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Ob in der Stadt oder auf Tour – Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor werden immer beliebter und sind auch heuer bestimmendes Thema der Münchner Fahrradmesse.

Das A bis Z der E-Bikes

Einschalten, draufsetzten, losradeln - E-Bikes fahren ist nicht schwer, E-Bikes kaufen dagegen sehr. Es gibt eine Vielzahl und Vielfalt an Modellen. Damit Sie im Technikdschungel besser durchblicken, lesen Sie hier die wichtigsten Begriffe rund ums E-Bike.

Wer sich ein Fahrrad mit eingebbautenm Rückenwind zulegen möchte, muss sich zum Beispiel zwischen verschiedenen Antriebsarten entscheiden. Wir  erklären hier alphabetisch die wichtigsten Begriffe rund ums E-Bike.

Akku

Am besten sind Lithium-Ionen-Akkus. Sie übertreffen in Sachen Speicherkapazität alle sonstigen Akkuarten und haben eine längere Lebensdauer (rund 1000 Ladungen). Außerdem kennen Li-Ion-Akkus keinen Memoryeffekt, man kann (und soll!) sie also auch dann laden, wenn sie noch nicht ganz entleert sind.

Bremsen

E-Biker fahren im Durchschnitt doppelt so schnell wie vergleichbare Radler ohne Hilfsmotor. Folglich sind gute Bremsen besonders wichtig. Die Stopper sind ein typischer Schwachpunkt vieler Billig-E-Bikes.

City

Einer der Haupteinsatzbereiche von E-Bikes. Ob zum Shoppen oder in den Biergarten.

Dreirad

Für Menschen mit körperlichen Handycaps oder mit Vorliebe für Trikes gibt es Dreiradmodelle mit elektrischem Hilfsmotor.

Einsatzbereich

Darüber sollte man sich vor dem Kauf gründlich Gedanken machen. Es gibt drei Hauptkategorien: „Urban“, „Freizeit“ und „Komfort“.

Frontantrieb

E-Bike mit Motor in der Nabe des Vorderrads. Neben Heck­motor (siehe dort) und Mittelmotor eine von drei Antriebsarten. Vorteile des Motors am Vorderrad: völlige Wahlfreiheit bei der Schaltung (also auch Nabenschaltung und zweites Kettenblatt ­möglich), Rücktritt möglich. Nachteile: spürbarer Einfluss auf die Lenkung, Schlupfgefahr bei Nässe, hohe Materialbelastung an Gabel und Rahmen.

Gewicht

Gute E-Bikes wiegen unter 25 Kilo. Das ist gar nicht mehr so weit entfernt von unmotorisierten Standardfahrrädern.

Heckmotor

Der Motor sitzt in der Nabe des Hinterrads. Vorteile: gutes Fahrverhalten, zweites Kettenblatt möglich. Nachteile: keine Kombination mit Nabenschaltung; wenn auch der Akku weit hinten sitzt, wird das Rad arg hecklastig.

Helm

Für E-Bikes besteht keine gesetzliche Helm­pflicht, auch nicht für die schnellen S-Pedelecs. Es sollte jedoch selbstverständlich sein, einen zu tragen.

Illumination

Viele E-Bikes speisen die Beleuchtung aus dem Akku – praktisch! Jedermann. Es gibt E-Bikes für fast jeden Radlertyp. Vom Tiefeinsteiger bis hin zum E-Mountainbike, vom Lasten- bis zum Faltrad.

Klingel

Hohe Geschwindigkeit bei niedrigem Fahrgeräusch. Ein E-Bike sollte daher eine laute Klingel haben.

Ladezeit

Die Hersteller geben sie meist mit vier bis acht Stunden an. Tests haben jedoch gezeigt, dass die Akkus nach der empfohlenen Ladezeit erst zu 80 bis 90 Prozent voll sind. Mittelmotor. Der Motor sitzt am Tretlager und greift dort in die Kette. Vorteile: tiefer Schwerpunkt, Laufruhe durch langen Radstand. Nachteile: spezielle Rahmen erforderlich, kein zweites Kettenblatt möglich.

Nachrüsten

Es gibt Nachrüstsets (meist mit Vorderradmotor), die aus einem konventionellen Fahrrad ein E-Bike machen. Das ist jedoch nur in Ausnahmefällen empfehlenswert, weil die übrigen Komponenten (Rahmen, Gabel, Bremsen…) geeignet sein müssen. Oder bei OBI. Baumärkte und Discounter bieten immer wieder billige E-Bikes an. Zugreifen sollte man aber nur, wenn man von der Qualität überzeugt ist. Pedelecs.

90 Prozent der in Deutschland verkauften E-Bikes gehören zur Gruppe der Pedelecs (Abkürzung für „Pedal Electric Cycle“). Der Begriff steht für ein Fahrrad, dessen Zusatzmotor nur dann arbeitet, wenn der Fahrer selbst in die Pedale tritt. Pedelecs haben in der Regel keinen Gasgriff, dann spricht man eher von E-Mofas. Qualität. Fahrradexperten betonen: Qualität hat ­ihren Preis. Ein funktionelles, sicheres und haltbares E-Bike sei nicht unter 1.500 Euro zu haben.

Reichweite

Variiert sehr stark mit der Fahrweise, speziell dem eingestellten ­Unterstützungsgrad. Mit Qualitäts-Pedelecs kommt man auf Tour etwa 70 Kilometer weit, im Stadtverkehr circa 35 Kilometer. Das beste Mittel, um die Reichweite zu verlängern, ist ein Zweitakku.

S-Pedelecs

So nennt man besonders sportliche Modelle, die nicht bei 25 km/h abgeregelt sind, sondern die bis zu 45 Sachen schnell sind. Im Gegensatz zu den normalen Pedelecs ist die S-Klasse versicherungspflichtig (kleines Nummernschild) und darf innerorts nur Fahrradwege benützen, die auch für Mofas freigegeben sind.

Topmarken

Einige Fahrradmarken schneiden in E-Bike-Tests immer wieder gut ab. Darunter Kalkhoff, Giant, Flyer und Kettler.

Unterstützungsgrad

Er gibt an, mit welcher Kraft der Motor die Trittenergie des Fahrers unterstützt. Meist vom Lenker aus in drei Stufen einstellbar, nämlich 50, 100 oder 150 Prozent der Kraft des Fahrers.

Vorurteile

Unsportlich, langweilig… Die meisten Vorurteile gegen E-Bikes verfliegen, sobald man selbst mal damit gefahren ist.

Watt

Pedelecs haben meist einen 250-Watt-Motor. Zum Vergleich: Ein Radprofi tritt dauerhaft 400 Watt; Freizeitradler, die gemütlich dahinrollen, bringen kaum 100 Watt aufs Pedal.

X-Country

Zurzeit erobert der eingebaute Rückenwind auch das Segment der X-Country- und Mountainbikes. Fehlt nur noch das ­erste E-Rennrad.

Yuppies

Yuppies lieben E-Bikes. Endlich ohne zu schwitzen am Stau vorbei ins Büro radeln!

Zurückgewinnung

Wie Hybridautos, so können theoretisch auch E-Bikes beim Bremsen Energie zurückgewinnen – im Fahrradbereich nennt man das Rekuperation. Allerdings haben nur ganz wenige Modelle einen entsprechenden Motor, weil der Effekt sehr gering ist: Die Reichweite lässt sich dadurch maximal um zehn bis 15 Prozent steigern, und das auch nur auf bergigen Strecken.

Ingo Wilhelm

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