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Freie Sicht auf Waakirchen: Ein schöner Wiesenpfad führt durch die eiszeitliche Hügellandschaft zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Vom Löwen zur Venus

Herbstliche Runde im Landkreis Miesbach

Der Bayerische Löwe ist majestätischer Auftakt unserer heutigen Tour, die in dem Dorf Waakirchen – zwischen Bad Tölz und Tegernsee gelegen – startet.

Der eindrucksvolle Leu thront auf einem Steinsockel und schaut trotz schönster Aussicht recht grimmig drein. Dazu hat er auch allen Grund: Das 1905 errichtete „Oberländer Denkmal“ erinnert an ein grausiges Ereignis. Es war Weihnachten 1705, als es den Bauern reichte. Bewaffnet mit Heugabeln, Dreschflegeln, Spießen und einigen wenigen Handfeuerwaffen zogen sie nach München, um den österreichischen Besatzern Beine zu machen. Die Aktion endete verheerend. Etwa 2000 Oberländer wurden von den gut ausgerüsteten Österreichern regelrecht abgeschlachtet. Unter den Opfern waren auch 34 Waakirchner.

Der bayerische Löwe schaut grimmig vom „Oberländer Denkmal“.

Bevor man nun aus dem Ort heraus dem Wegweiser „Hörpointner Weg“ über weitläufige Wiesen folgt, könnte man sich in der Dorfbäckerei neben dem Denkmal noch eine knusprige Brezn als Wegzehrung holen. Gleich hinter den letzten Häusern erfreut dann der Blick über die waldigen Vorgebirgsgipfel in herbstlichem Kleid. Und schon ist man mittendrin in welligen Wiesen, die allesamt ein Überbleibsel der letzten Eiszeit sind. Die Isar- und Tegernsee-Gletscher schufen tiefe Mulden und an den Rändern häuften sich hohe Seitenmoränen auf. So liegt die Gemeinde Waakirchen auf einer beachtlichen Höhe von 759 bis 817 Metern.

Unser Spaziergang führt im Auf und Ab zu einem alleinstehenden Bauernhof in Hörpoint. Danach entdeckt man in einem Tälchen hinter Schilfrohr den nächsten Einödhof. Doch die Route wendet sich gen Osten. Jetzt geht’s durch eine herrlich verfärbte Lauballee, und beinahe übersieht man das versteckt gelegene Angerkircherl mit imposantem Glockenturm. Anschließend wandert man durch den Ortsteil Hauserdörfl, der von weitläufigen Wiesen umgeben ist. In einer Koppel zupfen Pferde genüsslich die letzten frischen Grashalme. Glück hat, wer nun auch kulinarischem Genuss nicht abgeneigt ist. Vielleicht ein Kaffee und etwas Süßes? Zufällig liegt die „Eybel Schokoladenquelle“ direkt am Weg. Feinste Schokoladen- und Pralinenspezialitäten entstehen hier in der hauseigenen Manufaktur. Im Laden fließt eine „Schokoladenquelle“ aus der Wand und verströmt einen herrlichen Duft. Ein weiterer Glanzpunkt der Tour folgt auf dem Weiterweg. Inmitten eines Kreisverkehrs räkelt sich eine glänzende Venus. Zu verdanken ist die Skulptur dem Waakirchner Künstler Otto Wesendonck, dem angeblich ein Mädel aus der Gemeinde Modell stand. Wer der Venus näher kommen will, sollte aber sehr vorsichtig sein – wegen der kreiselnden Autos.

Und wieder geht man an Wiesen entlang und steuert beim Weiler Urschenthal eine kleine Kapelle an. Obwohl sie verschlossen ist, könnte man bei schönem Wetter hier verweilen: Lohn ist ein wunderbarer Rundblick über die ganze Gegend bis zu den nahen Tegernseer Bergen. Am Kircherl vorbei führt dann ein Wiesenpfad, der einen zurück nach Waakirchen bringt.

Von Doris Neumayr

Spaziergang bei Waakirchen

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Weiter B 318 Richtung Holzkirchen, Tegernsee, Bad Wiessee. Nach 13 km rechts auf B 472 Richtung Bad Tölz. In Waakirchen rechts auf Straße „Lindenschmitweg“ bis zur Kirche. Hier begrenzte Parkmöglichkeiten. Bahn: Von München bis Bahnhof Schaftlach mit BOB. Von dort mit Bus 9566 bis Waakirchen (oder Bahnstrecke Holzkirchen- Lenggries). Info: www.bayerischeoberlandbahn.de

TOUR – Länge insgesamt 6 km, 55 Höhenmeter, Gehzeit für die ganze Runde 1,5 bis 2 Std.; überwiegend asphaltierte Wege, ein kurzes Stück über einen geschotterten Feldweg und über einen Wiesenpfad (festes Schuhwerk). Verlauf: Vom „Lindenschmitweg“ zurück zur Bundesstraße. Straße überqueren und bergan bis „Oberländer-Denkmal“. Kurz vor Denkmal rechts, Schild: „Vorbergstraße Hörpointner Weg“. Auf dem „Hörpointner Weg“ geht’s aus dem Ort hinaus. Über wellige Wiesen auf einem asphaltierten Fahrweg zum Einödhöf Hörpoint. Man folgt dem Straßenverlauf bergan (die Straße geht direkt durch das Anwesen Hörpoint, bitte Privatsphäre der Anwohner beachten!) und mündet in einem geschotterten Feldweg. Weiter über Weideflächen, nun wieder auf asphaltiertem Fahrweg (Straße „Urschenthal, Sarreit, Hörpoint“). Man erreicht die Landstraße „Marienbergstraße / Praßberg“), überquert diese und folgt der gegenüber verlaufenden Straße „Am Anger“. Durch eine Lauballee und vorbei am versteckten „Angerkircherl“ im Linksbogen an die Staatsstraße St 2365. Diese überquert man und auf dem Sträßchen „Riederner Weg“ durch den Ortsteil Hauserdörfl. Auf Wiesenflächen erreicht man eine T-Kreuzung. Hier links „Moosrainer Weg“ und vorbei an Pferdekoppeln und der Confiserie „Schokoladenquelle Eybel“. An der nächsten Kreuzung links zum Kreisverkehr (mit Venus-Skulptur). Im Kreisverkehr Richtung „Marienstein“ und auf Gehweg bis zum ersten Rechtsabzweig (Fahrverbot für alle Fahrzeuge). Das Sträßchen führt über Wiesen Richtung Weiler „Urschenthal“. Kurz vor einem Bauernhof erreicht man eine Kapelle und einen Pfad. Auf dem Pfad geht es rechts über Wiesen bis nach Waakirchen. Dort stößt man auf die Staatsstraße St 2365. Diese überqueren, auf Gehweg links zurück zum „Oberländer-Denkmal“. Von hier, auf bekannter Route, zurück zum Ausgangspunkt.

EINKEHR – Schokoladenquelle Eybel, Moosrainer Weg 2-6, Tel.: 0 80 21 / 1036; www.schokoladenquelle.de; Öffnungszeiten Mo-Fr von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sa von 9 bis 12.30 Uhr. Das Café ist samstags zu. Führung inklusive Verkostung nur nach Anmeldung!

INFO – Gemeindeverwaltung Waakirchen, Tel.: 0 80 21/ 90 280; www.waakirchen.de

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