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Wunderbare Blicke auf Antdorf und die Berge genießen Wanderer vom Rainerbichl mit Gedenkstein und Kreuz.

Himmlische Fernblicke

Auf der Betbichlrunde locken Aussichten und Einsichten

Der Jahreszeit alle Ehre macht die neue Betbichlrunde in Antdorf. Wer sie mit einer kurzen Tour durch Rieden kombiniert, erspäht binnen zwei Stunden zwei Kirchen, zwei Kapellen, Feldkreuze und eine Christbaum-Anpflanzung.

Hügel mit Kircherl und Gipfelschau: die Kirnbergkapelle vor Antdorf.

Erste Station ist kurz nach dem Ort die Mariengrotte. Sie wurde auf Initiative des Müttervereins Antdorf angelegt, nachdem die Marienkapelle im Ort 1934 durch Straßenbaumaßnahmen abgerissen worden war. Ebenfalls dem Engagement der Bürger ist der Gedenkstein mit Kreuz am Rainerbichl zu verdanken, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf den Ort und in die Berge genießt. Einst stand auf dieser Anhöhe eine Kapelle. Ein Föhnsturm im Januar 1919 warf eine mächtige Linde direkt auf das kleine Gotteshaus und zerstörte es. Jahrzehnte später taten sich Familien aus Frauenrain zusammen, um den Rainerbichl aufs Neue mit einem Andachtsort zu zieren.

Frauenrain, ein Gemeindeteil von Antdorf, ist nach dem Rainerbichl die nächste Station der Betbichlrunde. Die einstige Wallfahrtskirche mit mittelalterlichem Ursprung erhebt sich stolz über dem kleinen Dorf. Wie bei den anderen Stationen erzählt eine Tafel hier über die historische Vergangenheit und lädt mit Texten, Gedichten und kurzen spirituellen Aussagen zum Innehalten, Nachdenken und Nachfühlen ein. Vor der Frauenrainer Kirche führt die Betbichlrunde über die letzten beiden Stationen am Kirmoos und an der Kirnbergkapelle rasch in den Ort zurück. Daher lohnt es, die Wanderung über Rieden auszuweiten. Ein Sträßchen und ein Feldweg führen von Frauenrain in den erhöht gelegenen Weiler. Dort bietet der Biohof der Familie Wolf eigene Produkte zum Verkauf, zum Beispiel Kartoffeln, aber auch Getreide und Fleisch. Am bekanntesten aber sind sicher die Christbäume, die hier ab Anfang Dezember wieder auf neue Besitzer warten. Auf dem Rückweg nach Antdorf kann man sich persönlich davon überzeugen, dass diese Bäume wirklich aus der Umgebung kommen und überdies ökologisch angebaut werden. Schafe fressen nämlich alles Störende, was zwischen den jungen Tannenbäumchen wächst. Die Bäumchen selbst aber tasten sie nicht an. An einer dieser von den vierbeinigen „Ökorasenmähern“ gepflegten Anpflanzung führt der Feldweg direkt vorbei.

Danach ist man bereits wieder in Antdorf. Vor dem Ortseingang passiert der Weg linker Hand, zwischen Bäumen versteckt, ein weiteres kleines Gotteshaus: die über 300 Jahre alte Wirtskapelle. Und weitere Abstecher kann man vom Ort aus unternehmen. Rechts leiten ein Wiesenpfad und einige Stufen zur aussichtsreichen Kapelle auf dem Kirnberg, ein runder Hügel aus der Eiszeit. Die Kapelle entstand einst, um den „Antdorfer Christus“, ein wertvolles hölzernes Kreuz aus der Zeit um 1170, zu beherbergen. Heute befindet sich das Kruzifix im Bayerischen Nationalmuseum in München. Links geht es ins Antdorfer Ortszentrum, wo sich die stolze barocke Pfarrkirche erhebt. Vorbei an schönen alten Bauernhäusern führt ein Sträßchen vom Kirchplatz wieder hinab Richtung Ausgangspunkt. Doch davor steht noch der Gasthof „Neue Post“, auch als „Petermichl“ bekannt. Da das Haus eine eigene Metzgerei besitzt, kann man eine Einkehr jedem Wanderer empfehlen.

von Christian Rauch

Wanderung bei Antdorf

ANFAHRT – Antdorf liegt zwischen Habach und Iffeldorf. Von Westen/Osten ist Antdorf über die B 472 Schongau – Bad Tölz, von Süden über die A 95 GAP – München, Ausfahrt Sindelsdorf (weiter nach Habach, Antdorf), von Norden über die A 95 München – GAP, Ausfahrt Penzberg/ Iffeldorf (weiter nach Iffeldorf, Antdorf) erreichbar.

TOUR – Gehzeit: ca. 2 bis 2,5 Std. auf Wegen und Straßen. Von der Gemeindeverwaltung Antdorf im Schleierweg zurück zur Durchgangsstraße. An ihr südwärts vorbei am Gasthof Petermichl. Vor der Rechtskurve links (Ww. Aussichtspunkt/Frauenrain). Auf Feldweg aus Ort hinaus, bei der Verzweigung links und bergauf zur Lourdesgrotte. Weiter aufwärts zum Kreuz am Rainerbichl und bald auf Teerstraße hinab nach Frauenrain. Rechts zur Kirche mit Infotafel und auf Teerstraße aus Dorf hinaus. Über die Staatsstraße und gegenüber auf Feldweg. An einem Strommasten vorbei, vor dem Hügel rechts und hinauf zu breiterem Weg. Links, dann rechts ins Dörfchen Rieden. Rechts Richtung Antdorf und an Verzweigung (links oberhalb der Biohof Wolf) rechts hinab. Nach Maisfeld links auf Feldweg und an Christbaumpflanzungen vorbei zur Staatsstraße. Links (vorbei an der Wirtskapelle) und in den Ort. Auf Gehsteig an der Straße bleiben. Rechts Abstecher zur Kirnbergkapelle möglich. Sonst weiter und nach der Linkskurve zum Gasthof Petermichl zurück. Oder links Abstecher über Dorfstraße, vor der Bäckerei rechts zur Kirche und unterhalb von ihr rechts weiter, dann rechts über Untergasse zum Gasthof. Weiter zur Feuerwehr und halbrechts zur Gemeindeverwaltung.

TIPPS – Biohof Wolf; www.bio-christbäume-wolf.de; Gasthof Petermichl, www.gasthof-petermichl.de; Telefon: 0 88 56 / 22 11; Mittwoch Ruhetag.

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