News-Ticker: Polizei soll Attentäter von Barcelona erschossen haben

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Sensationell ist das Panorama von der Brunnensteinspitze mit Weitblicken ins Karwendel und bis in die Zentralalpen. Unten liegt spielzeugklein der Ort Scharnitz.  

Karwendelgipfel

Brunnensteinspitze: Ein Grat für stramme Wadln

Der hat’s in sich: Mehr als 1200 Höhenmeter mit phänomenalen Tief- und Weitblicken bietet der „Pürzlgrat“ auf die Brunnensteinspitze, oder auch Brunnsteinspitze.

Das verkehrsreiche Scharnitz verlässt man rasch nordostwärts und ehe man sich versieht, schraubt sich der Pfad den Bergwald hinauf. Bald wird der Weg steiler, schmaler und es heißt gut auf Markierungen achten. Schließlich lichtet sich der Wald, mehr und mehr Ausblicke werden frei: auf die Karwendelnachbarn, hinab ins Tal der jungen Isar und auf die spielzeugkleinen Häuser des Ortes. Beim Genießen sollte man immer auf sicheren Stand achten, denn erste, leicht ausgesetzte Felsabbrüche fordern kurze Kraxeleinlagen.

Dafür ist der flachere obere Teil des Gratrückens schnell erreicht. Hier dominieren Latschen, die einen ungehindert das mit jedem Schritt weiter werdende Panorama genießen lassen: im Westen das Wettersteingebirge, im Süden mehr und mehr Gletscherberge der Zentralalpen. Noch einmal muss man sich konzentrieren, denn der Steig leitet rechts an einem Gratköpfel vorbei. Auch dabei muss man wieder etwas Hand anlegen und den bröseligen Fels richtig einschätzen. Das letzte Stück führt sanft entlang blumenreicher Graspolster zum großen Gipfelkreuz. Nun kann man in Ruhe pausieren und schauen.

Die Brunnensteinspitze ist der Eckposten der nördlichen Karwendelkette und von ihr kann man die anderen Ketten prima studieren. Gegenüber ragt die wuchtige Pleisenspitze in den Himmel, mit der die mittlere und höchste Kette des Gebirges beginnt. Südlich entsendet der Hohe Gleiersch eine Kette zu den Praxmarerkarspitzen mit ihren schaurigen Nordwänden und weiter bis zum Bettelwurf.

Der Blick auf die südlichste Kette reicht von Seefeld über die Solsteine bis zu den Innsbrucker Hausbergen. Über diese Spitzen ragen die vergletscherten Zentralalpen hinaus. Wer direkt und wie vom Aufstieg gewohnt wieder ins Tal will, kehrt über den „Pürzlgrat“ zurück.

Über den Namen mag man übrigens beliebig sinnieren: Der alte Begriff „borzen“ bezeichnet „hervorstehen“, „burzen“ hingegen bedeutet „kopfüber stürzen“ und legt den Vergleich zum „purzeln“ nahe. Was auch immer zutrifft, von einem sicheren Abstieg sollte es den Wanderer nicht abhalten. Doch eine reizvolle Variante führt weiter zum gerade elf Meter höheren Nachbargipfel, der Rotwandlspitze. Von dort geht es landschaftlich eindrucksvoll, einsam, aber auch anstrengend über das „Feichtl“ zu Tal. So heißt eine riesige Schotterflanke, die vom Gipfel südöstlich hinabzieht. Die gut markierten Steigspuren durchqueren erst sanfte Grasmatten, dann eine weite graue Steinwüste, aus der nur einzelne Pflänzchen ragen.

Gerade an heißen Tagen mag man kaum glauben, dass „feicht“ von „feucht“ stammen soll. Ein Blick auf die Rillen an den Felsen verrät jedoch, dass bei viel Niederschlag oder Schneeschmelze hier einiges an Wasser über die Hänge fließen muss. Egal welchen Abstieg man wählt; wer unten ankommt, wird erstmal eine Pause für die Wadln und Schenkel einlegen wollen – und stolz auf das Geleistete zurückblicken.

Von Christian Rauch

BRUNNENSTEINSPITZE (2180 M)

 

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende. Weiter auf der B 2 über GAP und Mittenwald nach Scharnitz. Dort links Richtung Karwendeltäler zum Parkplatz P2 (in der Ortsmitte kaum Parkmöglichkeiten). Aufgrund der Parkgebühr (6 Euro) lohnt die Anfahrt mit der Bahn; regelmäßige Verbindung München-Innsbruck. Vom Bahnhof Scharnitz an der Durchgangsstraße rasch zur Tourist-Information.

TOUR – Gehzeit: 5,5 bis 6 Std. (mit Feichtlroute etwas länger), Höhenunterschied 1230 Meter. Anstrengende Bergtour. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition erforderlich. Vor allem bei der „Feichtl“-Abstiegsvariante (sehr langer Geröll-Abschnitt) gute Knie und Stöcke empfehlenswert. Nicht bei Nässe oder Nebel zu empfehlen.

Verlauf: Vom Parkplatz P2 zurück zur Durchgangsstraße im Ort. Dort rechts über die Isarbrücke zur Tourist-Information. Dahinter rechts hinauf in die Inrainstraße. Nun dem grünen Wegweiser „Brunnstein“ folgend durch Häuser bergauf. Bald links ab (Wegweiser „Brunnsteinspitze“) und auf Steig aufwärts. Durch steilen Wald, Latschen und Schotter mit einfachen kurzen Kraxelstellen auf den Grat und zum Gipfel mit Kreuz. Abstieg auf gleichem Weg.

Abstiegs-Variante: Vom Gipfel auf dem Grat weiter zur nahen Rotwandlspitze (ohne Kreuz) und von dort rechts hinab zu der kleinen Hütte mit Fahnenmast. Dahinter beginnen rote Punkte, die rechts über Grasmatten (unterhalb des Gipfels hindurch) ins „Feichtl“ führen. Gut markiert über einen sehr langen Schotterabschnitt hinab zu Latschen und Wald. Schließlich auf einem Waldsteig zu größerem Weg. Auf diesem rechts, vorbei an der Birzlkapelle. Kurz nach einer Bank mit Naturpark-Schild zu einer Verzweigung (links ein kleines Snowshoe-Trail-Schild). Hier rechts abwärts und zu einer Teerstraße. Diese hinab in den Ort, rechts halten und hinab zum Fluss. Vor der Brücke rechts zum Bahnhof oder links über die Brücke und rechts zum Parkplatz P2. (Die Feichtlroute ist nur für den Abstieg geeignet).

KARTE – Kompass--Karte 26, Karwendelgebirge.

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