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Mit vollem Speed in die Kurve oder gewagten Jumps über Schanzen: in Bikeparks warten vielerlei Herausforderungen.

Der perfekte Flow

Ganz viel Adrenalin: Bikeparks zum Austoben

München - Immer mehr Mountainbiker suchen bergab ihr Glück auf zwei Rädern. Die tz stellt die wichtigsten Bikeparks vor und unterzog zwei davon einem ausführlichen Praxistest.

Immer mehr Mountainbiker suchen bergab ihr Glück auf zwei Rädern. Sie wollen sich in Steilkurven, über Brücken und Schanzen beweisen. Mit viel Speed, aber möglichst ohne Blessuren. Helm und Protektoren sind deshalb ein Muss. Wenn das Adrenalin dann beim Fahren durch den Körper rauscht, erlebt ein Downhiller seinen Moment vom großen Glück: den perfekten Flow. Immer öfter sprießen deshalb Bikeparks oder spezielle Trails aus dem alpinen Boden. Auch viele Liftgesellschaften haben sich inzwischen auf die Bedürfnisse der Rider eingestellt. Sporthändler vor Ort bieten Bikes samt Ausrüstung zum Verleih, Bikeschulen Technik- und Trainingsworkshops für diesen schnellen, variantenreichen Trendsport.

Bikeparks zum Austoben

Bikepark Lenggries

Am Streidlhang am Brauneck in Lenggries können Downhiller, Freerider und Slopestyler im kleinen, aber feinen Bikepark auf fünf Hauptstrecken Spaß haben. Neu in diesem Jahr: eine 700 Meter lange Flow Line, eine umgebaute SlopeStyle-Area, eine neue Dirtline und ein HighHeel Drop. Hinauf geht’s per Schlepplift oder Bike. Preis: Tageskarte 20 Euro*, 10 Fahrten 16 Euro* (inklusive Liftgebühr) Infos: www.bikepark-lenggries.com

Bikepark Samerberg, Chiemgau

Der Samerberg ist mit seinen über 200 Kilometern erschlossenen Bikewegen an sich schon einen Ausflug wert. Der familientaugliche Bikepark Samerberg lockt Cross-Country-Fahrer und Freerider aller Könnensstufen. Hinauf geht es mit dem Sessellift der Hochriesbahn oder per Bike. Neu ist in 2012 ein Slopestyleparcour. Preise: Tageskarte für Bikepark 10 Euro*, 10-Punktekarte Lifttransport 15 Euro* Infos: www.bikepark-samerberg.de

Bischofsmais, Bikepark Geißkopf

Seit dreizehn Jahren ist der Bikepark im Bayerischen Wald das Mekka für Anfänger, Hobby- und Profibiker. Freeride, Dual-Slalom, Downhill, BikerX, Cross Country, Übungs- und Kinderparcours im Tal – unter den 12 Strecken findet jeder die passende Strecke. Neu ist der Evil Eye Flow Country Trail. Hinauf geht es mit der Geißkopfbahn und einem Schlepplift. Preise: Biker-Liftkarte 27,50 Euro* (Tageskarte) Infos: www.bikepark.net

Bikepark Hindelang, Allgäu

Im Bikepark Hindelang im Allgäu an der Hornbahn warten drei Routen mit insgesamt 12 Kilometern: Blue course, Yellow course oder Green course. Nur für absolute Spitzenfahrer ist der Black course inklusive Northshore Trail zu empfehlen. Dazu gibt es im Tal einen Dirtpark und Kinderparcour samt Kinder-Bikeschule, wo die Kids auf verschiedenen Fahrbelägen spielerisch Technik erlernen. Preise: Tageskarte Hornbahn 22 Euro* inklusive Parknutzung Infos: www.bikepark-hindelang.de

Leogang, Tirol

Im Bikepark Leogang in der Alpinwelt Saalfelden Leogang, einem der größten Bikeparks Europas, geht es sportlich voll zur Sache. Dort trifft sich die internationale Szene. Hinauf geht es mit der 8er-Kabinenbahn, hinunter auf acht verschiedene Strecken. Neu ist ein Bagjump. Dazu wartet für die Kids ein Mini Bikepark. Preise: Tageskarte 32,50 Euro* Infos: www.bikepark-leogang.com *Alle Preise für Erwachsene

Zwei Bikeparks im tz-Praxistest

Christina aus München ist begeisterte Mountainbikerin. Sie fährt leidenschaftlich gerne Singletrails und tobt sich regelmäßig in Bikeparks aus. Für die tz war sie vor kurzem im Bikepark Samerberg und Geißkopf unterwegs. Ihre Eindrücke:

Samerberg: Eine schöne Strecke mit viel Flow, zahlreichen Kurven und Anlieger. Starkes Abbremsen vor den Kurven ist nicht nötig, so dass man hier maximalen Flow genießen kann. Die Bodenwellen laden zum Abspringen ein. Der Sprung unter dem Lift wurde für diese Saison verändert. Letztes Jahr landete man voll im Flachen. Jetzt ist die Landung perfekt und der Sprung richtig schön. In der Mitte der Strecke gibt es auch eine Spielwiese mit einer Table Line, die auch für Spring-Anfänger gut geeignet ist. Das untere, jetzt überarbeitete Viertel der Strecke erinnert an einen Four-Cross Kurs. Mutige Anfänger können hier mit viel Schwung drüber fahren.

Fazit: Insgesamt eine Strecke, auf der jeder Biker – ob Anfänger oder Profi – seinen Spaß haben kann. Der Bikepark ist von München auch schnell erreichbar. Ein bisschen nervig ist der extrem langsame Lift, weshalb der Bikespaß dann auch ein bisschen teuer ist, weil man vor allem in Stoßzeiten mehr ansteht anstatt runterzufahren.

Geißkopf: Hier gibt es für jede Könnenstufe etwas. Meine Favoriten: bei trockenen Bedingungen die steinige und wurzelige Freeride-Strecke durch den Wald, die man von der Bergstation bis ganz runter fahren kann. Optional kann man ab der Mitte zur Fourcross Strecke wechseln. Wenn es nass ist, ist mir die Strecke etwas zu rutschig. Auch sehr spaßig: der Evil Eye Flow Country, der für diese Saison ausgebaut wurde und jetzt schon ab der Bergstation anfängt. Schade: Leider geht die Strecke bisher noch nicht bis ganz runter, daher muss man am Ende auf dem Forstweg runterrollen. Lustig ist auch die Brechsand- Strecke ab der Mittelstation, perfekt zum Springen üben und zur Kurventechnik-Optimierung. Die Downhillstrecke ist mir persönlich zu anspruchsvoll. 

Fazit: Die Strecken sind echt vielseitig, durchdacht gebaut und es gibt hier sogar zwei Lifte. Zudem kann man auf dem Parkplatz gegen Kurtaxe nahezu kostenfrei übernachten und es gibt sogar Strom. Die Stimmung abends ist dort super. Einziges Manko: keine Dusche.

Petra Rapp

Quelle: tz

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