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Elektroantrieb hilft beim Kraftsparen.

Elektro-Helferlein fürs Radl

Der Trend zum Strom hält an. In den vergangenen Jahren wurden E-Fahrräder zunehmend populär – jetzt gibt’s auch immer mehr elektronisches Zubehör fürs Radl.

Nicht alle der neuen Helferlein steigern die Sicherheit. Einige sollen einfach nur Spaß bringen.

Wenn’s um Fahrräder geht, wird Gunnar Fehlau euphorisch. Das ist sein Job. Fehlau ist Geschäftsführer der „Pressedienst- Fahrrad GmbH“, einem Zusammenschluss von 60 Vereinen, Firmen und Institutionen rund ums Radl. Und so kommt er auch schnell ins Schwärmen, als er nun in der Schwabinger Pizzeria „Riva“ die Trends des „Fahrradfrühlings 2012“ vorstellte. „Geht nicht gibt’s nicht“, sagt Fehlau – und meint damit vor allem auch die vielen Neuheiten, die sich die Hersteller im Zuberhörbereich ausgedacht haben.

Einen deutlichen Sicherheitsfortschritt liefert beispielsweise das Vorderlicht „Lumotec Lyt “ (ab 34,90 Euro) der Firma „Busch&Müller“. Es bringt mit seinen 30 Lux Lichtleistung nicht nur nachts ordentlich Lichts ins Dunkel, sondern sorgt durch zusätzliche Tagfahrlichtdioden auch im Hellen für mehr Sicherheit. Das Taglicht ist auf die Augenhöhe von Autofahrern ausgerichtet. Für zehn Euro mehr bietet das Modell „Lumotec Lyt T Senso Plus“ weitere Funktionen wie Einschaltautomatik oder Standlicht.

Für Sicherheit sorgt auch das Bremslicht „BrakeTec“ (39,90 Euro, Busch&Müller), das auf die Umdrehungsgeschwindigkeit des Nabendynamos reagiert. Wird das Rad abrupt langsamer, leuchtet das Rücklicht heller. Das aufleuchtende Rot erzeugt beim Autofahrer den Bremslicht- Reflex, zudem ermöglicht die spezielle Prismenstruktur der Lampe eine gute Strahlbreite und eine bessere Entfernungseinschätzung bei den Hintermännern.

Doch auch der Spaß sollte beim Radeln nicht zu kurz kommen. Dafür sorgt unter anderem die Sportkamera „HD Hero 2“ von GoPro. Sie kann auf dem Helm, dem Lenker, aber auch an der Brust befestigt werden. Wer auch bei Radl-Touren nicht auf Handy & Co. verzichten will, für den kann sich das „E-Werk“ als sehr nützlich erweisen. Mit diesem auf den Nabendynamo abgestimmten Ladegerät lassen sich die Akkus von elektronischen Geräte aller Art mit Saft versorgen.

Neue Wege im Bereich der Elektrofahrräder beschreiten der Schweizer Hersteller MTB Cycletech und „Greenwheel“-Entwickler Michael Lin mit der Kreation des „e-Jalopy“. In der Hinterradnabe dieses Fahrrads sind Motor, Akku und Steuerung zu einem Antrieb zusammengefasst. Es kommt im Sommer auf den Markt und wird 3499 Schweizer Franken (umgerechnet etwa 2906 Euro) kosten. Der genaue Euro-Preis steht allerdings noch nicht fest.

Mit dem „eQ Race-Haibike“ präsentierte Radl-Experte Fehlau außerdem eine neue – zunächst paradox erscheinende – Rennrad-Studie: ein Rennrad mit Elektroantrieb. Doch Fehlau sieht darin keinen Widerspruch. Er meint, dass ein solches Fahrrad Sportlern bei ihrem Training helfen kann, zum Beispiel durch Intervallprogramme.

„Funktionen gut kombiniert“ – so lautet ein weiteres Motto des „Fahrradfrühlings 2012“. Umgesetzt wird es beispielsweise vom „CAT S6 Ceety“ von Puky. Das Kinderfahrzeug kombiniert ein Dreirad mit einem Buggy, zum Umbau sind nur wenige Handgriffe nötig. Eine an dem Multi-Funktions-Gefährt anbringbare Umhängetasche sowie eine Netztasche sorgen für Stauraum.

Neben wirklichen Innovationen stellte Fehlau auch neue Varianten althergebrachter Zubehörteile vor. So können sich Fahrradfahrer für jede Gelegenheit und jedes Wetter den passenden Reifen aussuchen. Mit Spikes versehene Reifen ermöglichen hartgesottenen Radlern gutes Vorankommen im winterlichen Schneetreiben. Extrem robuste Bereifung hilft Reise-Radlern dabei, einem Platten vorzubeugen.

Auch bei der passenden Bekleidung hat Fehlau einige Neuheiten vorzuführen. Ein besonders modisches Stück ist die „Rad-Jeans“ von Rapha (150 Euro). Sie ist besonders radlerfreundlich geschnitten und verfügt über einen integrierten Reflektor und eine verstärkte rechte Gesäßtasche. „Fahrradfahren“, schwärmt Fehlau, „wird schöner.“

NATALIE SIMON

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