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Das Angebot an Freeskiern ist groß. Um die Übersicht zu behalten, haben wir für Sie die vier Haupteinsatzbereiche im Freeskiing und dazu passende Modelle zusammengefasst.

Die Modelle im Check

So finden Sie den passenden Freeski

Es gibt sie in allen Längen, Breiten und Shapes: Die Auswahl an Freeskis ist enorm. Damit Sie den Überblick behalten, stellen wir einige Modelle für die vier Haupteinsatzbereiche vor.

Um ein wenig Klarheit und Struktur in die Angebotsvielfalt zu bekommen und bei der Auswahl des passenden Modells zu helfen, grenzen wir für Sie die vier Haupteinsatzbereiche im Freeskiing ein. Woran man erkennt, ob ein Ski den eigenen Bedürfnissen gerecht wird, erklären wir in den folgenden Zeilen.

Allmountain-Freerider

Wer nicht für jeden Einsatzbereich einen Spezialisten im Skikeller stehen haben möchte, aber dennoch ein möglichst großes Spektrum abdecken will, wird beim Allmountain-Freerider fündig. Die Aufgabe an die Entwickler lautet also: Vereint das Beste aus allen Welten in nur einem Skimodell. Keine einfache Angelegenheit, denn was im knietiefen Powder optimal funktioniert, sorgt auf der Piste meist für Frust. Deshalb ist ein guter Kompromiss gefragt. Am besten gelingt dieser Modellen mit einer Mittelbreite zwischen 90 und 100 Millimetern. In Kombination mit einer etwas ausgeprägteren Taillierung lassen sich auch auf der Piste noch relativ kleine Radien und damit ein wendiges Fahrverhalten realisieren. Kaum zu glauben, bedenkt man, dass man mit einem Ski mit 98er Mittelbreite vor ein paar Jahren noch als verirrter Wasserskiläufer angesehen wurde. Da verwundert es nicht, dass eben dieses für heutige Verhältnisse moderat breite Modell immer noch reichlich Auftrieb im Tiefschnee generieren kann. Besonders in Kombination mit dem kaum mehr wegzudenkenden Rocker an der Schaufel.

Auch einen sogenannten „Taper“ weisen Allmountain-Freerider zunehmend auf. Dabei sind die breitesten Punkte der Schaufel und des Hecks in Richtung der Bindung verschoben. Dadurch wird der Ski weniger anfällig für das Verhaken bei der Kurvenfahrt – besonders bei windbeeinflusstem Tiefschnee. Entsprechend beliebt sind Modelle dieser Kategorie deshalb als abfahrtsorientierter Tourenski.

K2 Annex 98

Auf der Haben-Seite des Annex 98 stehen viele Features, die für einen Allrounder notwendig sind. Eine leichte Titanlegierung sorgt für einen straffen Flex und Kontrollierbarkeit, der leichte Rocker in Verbindung mit Taper an Tip und Tail für die Geländetauglichkeit.

Park

Freestyle oder auch Slopestyle Skiing. Sprich: Über Kicker springen, Metallgeländer und Boxen in und teilweise sogar außerhalb der Snowparks rutschen. Hierfür muss der passende Ski ganz besondere Eigenschaften aufweisen. Viele Tricks werden heutzutage rückwärts angefahren bzw. gelandet, daher ist beim Park Ski nicht nur die Schaufel, sondern auch das Skiende aufgebogen. Dadurch und dank der teils komplett symmetrischen Taillierung erhält der sogenannte Twintip Ski seine bidirektionale Ausrichtung. Für die Tricks ist Wendigkeit gefragt. Diese erhält ein Parkski durch die vergleichsweise geringe Breite von meist nicht viel mehr als 80 bis 90 Millimetern.

Hinsichtlich Vorspannung und Flex spalten sich die Lager. Sogenannte Jibber, die in erster Linie auf Rails und Boxen unterwegs sind, greifen gerne zum weichen Parkski mit leichtem Tip- und Tailrocker, sowie neutraler Vorspannung unter der Bindung. Die Freestyler, die sich hingegen auf große Kicker spezialisieren, wissen den Kantengriff und die Laufruhe zu schätzen, die ein harter Twintip mit klassischer Vorspannung und ohne Rocker bietet. Beiden gemein ist die sehr zentrale Bindungsposition.

Rossignol Scratch

Mit dem Scratch trafen die Franzosen bei der Markteinführung den Nerv der Freestyler. Das Konzept des Ski mit der 84 Millimeter Taille und durchgängig klassischer Biegelinie bediente damals und heute die beiden großen Lager innerhalb der Parkszene. Sowohl beim Jibben als auch beim Sprung über die Kicker erweist er sich als passende Wahl.

