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Der Schönwetter-Klassiker: Erst Baden, dann dem Sonnenuntergang zuschauen am Starnberger See bei Percha.

Übers Wasser radeln

Ausflug zwischen Starnberg und Leutstetten

Null Stress: Ein Radweg über 18 flache Kilometer ab S-Bahn auf breiten Stegen durch ein idyllisches Moos. Eine altrömische Villa zur Besichtigung unterwegs.

Ein Bad, Strände und am Ende ein wenig Kultur in Starnberg: Wenn das keine ideale Tour für alle ist! Der Ausflug nach Leutstetten vereint dabei die reizvollen Kontraste zwischen ruhigem Hinterland und quirligem Stadtleben. Und wenn man sich überlegt, dass man eigentlich über die Wasserflächen des einst viel größeren Starnberger bzw. Würmsees fährt, dann macht das ganze noch mehr Spaß. Weil die Römer bekanntermaßen schon sehr früh genau wussten, wo’s schön ist, sind ihre Spuren natürlich auch hier zu finden.

Villa Rustica im Leutstettener Moos 

1978 werden die ersten Funde aus dem Leutstettener Moos dem Denkmalamt gemeldet, vor zwölf Jahren erschließt man dann die Villa Rustica aus dem 2. Jahrhundert archäologisch und touristisch. Ob das wohl dem einstigen Gutsherren gefallen hätte? Ein Veteran der römischen Armee hat hier so um das Jahr 133 sein schickes Anwesen, das man noch gut einsehen kann. Vermutlich ist es „Publius Iulius Pintamus, Sohn des Gaius, aus der Tribus Quirina, aus Braga in der Provinz Hispania Citerior“ gewesen, wie eine Inschrift bei der Leustettener Kirche nahelegt.

Der Portugiese diente als Rittmeister in einem Reiterverband und als Ratsherr der Stadt Aelia Anto: „Dem besten Ehemann und sich selbst setzte seine Gemahlin Clementia Po(m)peia zu Lebzeiten“ ein Grabmal. Rund 50 Jahre wird der Hof bewirtschaftet, Pintamus und seiner einheimischen Frau muss es richtig gut gegangen sein: Wer, wie er, im Stadtrat gesessen ist, war vermögend. Das beweist das Anwesen: Im Hypocaustum, dem Bad mit Fußboden- und Wandheizung, sowie mittels der Fundstücke in den Vitrinen kann man der Kultur und der exzellenten Technik der Römer nachspüren.

Zu Pintamus’ Zeiten reicht der Starnberger See bis unter sein Anwesen samt Mühle, Brunnen und mehreren Häusern. Von dort aus kann er fast hinüberschauen zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Bratananium (Gauting) und der Straße von Augusta Vindelicorum (Augsburg) nach Iuvavum (Salzburg). Die Armee kann bei ihm vermutlich Vorräte kaufen, Veteranen wie er sorgen in den Provinzen für Wohlstand und Sicherheit.

Von der frei zugänglichen Villa Rustica aus hat man noch heute einen Überblick über das Moos: An dessen Beginn steht jetzt das Leutstettener Schloss aus dem 16. Jh., das König Ludwig III. umbauen lässt. Zu seiner Zeit ist hier immer noch ein See, gespeist aus der Würm. Auf der Radtour kann man die Ausmaße des einstigen Würmsees erspüren: Auf bestens ausgebauten Stegen geht es trockenen Fußes durch das Moos, direkt bis zur Würmmündung. Unterwegs erzählen Infotafeln Spannendes zur Flora des Gebietes am Rande der Eiszeit-Gletscher.

Am Ende des Mooses fällt die Wegwahl schwer: Gleich zur Einkehr? Oder zum Baden nach Percha? Oder doch nach Starnberg, Promenaden-Flair genießen? Wer immer noch nicht ausgelastet ist, auf den wartet die Geschichte der Stadt und des Sees: entweder im Museum oder auf einem Kulturspaziergang. Danach kann man sich ja dann auf seinen Zugsitz fallen und staufrei wieder nach Hause fahren lassen.

Von Freia Oliv

DURCHS LEUTSTETTENER MOOS

ANFAHRT – Auto: A 95 bis Starnberg, Abzweig nach Gauting bis Abzweig nach Leutstetten bis Parkplatz. Bahn: S 6, Starnberg Nord.

TOUR – Rundtour durchs Moos: ca. 12 km, leicht (Radwege und Teer), flach. Abstecher (Hin und Rück) nach Percha ca. 3 km, nach Starnberg ca. 3 km. Verlauf: Start ab Bahnhof Nord (Park & Ride) nach Norden in den Hans-Zellner-Weg, dann Radweg zuerst links, dann rechts entlang der Gautinger Str. bis Leutstetten.
Nach der Würmbrücke rechts ab in die Altostr. nach Leutstetten, dort nach dem Gasthaus rechts ab in die Wangener Str. Am Marterl rechts ab und die Straße / den Forstweg gerade ins Leustettener Moos.
Nach ca. 2 km rechts ab zum kleinen Stichweg zur Villa Rustica (ausgeschildert). Auf diesem zurück zum Hauptweg, über die Brücke, im Wald an der Kreuzung rechts und durchs Moos dem Radweg folgen nach Süd / Starnberg. Ab den ersten Häusern von gerade weiter (Birkenweg). Dann rechts der Autobahn den Radweg nehmen, am Minigolfplatz vorbei über die Würm.
Ab hier 3 Varianten: 1. Wer gleich zurück will, kann rechts der Beschilderung Bf. Nord über die Petersbrunner Str. folgen.
2. Abstecher zum Badeglände Percha: Nach links an der Fußgängerampel die Münchner Str. überqueren, gleich nochmals links (Fußgängerampel) die Strandbadstr. überqueren. Gerade auf dem Radweg südlich der Autobahn zurück die Würm überqueren, sofort danach rechts ab und auf dem Schiffbauerweg zum Strand. Gleicher Weg zurück, da auf dem Weg am See Radverbot herrscht und über Zugbrücken getragen werden muss.
3. Weiterweg nach Starnberg Zentrum: Weiterfahrt in der Strandbadstr. und weiter rechts auf dem Nepomukweg, Radweg unter der Bahn durch und danach links den Radweg bis zum Bahnhof See. Zur Seepromenade: Die erste Bahnunterführung zur Seepromenade hat Treppen, wer fahren will, nimmt 300 Meter später die Unterführung links zum Undosa. Rückweg zum Bf. Nord am besten vom Bahnhofsplatz rechts ab in die Maximilianstr., am Ende rechts, nach 30 m links auf der Leutstettener Str. (Überquerung Münchener Str.) bis Bf. Nord.

EINKEHR – Gaststätten in Starnberg und Percha: Schlossgaststätte Leutstetten, Altostr. 1; tägl. ab 10 Uhr. Mo. Ruhe; T.: 08151/8156; www.hs-gaststaetten.de

LINKSwww.sta5.de; www.starnberg.de (dort: Flyer zur Villa Rustica und dem Rad-Rundweg); www.kulturwelle5.de.

BADEN – Hallen-/Strandbad Starnberg, Strandbadst. 5, Tel.: 0 81 51 / 12 666; www.wassserpark-starnberg.de

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