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Bad Feilnbach: Quelle des Lebens

Zu den charmantesten Kurbadeorten in Oberbayern zählt Bad Feilnbach. Am Fuße des Farrenpoint (1273 Meter) gelegen, bietet die Gemeinde neben Wanderzielen auf urige Hütten seit kurzem auch eine kulturelle Besonderheit.

Im Naturpark entlang des Jenbachs und des Osterbachs verläuft der besinnliche Themenweg: „Auf Gottes Spuren“. Alle sieben Stationen sind selbsterklärend durch biblische Texte und themenbezogene moderne Kunstwerke, die hauptsächlich der Bad Aiblinger Künstler Uwe Huber geschaffen hat. Obwohl die Exponate größtenteils aus Eisen und Edelstahl bestehen, wirken sie luftig und leicht. Als Raum zum Nachdenken und Gegenpol zum hektischen Alltag könnte man diesen Weg verstehen – und das nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Kunst und Religion gehen auf dem neuen Bad Feilnbacher Themenweg „Auf Gottes Spuren“ eine gelungene Verbindung ein.

Die erste Station bildet eine filigrane silberfarbene Kugel, die Adam und Eva im Paradies darstellt. „Gottes gute Schöpfung und Vertreibung aus dem Paradies“ ist hier der Leitgedanke. An der zweiten Station unterquert man einen kräftig bunten Regenbogen, der als „Bundeszeichen zwischen Gott und Erde“ gilt. In einer anmutigen Parklandschaft erreicht man eine Art Pavillon, die dritte Station „Sterne und Sand – Gottes Bund mit Abraham“. Man blickt durch ein ausgeschnittenes Sternenmeer im Dach des Pavillons zum Himmel empor. Motive der vierten Station sind zum einen der „Bund mit dem Volk Israel“ und zum anderen „Die Verheißung des Neuen Bundes“. Die 10 Gebote auf Steinplatten sieht man daher einmal in zerbrochener Form und einmal in vollkommener Form.

Als Nächstes gelangt man an eine kleine Brücke, die über den Jenbach führt. Hier an der fünften Station „Brot und Wein – Jesus ist der Neue Bund“, wird Jesus als Brücke zwischen Mensch und Gott sinnbildlich dargestellt. Ein Mosaik mit einer weißen Taube symbolisiert an der sechsten Station den Taufbund im Heiligen Geist: „Wasser und Feuer. Rundherum befindet sich ein Kreis aus Holzbänken zum Innehalten, oder um Gespräche zu führen. Beeindruckt steht man vor der siebten Station direkt am Ufer des rauschenden Jenbachs: „Gott, die Quelle des Lebens – der ewige Bund“. Silbrige Wasserstränge streben hinab zum fließenden Gewässer und verheißen das ewige Leben über den Tod hinaus...

Nach oder vor der Entspannung auf dem Themenweg hat man vielleicht Lust auf eine kleine Wanderung mit zünftiger Einkehr. Egal wie sich der Winter zeigt, ein Ausflug zur Tregler Alm geht immer. Romantisch ist die Tour bei tief verschneitem Nadelwald. Man spaziert auf einer breiten Forststraße bergauf, vielleicht mit einem Rodel im Schlepptau. An der Tregler Alm schweift das Auge vom Bayerischen Meer hinüber zu den Chiemgauer Bergen und zurück zum waldigen Farrenpoint.

Im rustikalen Berggasthof werden klamme Hände am Kamin schnell wieder warm. Falls Väterchen Frost schwächelt, die Wege trocken und schneefrei sind, so findet sich eine reizende Variante über den Weiler Weißenbach. Da zieht man vorbei an gemütlichen Bauernhöfen und genießt auf einer Wiese den Blick über das Voralpenland, ehe man auf einem kurzweiligen Weg durch den Bergwald die Tregler Alm erreicht. Wer es ruhiger mag, kommt wochentags herauf. Dann sollte man freilich ein paar Kuchenkrümel abzwacken für die hungrigen Dohlen, die es natürlich lieber haben, wenn vor der Hütte viel los ist...

DORIS NEUMAYR

Bad Feilnbach / Tregler Alm

ANFAHRT – Auto: A 8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Aibling. Auf St 2089 Richtung Bad Feilnbach. Rechts abbiegen Richtung Hundham, Weiterfahrt bis Kreisverkehr. Weiter Richtung Hundham bergauf.

Tour 1: Vorbei an den Weilern Wetzelsberg, Rossruck, Thalhäusl Weißenbach. Rechts beim großen Schild: „Tregler Alm“ auf Parkplatz (778 m).

Tour 2: Beim Schild: „Thalhäusl Weißenbach“ links und vor dem Weiler Weißenbach am Straßenrand parken (770 m).

TOUREN – ca. 200 Höhenmeter, rund 2,9 Kilometer. Gehzeit: Aufstieg ca. 1 Stunde, gut ausgeschildert.

TOUR 1 – Rot: Forststraße ist im Winter geräumt; Rodelmöglichkeit. Vom Parkplatz Straße überqueren und Ausschilderung „Tregler Alm“ folgen. Auf der Forststraße teils steil, teils mäßig steil im Bergwald bis zum Berggasthof.

TOUR 2 – Grün: Nur bei trockenen, schneefreien Bedingungen: Karrenwege, Wald-, Wiesenwege; Über Fahrweg zum Weiler Weißenbach. Geradeaus bergauf (für öffentl. Verkehr gesperrte Straße) nach Oberweißenbach. Über ausgeschilderte Wege: „Tregler Alm“ zum Waldrand. Hier links am Waldrand entlang. Dann durch Mischwald und am Schluss über Bergwiese zur Tregler Alm (950 m; geöffnet 9-20 Uhr, Mo. Di. Ruhetage – außer Feiertage –, 21.12. bis einschließlich 24.12. geschlossen; Tel.: 0 80 66 / 1420).

TIPPS – 1. Themenweg auf „Gottes Spuren“ Bad Feilnbach, Parkplatz Jenbachhalle, Ackerpointstraße, 7 Stationen, 250 m Gehstrecke, geräumte Wege (Infos: Bad Feilnbach- Tourismus; Tel.: 0 80 66 / 1444.) 2. Weihnachtliche Begegnung zwischen Stubn-Musi und klassischer Salonmusik, Kurhaus Bad Aibling, Wilhelm- Leibl-Platz 1, Eintritt frei, Sa. 26. Dez., von 15 bis 17 Uhr (Infos: Bad Aibling-Tourismus; Tel.: 0 80 61 / 90 800). 3. Advent in Brannenburg. Stimmungsvolle Musik (Zither, Flöten, Bläser), Stände mit Weihnachtsdekoration, Gebäck, Maroni, Glühwein. Kirchplatz, 19.12. ab 15 Uhr (Infos: Brannenburg-Tourismus; Tel.: 0 80 34 / 45 15).

KARTE – Kompass-Karte 8, Tegernsee, Schliersee.

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