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Spektakulär spannt sich die Hängebrücke über die Faukenschlucht – ein kleiner Nervenkitzel auf unserer aussichtsreichen Wanderung.  

Garmisch-Partenkirchen

Luftige Höhen: Spannende Frühlingstour

Ein wenig Nervenkitzel ist immer gut: Eine spektakuläre Hängebrücke überspannt die Faukenschlucht oberhalb von Partenkirchen, danach geht's zur Gams- und Eckenhütte.

Los geht’s auf der Sonnenseite des Olympiaorts unterhalb des Wank. Über den Kreuzweg steigt man hinauf zur herrlich gelegenen Wallfahrtskirche St. Anton. Vorbei am Garmisch-Partenkirchner Kletterwald gewinnt das Sträßchen immer mehr an Höhe. Über schattige Schneereste quert der Weg die waldigen Südwesthänge des Wank und den Kesselgraben mit seinen kleinen Wasserfällen. Nach über 300 Höhenmetern Aufstieg ist der höchste Punkt der Tour erreicht: die freien Almwiesen der Eckenhütte.

In 40 Meter Tiefe fällt der Blick

Auf zahlreichen Bänken lässt sich hier rasten und das unvergleichliche Panorama genießen. Das Wettersteingebirge glänzt mit seinen noch winterlichen Nordseiten und den klassischen drei großen Gipfeln: Dreitorspitze, Alpspitze und Zugspitze. Dazwischen unzählige Spitzen und Felszacken, ganz rechts im Westen grüßen Daniel und Kramermassiv. Und unten breiten sich die Skisprungschanze und die Häuser der Marktgemeinde im Miniaturformat aus. Dahinter ziehen die Skifahrer noch ihre Schwünge an Hausberg und Kreuzeck. Auf einem schönen Steig geht es anschließend hinunter zur Gamshütte. Wer hier auf der Hüttenterrasse einkehren will, hat weiter das großartige Panorama vor Augen. Und im weiteren Wegverlauf auch eine technische Meisterleistung: Seit 2012 gibt es die aufsehenerregende Hängebrücke über der Faukenschlucht. 55 Meter ist sie lang und der Blick fällt fast 40 Meter hinab zum Bach. Wer nicht schwindelfrei ist, wird hier tief durchatmen, doch die beidseitig stabilen Geländer vermitteln Sicherheit. Eine Informationstafel erklärt die Entstehungsgeschichte der Brücke, deren Realisierung erst durch Sponsoren und eine kreative Werbekampagne möglich wurde. Am sonnigen Hasenböderl kann man anschließend eine von Schülern gebaute, begehbare Sonnenuhr bewundern. Wer hier die Uhrzeit ablesen will, muss selbst aktiv werden! Links erklärt eine Tafel die Tourismusgeschichte von Garmisch-Partenkirchen. Gab es im späten 19. Jahrhundert noch wenige Tausend Gäste im Jahr, so sind es heute rund hundert mal so viele. Gemütlich kann man nun über den ebenfalls neu angelegten Sunnaweg, der von der Mittelstation der Wankbahn herab kommt, ins Tal wandern. Noch einmal kann man an einer Bank und Tafel Lehrreiches über das Klima in den Alpen erfahren, dann sind die ersten Häuser von Partenkirchen erreicht. Am traditionsreichen Floriansplatz mit dem schönen Brunnen herrscht angenehme Ruhe – im 28.000 Seelen-Markt keine Selbstverständlichkeit! Sich in den Trubel des Ortes zu stürzen, lohnt nach der Tour dennoch: Im Aschenbrenner-Museum von Garmisch, in dem Porzellan, Puppen und Krippen ausgestellt sind, läuft noch bis Ende April eine Sonderausstellung über Schokolade. Und im Garmischer Kurhaus kann die Dauerausstellung über den hier geborenen weltberühmten Kinder- und Jugendbuchautor Michael Ende Groß und Klein begeistern. Innen gibt es unter anderem einen „Bücherhimmel“ und Räume über Jim Knopf und Momo, draußen im Park grüßt ein kleiner Grashügel mit Kopf – die „uralte Morla“ aus der Unendlichen Geschichte.

Anfahrt

A 95 München – Garmisch-Partenkirchen. B 2 Richtung Innsbruck und weiter in der Ortsmitte nach Partenkirchen. An der Sebastianskirche rechts über die Ludwigstr. und links in die Sonnenbergstr. Links in die Prof- Michael-Sachs-Str. und oben „am Gipsbruch“ parken. Bahn: Vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen Bus 3/5 zur Sebastianskirche, von dort wie oben über Ludwig- und Sonnenbergstr. weiter zum Ausgangspunkt.

Tour

Gehzeit: 2 bis 2,5 Stunden, Höhenunterschied ca. 350 Meter. Gute Wege, doch wegen schattiger Schneereste ist gutes Schuhwerk empfohlen! Verlauf: Vom Parkplatz die Straße hinab und rechts in den Brunnhäuslweg (Wegweiser Wankbahn). Auf dem Kreuzweg rechts hinauf zur Kirche St. Anton. Danach links zum Berggasthof Panorama und von dort die Straße weiter bergauf. Nach dem Kletterwald auf Forststraße aufwärts, dann rechts ab Richtung Gams- und Eckenhütte. Längere Zeit bergauf bis zur freien Grasfläche der Eckenhütte. Von dort (Wegweiser) bergab zur Gamshütte (Einkehr). Von der Hüttenterrasse auf der anderen Seite weiter, am Spielplatz vorbei und nach den Steinhaufen rechts zur Hängebrücke. Nach Querung der Brücke bergauf und nach der Infotafel rechts in den „Sunnaweg“ (oder erst zu der Tourismus- Infotafel, die breite Forststraße rechts hinab und bald bei einem Fahrradverbotsschild rechts auf den Sunnaweg im Wald). Vorbei an einer Infotafel über das Bergklima hinab zum Ort. Bei den ersten Häusern erst links, dann rechts hinab. Über Prof-Michael-Sachs-Str. zurück zum Parkplatz am Gipsbruch.

Tipps

  • Erste Schokolade-Ausstellung im Aschenbrenner- Museum in Garmisch-Partenkirchen: Dienstag bis Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr. Adresse: Loisachstraße 44, Tel.: 0 88 21 / 730 31 05: Internet: www.museumaschenbrenner. de/sonderausstellungen_aktuell.html
  • Michael-Ende-Dauerausstellung: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr. Adresse: Fürstenstraße 14 im Kurhaus im Kurpark Garmisch; Tel.: 0 88 21 / 18 07 90.
  • 3. In Partenkirchen: Werdenfels-Museum; Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; www.werdenfels-museum.de
  • 4. Richard-Strauss-Institut mit Ausstellung: Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr; www.richard-strauss-institut.de

von Christian Rauch

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