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Obacht! Auf dem Taubenberg genießen Radler eine traumhafte Aussicht – während neugierige Schafe die Brotzeit im Rucksack im Auge haben...

Radeln im Mangfall-Tal

Taubenberg: Stille Wege, geheime Schätze

Die anspruchsvolle Radlrunde startet in Darching. Die tagesfüllende Tour ist zwar keine zahme Sonntagsrunde, doch für aktive Freizeitradler gut zu schaffen. Zu entdecken gibt es einiges.

Sepp Hatzl stöbert gern in Archiven und trägt Geschichten zusammen. Hans Kislinger ist lieber zu Fuß oder per Radl unterwegs und erkundet so die Wege und Schätze zwischen Mangfall und Leitzach und um den Taubenberg.

Kürzlich haben sie sich zusammengetan und einen Rad- und Wanderführer der Gegend herausgebracht („Steinerne Zeugen der Vergangenheit“, 10,50 Euro; im Dorfladen Weyarn und Tourist-Büro Irschenberg erhältl.), von dem wir uns inspirieren lassen. In Darching tauchen wir ein in eine Postkartenlandschaft: Gebirgspanorama hinter saftigen Wiesen, Wälder, Flusstäler, Bauerndörfer mit urigen Wirtshäusern.

Die tagesfüllende Tour ist zwar keine zahme Sonntagsrunde, doch für aktive Freizeitradler gut zu schaffen. Hinter Darching geht’s hinaus über freie Wiesen nach Schmidham. Erstes Highlight an der Strecke ist gleich nach Oberwarngau die im 18. Jh. barockisierte Allerheiligenkirche. Jedes Jahr im Oktober ist sie Ziel einer Leonhardiwallfahrt mit prächtig geschmückten Pferden. Ganz ohne „PS“ beginnt für Radler wenig später der Anstieg auf den Taubenberg im kühlen Wald. Eine Grasfläche kennzeichnet auf 896 Metern den Gipfel mit traumhaftem Blick auf Tegernseer- und Schlierseer Berge. Abwärts rollend kommt man zum biozertifizierten Gasthof Taubenberg, wo man sich stärken kann.

Wiesenplateau Taubenberg

Auf den Weiden rund herum erspäht man Ponys, Ziegen, Schweine und Schafe. Nach der Rast folgt eine lange Abfahrt hinab ins Steinbachtal, ein anmutiges Moor mit bunten Feuchtstreuwiesen. Vor dem Anwesen Westin erblickt man einen reich verzierten Bildstock. „Got sicht alles“, ist da auf der Rückseite eingemeißelt. Nach der Überlieferung soll der Stein als Sühnesäule für den Ehebruch eines Bauerns gesetzt worden sein. Aufwärts pedalierend erreicht man Gotzing mit dem legendären Wirtshaus „Gotzinger Trommel“. Das Wandbild mit dem Trommler zeugt von der Sendlinger Bauernschlacht 1705. Trotz der Niederlage konnte der nicht weit von hier ansässige Linnererbauer die Trommel heimbringen. Das Original kann man im Miesbacher Heimatmuseum besichtigen.

Die Tour führt jetzt in reizender Abfolge von Wiesen, Gehölzen und Alleen vorbei an Einödhöfen bis nach Wall. Dort geht’s wieder bergab zu einer großen Brücke. Die 200 Meter entlang der Bundesstraße kann man schieben und erreicht gleich nach der eh. Papierfabrik die ruhige Auenlandschaft des Mangfalltals. Mit leichtem Gefälle radelt man durch das Wasserschutzgebiet von München und nimmt nach der Schlierachbrücke den bequemen Mangfallweg.

Später leitet einen die Landstraße über die Gleise, um gleich danach wieder dem Mangfallweg zu folgen. Beim Brunnenhaus des Thalhamer Spiralschachtes legt man besser noch eine Trinkpause ein, denn im Mühlthal wartet eine kurze knackige Auffahrt im Wald. Ganz plötzlich endet der waldige „Stich“ auf einem Wiesenplateau vor Mitterdarching. Und wenn dann die Abendsonne das Dorf golden glänzen lässt, weiß man, was den Sepp und den Hans bewegt...

Von Doris Neumayr

TAUBENBERG & MANGFALL-TAL

ANFAHRT – Auto: A 8 München-Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Bis zum Kreisverkehr Richtung Holzkirchen. Hier links Richtung Weyarn St2073. In Mitterdarching Richtung Weyarn, nach den Bahngleisen links zum Bahnhof- Parkplatz (Darching). Bahn: BOB von München bis Mitterdarching (Halt „Darching“); Info: www.bahn.de

TOUR – Mittelschwere Radtour über Nebenstraßen, Feldund Forstwege, 37 km, 450 Höhenmeter.

Verlauf: Vom Bahnhof der „Bahnhofstraße“ ortseinwärts. Am Ortsende links „Weidemoosweg“. Bei Trafo rechts Ww. „Schmidham“ über Wiesen. Man trifft auf die Kreisstraße, fährt durch Schmidham bis Osterwarngau. Am Ortsende nach einer Kapelle links über Feldweg nach Oberwarngau. Auf Straße „Am Bergfeld“ ins Zentrum an große Kreuzung. Hier links Richtung „Wall“ auf Kreisstr. MB 10 (vorbei an Kirche Allerheiligen). Dann links, grüner Ww. „Taubenberg“.

Nach Wiesen im Wald wieder links „Gasthof Taubenberg“. Über Forststraße zum Wiesenplateau Taubenberg (896 m). Geradeaus ostwärts leicht bergab und vorbei am Gasthof Taubenberg, Ww. „Gotzing“. Danach an der Forststraßenverzweigung rechts bergab. Im Steinbachtal links bis Verzweigung vor „Westin“ (Marterl). Hier rechts nach Gotzing. Am Wirtshaus „Gotzinger Trommel“ links Ww. „Wall“. In Wall auf MB 10 Richtung „Miesbach“ bergab. Man erreicht die B 472 und überquert die große Brücke. Gleich danach links in Straße „Müller am Baum“. Vorbei an eh. Fabrik ins Mangfalltal. Auf Schotterweg bis zur mehrarmig beschilderten Verzweigung (nach ca. 5 km).

Hier links Ww. „Wasserschloss Reisach“, bald rechts über Schlierach-Brücke. Weiter auf Teerweg, Ww. „Weyarn / Mühltal (Mangfallweg)“. Später kurz an MB 12 entlang und nach Rechtskurve Bahnübergang passieren. Direkt danach links Radweg („Wasserweg“) parallel zum Gleis. Vorbei am Spiralschacht Thalham bis Brücke im Mühlthal („Bruckmühle“). Auf Landstraße links bis Cafe Trödl. Gegenüber steiler Schotterweg in den Wald. Bei Mitterdarching geradeaus – kurz auf schwach ausgeprägtem Weg – an Feldwegverzweigung. Hier rechts. Bei einem Stadel in Straße „Am Hollerweg“ und danach zur „Bahnhofstraße“. Auf dieser zurück zum Ausgangspunkt.

Hinweis! Bis zum 25. Juli ist die Forststraße vom Gasthof Taubenberg Richtung Gotzing wg. Bauarbeiten gesperrt (offiziell auch für Radfahrer). Alternativ: Beim Abzweig zum Taubenberg geradeaus weiter auf der Straße nach Gotzing. Bei Bauarbeiten am „Wasserweg“ gibt es eine Umleitung.

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