Big Mountain

Erfahrene Freerider, die sich in technisch anspruchsvollem Gelände und bei hohen Geschwindigkeiten wohlfühlen, kann man in die Sparte „Big Mountain“ stecken. Charakteristisch und auf den ersten Blick ersichtlich für das geeignete Skimodell ist die Länge. Um auch bei schnellerer Gangart stabil die Spur halten zu können, sollte der Ski circa zehn Zentimeter über Körpergröße gewählt werden. Für groß gewachsene Fahrer nicht immer ein leichtes Unterfangen. Dennoch gilt: Je länger der Ski, desto spurtreuer verhält er sich im Gelände. Neben der Länge, ist der Flex ausschlaggebend. Um bei wechselnden Schneebedingungen stets die Kontrolle behalten zu können, sollte der Ski straff abgestimmt sein. Zwar wird dem Fahrer dadurch ein höherer Kraftaufwand abverlangt, belohnt wird er jedoch mit einem souveränen und in jeder Lage verlässlichen Fahrverhalten. Der Ski soll sich schließlich von unerwarteten Schlägen im Gelände und windgepresstem Schnee nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ebenfalls vorteilhaft: ein ausgeprägter Rocker an der Schaufel. Dieser erleichtert nicht nur das Aufschwimmen im Tiefschnee, auch Unebenheiten werden damit regelrecht glattgebügelt. Sollte der Untergrund – wie leider viel zu oft – nicht locker flockig, sondern hart gepresst sein, kann man sich auf den Grip der zumeist klassischen Vorspannung im Bindungsbereich verlassen.

Charakteristisch ist auch die moderate Taillierung um die etwa 110 bis 120 Millimeter breite Skimitte und das meist flache Tail. Daraus resultiert ein vergleichsweise großer Kurvenradius, der den ambitionierten Freeridern in die Karten spielt. Denn Zöpfe flechten im Kurzschwung war gestern – heutzutage lautet die Devise: langgezogene Highspeed Turns im Powder.

Movement Super Turbo

Ein beliebter Vertreter aus dem Big Mountain Lager. Über die Jahre hinweg konnte der Super Turbo mit seiner Tempostabilität und der dennoch beherrschbaren Charakteristik für einen Ski seines Kalibers diverse Awards einheimsen. Mit 115-120 Millimeter Breite und bis zu 1,98 Meter Länge bietet er auch ausgewachsenen Mannsbildern Reserven in Sachen Fahrperformance.

Freeride/Powder

Wer gerät bei den allgegenwärtigen Videos und Fotos von tief verschneiten Powderabenteuern nicht ins Schwärmen und möchte es den Helden der Leinwand gleich tun? Der Traum vom schwerelosen Gleiten auf den Schneekristallen versammelt Freerider und solche die es werden wollen im Hochwinter Woche für Woche an den Lifteinstiegen. Damit es – auch für den Durchschnittsfahrer – nicht beim Traum bleibt, haben die Entwickler der Skifirmen in den vergangenen Jahren viel Grips investiert. Freeride Ski erhielten einen weit in Richtung Bindung reichenden Rocker und enorme Mittelbreiten teils jenseits der 130 Millimeter. Damit wurde es selbst Anfängern regelrecht unmöglich, im Powder nicht aufzuschwimmen.

Die modernsten Vertreter dieser Gattung gehen jedoch im Hinblick auf die Breite wieder einen Schritt zurück, siedeln sich im Bereich um 115 bis 120 Millimeter an und weisen meist Taper an Tip und Tail auf. Je nach gewünschter Charakteristik wird von den Entwicklern mit der Taillierung und der Vorspannung gespielt, so dass diese zunehmend von klassischen Werten abweichen. Exoten lehnen sich sogar an die Formgebung von Surfbrettern an, sodass der Ski im tiefen Pulver besonders spielerisch agiert, auf der Piste jedoch zur Geduldsprobe werden kann. Aufgrund der enormen Vielfalt und teils ungewöhnlichen Konzepten ist der Praxistest am hilfreichsten, um sich ein fundiertes Urteil zu bilden.

Völkl Two

126 Millimeter unter der Bindung, Taper und eine durchgängig negative Vorspannung – damit ist der Völkl Two geradezu prädestiniert, um spielerisch durch den Powder zu cruisen. Wer das vielerorts beschriebene "Surfgefühl im Tiefschnee" erleben möchte, findet mit dem Modell einen passenden Begleiter. Wer sich an die Dimensionen und die Biegelinie gewöhnt hat, kann damit auch auf den Pistenstücken zwischen den Powder Runs eine überraschend gute Figur machen.

Von Hansmartin Kudlinski

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