Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses
+
Fahrräder mit Elektromotor sind im Trend.

Mit Rückenwind

Elektroräder: Vom Senioren- zum Trend-Bike

Früher war ein Fahrrad mit Elektromotor etwas für Oma und Opa - heute gibt's Modelle für jeden Geschmack. Für Viele ist das E-Bike in der Stadt sogar eine echte Alternative zum Auto:

E-Bike statt Auto

Ob schnittiges Mountainbike, gemütliches Hollandrad oder Kinderkutsche: Ein Elektromotor macht die Freude am Radfahren für viele Kunden heute erst perfekt. Kaum ein Radtyp hat es geschafft, in wenigen Jahren vom Reha-Modell für Senioren zum allseits beliebten Fortbewegungsmittel zu werden. 410.000 Räder mit Motor haben Händler im vergangenen Jahr verkauft. Damit wollte rund jeder zehnte Kunde ein E-Bike. Das hat nicht nur die Jahresbilanz der Branche aufgehellt. Das Elektrorad ist auch dabei, einen gesellschaftlichen Trend zu verstärken: Mobilität muss nicht immer nur Auto heißen.

Kosten sparen, Gesundheit fördern

Lesen Sie auch:

Darauf müssen Sie beim E-Bike-Kauf achten

Radkäufer sind heute bereit, im Schnitt 2000 Euro für ein E-Bikeauszugeben. Dafür gäbe es so manchen Gebrauchtwagen. War das Auto früher für junge Leute ein Inbegriff von Freiheit, sind sie nach der Shell-Studie heute auch für die Bahn-Card, Car-Sharing und ein richtig gutes Rad zu haben. Mobilität hat sich verändert - vor allen in Städten. Für Verkehrsforscher steckt eine Mischung aus Kostensparen, wachsendem Öko- und Gesundheitsbewusstsein und gesellschaftlichen Umbrüchen dahinter. Das Auto ist oft kein Statussymbol mehr.

Ohne Schwitzen ans Ziel

Rund 1,6 Millionen E-Bikes rollen bereits durch Deutschland. Der Trend hat auch die Büromenschen erfasst - so mancher will heute lieber ein Dienstrad als einen Dienstwagen. „Früher war es unmöglich, mit Anzug und Krawatte ins Büro zu radeln“, sagt Thomas Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Zweiradhandels. Dabei ging es gar nicht mehr um Status, sondern um etwas ganz anderes: das Schwitzen. Wer ein Elektrofahrrad hat, braucht aber auch nach 15 Kilometern noch keine Dusche.

Schneller unterwegs

Aber was macht E-Bikes, bei denen ein Motor die Körperkraft nach Belieben verstärkt, immer beliebter? „Es nimmt der Leidenschaft Radfahren das Leiden“, sagt Radexperte Gunnar Fehlau. Anders als bei Elektroautos liege der Nutzen sofort auf der Hand: Elektroräder seien einfach zu handhaben, schneller und erlaubten längere Strecken mit mehr Gepäck. Es gibt Modelle für jede Lebenssituation, bis hin zu Lastenrad und Tandem.

Neue Antriebstechnologien

Die deutsche Radbranche mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro im Jahr befeuert den Trend mit weiterentwickelter Batterie- und Antriebstechnologie und neuen Modellen. Die „VeloBerlin“, die große Fahrradpublikumsmesse in Deutschland, zeigt das von diesem Samstag an auf 13.000 Quadratmetern. Die Entwicklung verläuft so rasant, dass ältere E-Bike-Modelle schnell zu Ladenhütern werden können - bereits ein wachsendes Problem für Fachhändler, heißt es beim Verband.

Das sind die beliebtesten Radwege Deutschlands

71 Millionen Fahrräder gibt es in Deutschland

Kein Radtyp sei bisher in kurzer Zeit aus einer Nische heraus so erfolgreich geworden, sagt Fehlau. Er nennt die klassischen Trekking oder Cityräder, die noch immer die Hälfte der verkauften Modelle ausmachen, bereits „analog“. 700 bis 1000 Euro legten Kunden dafür auf den Tisch. Die Mobilität per E-Bike sei ihnen doppelt so viel wert.

Neue Radweg-Konzepte in Städten

Rund 71 Millionen Fahrräder gibt es heute in Deutschland - drei Millionen mehr als 2007. Viele Städte reagieren mit Radweg-Konzepten auf den Boom. Die Entwicklung spielt ihnen in die Hände - weniger Staus, weniger Parkplatzsorgen, weniger Feinstaub durch Abgase. Doch der Weg zu einer radfreundlichen Umgebung ist lang. Teure E-Bikes brauchen auch aufwendige Sicherungsanlagen - zum Beispiel an Bahnhöfen. Fehlende Abstellplätze hielten in Städten bereits Kunden vom Kauf eines Elektrorads ab, heißt es bei den Fachverbänden.

Der Markt wächst weiter

Doch die Branche geht davon aus, dass der Markt weiter wächst. Stephan Schreyer, Sprecher des Zweirad-Industrie-Verbands, rechnet in fünf Jahren mit einem Anteil von bis zu 18 Prozent E-Bikes - heute sind es 11.

dpa

Auch interessant

Kommentare