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Was für eine Schau: Auf dem Weg zum 2574 Meter hohen Rosskopf wandert man über aussichtsreiches Kammgelände.

Zillertal

Skitour zum Rosskopf: Ein Finale vom Feinsten

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Der Winter neigt sich langsam seinem Ende zu, viele Skigebiete – sofern sie nicht auf einem Gletscher liegen – stellen mit dem Ende der Osterferien nach diesem Wochenende den Betrieb ein.

Noch eine Woche länger, bis zum 10. April, laufen jedoch die Lifte in Hochfügen im Zillertal: Der Start in fast 1500 Metern am Talschluss des Klausbodens macht’s möglich. Und nicht nur bei den Pistenfahrern ist Hochfügen angesagt, auch bei den Skiwanderern: Die finden mit dem 2574 Meter hohen Rosskopf eine interessante Tour. Vielleicht ein idealer Ausflug für die ganze Familie: Die einen gehen auf Skitour, die anderen pisteln. Wobei solche Kombinationen Kompromissbereitschaft erfordern, unter anderem auch, weil die Tourengeher wegen der Lawinenlage meist sehr früh unterwegs sind. Insofern trifft es sich ganz gut, dass in Hochfügen an den Wochenenden das „Early-Bird-Skifahren“ schon um 7.45 Uhr beginnt. Da können diejenigen, die den Rosskopf besteigen, zeitig genug losmarschieren, und die anderen, die es gemütlicher angehen lassen, nach einem Frühstückskaffee die morgendlich leeren Pisten unter die Ski nehmen. Zum Rosskopf startet man ganz hinten im Talschluss, beim 8er-Jet. Unter der Gondelbahn hindurch geht’s auf den breiten Almweg zur Pfundsalm (Niederleger), im Winter übrigens eine Rodelbahn und auch insofern eine Kombinations-Option, die ersten Meter gemeinsam zu absolvieren. Spätestens an den idyllisch gelegenen Hütten der Pfundsalm trennen sich aber die Wege.

Purer Genuss auf den letzten Metern

Und hier beginnt lawinenrelevantes Terrain. Während die Skitouren zu Marchkopf und Kraxentrager direkt beim Niederleger abzweigen, folgt man zum Rosskopf der Almstraße noch ein Stück, allerdings nicht ganz bis zum Mittelleger. Etwas vorher werden der Finsingbach überquert und die Aufstiegsspur durch die kuppierten Hänge zum südöstlich gelegenen Sidanjoch (2127 m) mit einem turmartigen Steinmann gelegt. Von hier aus ist der Rosskopf-Gipfel im Südwesten schon zu sehen, am Ende eines geschwungenen Bergrückens thronend. Die 400 Höhenmeter dorthin sind purer Genuss, denn bei relativ sanfter Steigung (bis auf die letzten Meter) bleibt genug Muße, den Blick nach links schweifen zu lassen über die Rastkogelhütte hinweg zu den Dreitausendern des hinteren Zillertals. Für die Abfahrt gibt es, je nach Lawinenlage, zwei Möglichkeiten. Die sicherere Variante ist es, auf der Anstiegsroute via Sidanjoch zurückzukehren. Allerdings bereitet das Skifahren am Kamm entlang nur mäßig Freude. Spannender: direkt vom Gipfel nach Norden durch zwei steilere Schneerinnen (35 Grad) in fortan moderateres Gelände. Doch muss die Lawinenlage passen – heuer im Januar gab es dort einen tödlichen Lawinenunfall. Ebenso immer mit kritischem Blick zu beäugen ist die Passage zwischen Mittel- und Niederleger der Pfundsalm: 2009 hatte dort ein Münchner Ehepaar Brotzeit gemacht, als sich an den Sonnenhängen oberhalb eine riesige Grundlawine löste und die beiden in den Tod riss. Doch einzelne Schreckensmeldungen sind natürlich nicht die Regel: Wer zeitig dran ist und zügig das Tal hinausrutscht, kommt heil wieder in Hochfügen an. Gerade richtig, um sich zum Mittagessen mit den Pistenfreunden zu treffen.

ROSSKOPF (2574 METER)

ANFAHRT – Entweder über Bad Tölz oder den Tegernsee und weiter über den Achenpass ins Inntal. Oder dorthin via Autobahn München – Inntaldreick – Kufstein – Innsbruck bis zur Ausfahrt Wiesing. Bei Wiesing auf die ZillertalBundesstraße, kurz hinter Fügen zweigt rechts die Straße nach Hochfügen ab. 

TOUR – Start in Hochfügen beim 8er-Jet. Auf Almstraße zum Pfundsalm-Niederleger, weiter nach Südosten zum Sidanjoch und entlang des kuppierten Kammverlaufs zum Rosskopf. 

CHARAKTER/RISIKO – Landschaftlich sehr schöne und aussichtsreiche Skitour. Für die Direktabfahrt vom Rosskopf nach Norden sind wegen der bis zu 35 Grad steilen Rinnen gleich zu Beginn stabile Schneeverhältnisse unerlässlich. Lawinenkundliches Beurteilungsvermögen und Lawinensicherheitsausrüstung erforderlich. 

KARTEN – Freitag & Berndt WK 151, 152 und 5152; Kompass Blatt 37 und 28.

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