltern mögen diese straßen­verkehrstauglichen Geländeräder, gestatten sie den Kindern doch Rad-Abenteuer auf der sicheren Seite. ATBs wie das Streethammer von ­Winora (359 €) werden deshalb häufig auch in kleinen Rahmengrößen angeboten.

BMX Freestyle

Eigentlich ein Überbegriff für BMX-Räder, die für die „artistischen“ Disziplinen verwendet werden. Freestyle-Räder sind kürzer übersetzt; die vordere Felgenbremse ist bei guten Exemplaren mit einem „Rotor“ versehen, der ein 360-Grad-Drehen der Gabel erlaubt. Auf beiden Radachsen sitzen sogenannte „Pegs“, eine Art Fußrasten, auf denen man bei bestimmten Figuren steht, die aber auch zum Entlanggleiten an Treppengeländern usw. dienen (z.B. Haibike Razor RX, 379 Euro, www.haibike.de).

Downhill

 

In dem Maße, wie die Bergab-Rennstrecken anspruchsvoller wurden, haben sich die Downhill-Bikes zu langhubigen Boliden entwickelt, die einzig auf maximales Abfahrtstempo hin entwickelt werden. Größtmögliche Stabilität und riesige Federwege stehen im Zentrum der Konzeption; Gewicht und Fahrbarkeit bergauf spielen keine Rolle mehr – meist wird für das Erklimmen der Höhen ein Lift genutzt. Ein beispielhafter Vertreter das Haibike Hai Zone 10.0: Gewicht um die 19 Kilo (was in der Klasse noch relativ leicht ist), 203 mm Federweg an der flach angestellten Gabel, 254 mm am Hinterbau, Monokettenblatt, 203-mm-Scheibenbremsen, massige 2,5-Zoll-Reifen.

Expeditionsrad

 

Eine ganz eigene Spezies des Reiserades: Das Expeditionsrad ist technisch weitgehend reduziert; es setzt auf wartungsarme Technik und leicht zu reparierendes Material. Eine Federung ist somit tabu, stattdessen gibt’s einen überall in der Welt schweißbaren Stahlrahmen. Anstatt hydraulischer Felgenbremsen tun es auch einfache, per Seilzug aktivierte V-Brakes. Wichtig auch hier: Stabilität und hohe Belastbarkeit sowie genug Gewindeösen für Gepäckträger, Trinkflaschenhalter und dergleichen Zubehör (Beispiel: MTB Cycletech Papalagi, Rahmen und Gabel 799 Euro, www.mtb-cycletech.de).

Race-Mountainbike

 

Die Weiterführung der Touren-Kategorie für anspruchsvolle Sportler oder Rennfahrer. MTBs dieser Klasse sind durchweg besser ausgestattet, leichter und teurer. Das ist verständlich, umfasst ihr Einsatzzweck doch alles vom Gelände-Radrennen bis zur Alpenüberquerung. Rennfahrer bevorzugen die leichteren Hardtails (z. T. unter zehn Kilo), die auf hochwertigen Alu- oder Carbonrahmen mit agiler Geometrie basieren. Der Gabelfederweg beträgt 80 bis 100 mm (z. B. Felt Six Pro, 2.999 Euro, www.felt.de).

Sesselrad

 

Das Sesselrad (auch „Scooterbike“ genannt) vereint die Vorteile von Liegerad und Standardrad und verlangt besonders wenig Umgewöhnung beim Fahren. Beim Sesselrad thront man in mittlerer Höhe auf einer breiten Sitzfläche mit komfortabler Lehne; die Übersicht im Verkehr ist sehr gut.

Getreten wird nach vorne/unten, ähnlich wie beim normalen Fahrrad, nur dass die Lehne eine gute Abstützung für kraftvollen „Schiebetritt“ ermöglicht. Der Lenker ist deutlich höher positioniert als beim normalen Fahrrad. Kleine Laufräder und ein eher kurzer Radstand machen das Sesselrad sehr wendig (z.B. Modell Phoenix vom Reiseradhersteller Utopia, 2.521 Euro, www.utopia-velo.de). 

 

Triathlonmaschine/Zeitfahrrad

 

Der Triathlonsport hat der Rennradtechnik starke Impulse gegeben, sind die Dreikämpfer doch besonders auf schnelle, windschnittige Fahrräder angewiesen. Typisch für ein Rad, das im Triathlon oder bei Zeitfahrwettbewerben eingesetzt wird, ist vor allem die nach vorne verlagerte, flach Sitzposition: Der Sattel sitzt weiter vorne, seine Spitze liegt über dem Tretlager (steileres Sattelrohr); die Unterarme ruhen auf gepolsterten Schalen am tief positionierten Speziallenker. Rahmen und Laufräder sind aerodynamisch optimiert (flache Rohre, hohe Felgen mit reduzierter Speichenzahl). Zwar kommt es beim Triathlonrad nicht so sehr aufs Gewicht an, wegen der großen Gestaltungsmöglichkeiten sind Carbonrahmen aber auch hier sinnvoll. Ein typischer Vertreter dieser Art: das Felt B12, 8,92 Kilo, 2.799 Euro.

Cruiser

Cornelia weiß, wie man auf der Leopoldstraße die Blicke auf sich zieht: mit einem Cruiser wie ­diesem Kunstwerk von der PimpGarage. Cruiser sind Nachbauten US-amerikanischer 50er-Jahre-Bikes, mit geschwungenen Rohren und viel Chrom. Natürlich dienen Cruiser in erster Linie dem Cruisen, also dem Dahinrollen an bevölkerten Orten zwecks Gesehenwerden. Das Born-to-be-bike-Gefühl muss keinen Goldschatz kosten, Cruiser gibt’s ab ein paar Hundert Euro.

Quelle: tz

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