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Das Cargo-E-Bike lässt sich auch flugs in ein Kinder-Taxi umbauen.

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Fahrrad-Trends: Eisschrank auf dem Gepäckträger

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Fahrräder dienen längst mich mehr zur reinen Fortbewegung, sondern auch als Packesel, sowohl daheim als auch auf Reisen: Diese Entwicklung und weitere Trends für 2017 sind beim Pressetermin „Münchner Fahrradsommer“ im Vorfeld der Branchen-Leitmesse Eurobike vorgestellt worden.

Die Lieferanten vom Pizza-Express oder von Kurierdiensten wissen das: Der letzte Kilometer zur Auslieferung ist meist der teuerste. Kein Parkplatz vor der Tür, Fußmarsch bis zum Adressaten – Zeitverlust kostet Geld in diesen Branchen, die deshalb (immer öfter) auf sogenannte Cargo-Räder setzen: E-Bikes, die sich ordentlich beladen lassen. Und mit denen es kein Parkplatzproblem gibt.

Letzteres haben aber nicht nur Liederdienste, sondern speziell im urbanen Umfeld auch Privatleute. Mag das Semmelholen oder der kleine Einkauf mit dem Fahrrad leicht funktionieren, wird’s beim Transportieren von Getränkekisten oder Blumenkübeln schon schwieriger. Hier setzt das neue E-Cargo-Rad „Packster“ von Riese & Müller an (4000 Euro), dessen ebene Ladefläche in der XL-Variante sogar eine Europalette aufnimmt. Zubehör wie Gurte und Sitze sind ebenso wie Seitenwände, Regenplane und Kindersitz individuell konfigurierbar.

Wer lieber mit dem normalen Rad einen Anhänger zieht, bekommt dort nun doppelt so viel hinein: Für den Lastenanhänger „Cargo“ (299 Euro) von Croozer bietet der Hersteller als Anbauteil die anklippbare Abdeckung „Touring Cover“ (49 Euro) an, mit der sich der Stauraum auf 108 Liter erhöht.

Neuerungen gibt’s auch für weniger voluminöses Gepäck. Als „Transportkäfer“ bezeichnet Taschenhersteller Koki seine Gepäckträgertasche „Flow“ (60 Euro), die sich mit ein paar Handgriffen zum Daypack-Rucksack umfunktionieren lässt. Die Montage am Gepäckträger gestaltet sich durch Klettbänder einfach und universell.

Eisgekühlt bleiben Getränke in dieser Box.

Für den Einkauf von Kühlwaren oder auch ein Picknick geeignet ist die wasserdichte „Rackbox“ (100 Euro) von Ortlieb aus expandiertem Polypropylen – bisher ein Produkt für Pizzaboten, in der 18-Liter-Variante jetzt auch für den Privatmann. Um Tiefkühlkost vom Supermarkt nach Hause oder das kühle Bier an den Badesee zu fahren. Erweitert hat Ortlieb auch seine Bikepacking-Taschenserie für Reiseradler (55 bis 130 Euro). Die Packtaschen für Sattelstütze (mit Schutzblechfunktion und Schlitz fürs Rücklicht), Oberrohr und Lenker summieren sich auf ein Volumen von fast 40 Litern.

Was den Fahrradtranssport an sich betrifft: Sporträder lassen sich in der Tasche namens „Laube“ (89 Euro) verpassen und werden im Zug zu einem „Gepäckstück metallischen Inhalts“ – das Radl-Zusatzticket entfällt. Praktisch auch zur „Tarnung“, wenn man ein teures Rad im Auto deponiert und etwaige Diebe nicht inspirieren mag. Für Falträder gibt’s von Brompton einen praktischen anzippbaren Tragegriff (40 Euro), der den Transport im Treppenhaus erleichtert.

Auch einige technische Innovationen stellt Gunnar Fehlau, Chef vom Pressedienst Fahrrad, bei der Neuheitenschau in München vor. Als Weltpremiere preist er die neue Mountainbike-Kettenschaltung „Eagle“ von Sram (1300 Euro): Sie kommt vorn mit einem Kettenblatt aus – und hat hinten zwölf Ritzel (bisher lag das Maximum bei elf). Das kleinste hat zehn, das größte 50 Zähne. Fehlau sieht einen „Trend zur Reduktion“, denn der vorderer Umwerfer (der entfällt) sei technisch stets knifflig, und mit nur einem Kettenblatt lasse sich die Federung „präziser positionieren“. Was das Fahrgefühl angeht, nehme es das Zwölf-Gang-Spektrum „locker mit vielen Schaltungen mit zwei Kettenblättern auf“. Fürs E-Mountainbike sei sogar eine neue SChaltgruppe mit nur acht Gängen völlig ausreichend.

Neues Schloss-System macht Dieben das Leben etwas schwerer

Nur in der Vertikalposition lassen sich diese neuen Spezialmuttern lösen, was Dieben das Leben schwerer macht.

In puncto Sicherheit hat Schloss-Hersteller Abus mit der NutFix-Reihe (ab 30 Euro) eine Barriere für Diebe kreiert, sich auf hochwertige Einzelteile wie Sättel oder Laufräder mit Schnellspanner spezialisiert sind. Der Clou daran an den Muttern, die klassische Laufradachsen und Sattelstützenbolzen ersetzen: Sie lassen sich nur öffnen, wenn sie vertikal ausgerichtet sind – das heißt, ein Einzelteiledieb müsste das Rad flach auf den Boden legen, was – wenn es beispielsweise an einer Laterne angesperrt ist – nicht klappt. Für mehr Sicherheit beim Fahren sorgt die Rucksackreihe „Moab Pro“ von Vaude (ab 180 Euro) mit dezent integrierten Rückenprotektoren von Ortema. Sicherheitsplus für alle, die nicht nur bei schönem Wetter radeln: Der Der „Marathon GT 365“ von Schwalbe (40 Euro) mit der neuen Gummimischung namens „Four Seasons Compound“ ist als ausgewiesener Ganzjahresreifen konzipiert und erspart laut Hersteller den Reifenwechsel im Winter.

Bambus-Rad fördert soziale Projekte in Ghana

Individualität ist Trumpf mit einem Fahrrad aus Bambusrohren sowie einer persönlich gestalteten Packtasche.

Eine zunehmende Rolle spielt Individualität. Wer sich mit seinem Fahrrad abheben und stolze 3200 Euro ausgeben möchte, dem gefällt vielleicht das in Ghana gefertigte Bambus-Rad „My Afram Speedhub“ der Firma My Boo aus Kiel. Der Rahmen besteht aus Bambusrohren, die mit Harz und Hanf verbunden werden. Ein nachhaltiges Charakterrad aus nachwachsendem Rohstoff, mit dessen Kaufpreis soziale Projekte in Ghana unterstützt und Schulstipendien finanziert werden. Ebenfalls in die Kategorie Unikate fallen die wasserdichten 24-Liter-Rucksackpachtaschen der Reihe „Velocity“ von Ortlieb (130 Euro): Sie werden mit beliebigem Motiven, einem Urlaubsfoto etwa oder dem Bild der Familie, bedruckt. Nicht ganz so individuell, aber variierbar sind die „Tattoo“-Sättel von Selle Royal (70 Euro): Bei dem modularen Sattelsystem lässt der Oberteil mit dem Sitzpolster sich je nach Farbpräferenz austauschen.

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