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Besonders Tiefschnee-Fans müssen sich die Lawinengefahr bewusst machen.

Lawinen vermeiden

Freeriding: Tipps zum Tiefschneefahren

Immer mehr Skisportler zieht es zum Tiefschneefahren abseits der gesicherten Pisten. Aber Vorsicht: Dort ist die Lawinengefahr besonders groß. So schützen Sie sich:

Die Lektüre des Lawinenlageberichts, eine genaue Beobachtung der  Wetterentwicklung, die richtige Schutzausrüstung  sowie ausreichende Vorsichtsmaßnahmen  sind Pflicht!

Wichtig: Wetterbericht und Geländebeurteilung

Die wichtigsten Faktoren bei der Vorbereitung sind der Wetterbericht (Informationen zu Wind, Niederschlag und Temperatur), die Geländebeurteilung mit einer Karte (inklusive Hinweisen zu Absperrschildern, Hangneigung, -form und -exposition) sowie die Teilnehmer selbst. Ausschlaggebend ist auch die Anzahl der Gruppenmitglieder, ihr Können sowie ihre physische und psychische Verfassung, auch unter Beachtung möglicher gruppendynamischer Prozesse. Die richtigen Entscheidungen in kritischen Situationen zu treffen, sind nur demjenigen möglich, der sich mit den Risiken auseinandergesetzt hat.

Lawinenlagebericht studieren

Der Hauptfaktor für bestehende Lawinenrisiken ist und bleibt die Natur an sich: der Schneedeckenaufbau, die Wetterentwicklung und die Hanglage. Für alpine und hochalpine Unternehmungen im Winter ist es generell unerlässlich, vor einer Tour immer den Lawinenlagebericht (LLB) als Planungsgrundlage heranzuziehen. Der LLB gibt Auskunft über die aktuelle Lawinensituation, die Schneeverhältnisse für bestimmte Regionen und den Grad der Lawinengefahr. In den Alpenländern gilt die europäische Lawinengefahrenskala mit fünf Gefahrenstufen. Leuchtet an den Panoramatafeln in den Skigebieten die Lawinenwarnleuchte auf, in Deutschland ist dies ab Lawinenwarnstufe 3 der Fall, haben Wintersportler abseits der gesicherten Pisten nichts verloren!

Die richtige Ausrüstung

Die richtige Ausrüstung ist ebenfalls wichtig: Im Gegensatz zu den gängigen Pistenmodellen sind Freerideski wesentlich breiter. Das garantiert eine größere Auftriebsfläche, sodass der Skifahrer besser auf dem Powder gleiten kann. Unbedingt dabei sein sollten bei jeder Abfahrt abseits der gesicherten Pisten ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Lawinenschaufel und eine Lawinensonde. Diese Rettungsausrüstung gehört dabei aber nicht nur ins Gepäck, sondern sollte auch von jedem Tiefschneefahrer korrekt angewendet werden können. Zusätzlich empfiehlt sich das Tragen von Helm, Rückenprotektor und Lawinenairbag. Die meisten Wintersportler sind sich der Gefahren oftmals nicht bewusst. Daher ist es wichtig, Grundlagen des Risikomanagements in Lawinenseminaren unter Anleitung von Bergführern zu erlernen. Dabei erfahren Wintersportler Wissenswertes zur richtigen Ausrüstung, Tourenplanung, Schnee- und Lawinenkunde und Interpretation des Lawinenlageberichts.

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