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Das Lechufer.

Die Lieblingstouren der tz-Redakteure

Himmlische Ruhe: St. Ottilien und Lechufer

München - Raus aus der Stadt, die Idylle liegt so nah: Zwischen dem Kloster St. Ottilien und Landsberg am Lech gibt es herrliche Naturerlebnisse mit himmlischer Ruhe.

Durch Wald und auf ruhigen Seitenstraßen geht’s nach St. Ottilien.

Jeder, der als Radsportler an der Isar oder rund um Ammersee und Starnberger See unterwegs ist, kennt es: Es ist zwar immer wunderbar hier, allerdings an schönen Wochenenden meist unerträglich überlaufen. Als von nervtötend verstopften Autobahnen, U- und S-Bahnen geplagter Münchner auch noch in der Freizeit im Trubel stecken? Muss nicht sein! Die Lösung liegt nur ein paar Kilometer weiter westlich: Zwischen dem Kloster St. Ottilien und Landsberg am Lech gibt es herrliche Naturerlebnisse mit himmlischer Ruhe.

Wir starten unsere Tour dort, wo es an Sonn(en)tagen so viele hinverschlägt: Direkt an der A 96-Ausfahrt Inning am gebührenpflichtigen Parkplatz in Stegen. 54 Kilometer liegen nun vor uns. Die komplette Tour verläuft entweder auf gut beschilderten Radwegen aus Asphalt und Sand – oder auf wenig befahrenen Landstraßerl. Über Eching und Pflaumdorf geht es zur Erzabtei St. Ottilien. Auch wenn erst knapp ein Fünftel der Strecke vorbei ist: Hier sollte man ein bisschen Zeit einplanen, um diese geschichtsträchtige Klosteranlage der Benediktiner-Mönche zu erkunden.

Danach geht es weiter über Eresing rein in den Wald, über beweidete Wiesen mit Kühen und Schafen nach Ramsach und Penzing. Zurück in der Zivilisation nehmen wir den Ammersee-Radweg in südwestlicher Richtung parallel zur Staatsstraße, überqueren die Autobahn und erreichen Landsberg – ein idyllisches und aus Münchner Sicht leider ziemlich unterschätztes Städtchen. Hier lässt sich wunderbar an der Karolinenbrücke sitzen und rasten. Durch die Gassen des denkmalgeschützten Klösterl geht es am linken Flussufer auf die Romantische Straße – ein wunderbarer Kiesradlweg durch die Pössinger Au.

Achtung, Wildwechsel! Im Wildpark in der Pössinger Au sind oft Rehe auf der Fahrbahn.

Jetzt wird es richtig wild – jedoch nicht vom Gelände her: Da bleibt es wie auf der gesamten Tour mit gerade mal 330 Höhenmetern angenehm flach. Unser Route führt jetzt nämlich durch einen Wildpark. Der Eintritt ist frei, aber garantiert nicht umsonst: Langsam fahren ist angesagt. Es ist gut möglich, dass plötzlich das eine oder andere Reh unseren Weg kreuzt.

Nun ist es nicht mehr weit bis zur Teufelsküche. Ein Restaurant mit herrlicher Panorama-Terrasse mit Lech-Blick, das seinen Namen von gleichnamiger und sagenumwobener Schlucht hat. Unser Einkehrtipp liegt bei Kilometer 28 – genau in der Mitte der Strecke.

Tierische Naturerlebnisse widerfuhren tz-Lokalchef Stefan Dorner auf seiner Tour zum Lechufer.

Gut gestärkt geht es weiter nach Pitzling und wir nehmen wieder Kurs Richtung Osten. Über Stoffen, Lengenfeld, Hofstetten und südlich an Finning vorbei erreichen wir Utting und biegen in nördlicher Richtung auf den Ammersee-Radweg ein. Über Schondorf kurbeln wir zurück nach Stegen. Schön ist es auf diesem Abschnitt – doch plötzlich wuselt es nur so vor Radlern und Fußgängern. Das ist man nach diesem Ausflug in den himmlisch ruhigen Westen fast nicht mehr gewohnt.

Stefan Dorner

Fakten zur Tour

Schwierigkeit: konditionell mittel, fahrtechnisch einfach

Fahrzeit: bei einer mittleren Geschwindigkeit von 15 km/h rund 4 Stunden für 54 Kilometer; inkl. Klosterbesichtigung (Foto) und Einkehrschwung lockere Tagestour

Charakter: Genuss-Runde jenseits der großen und überlaufenen Hauptwege am Ammersee über kleine Seitenstraßen, Wiesen, Wälder und als Höhepunkt durch die wunderbaren Lech-Auen

Ausgangs- und Endpunkt: Gebührenpflichtiger Parkplatz in Stegen

Anfahrt: Über die A 96 bis zur Ausfahrt Inning am Ammersee, von dort weiter bis Stegen

Einkehr: Emminger Hof direkt am Kloster St. Ottilien mit Biergarten (Telefon 08193/5238, Internet: www.emmingerhof.de)

Teufelsküche am Lech-ufer in der Pössinger Au (08191/9859696, www.teufelskueche-landsberg.de)

Fischer in Stegen mit herrlicher Strandbar und SB-Bereich (08143/992800, www.fischer-ammersee.de)

Seehaus Schreyegg in Stegen mit Seeterrasse (08143/992537 oder www.seehaus-schreyegg.com)

Karte: Kompass Wander- und Radkarte 189 Landsberg am Lech und Ammersee

tz-Stíchwort Erzabtei Sankt Ottilien

Die Erzabtei Sankt Ottilien ist ein Kloster der Missionsbenediktiner. Sie wurde 1884 von dem Schweizer Andreas Amrhein gegründet. Dem gesamten Klosterverband gehören 1100 Mönche in 19 Ländern an, davon leben etwa 130 in St. Ottilien.

Die Herz-Jesu-Klosterkirche im neugotischen Stil wurde von 1897–99 erbaut. Ihr spitzer, 75 Meter hoher Turm ist aus großer Entfernung zu sehen. Die Mönche bewirtschaften zudem ein 200 Hektar großes landwirtschaftliches Anwesen (www.erzabtei.de).

Mitmachen und gewinnen

Wir haben fünf Bücher für Ihren Ausflug

Rund um München – die Lieblingstouren der tz-Redakteure: Im Vorjahr haben wir ein Buch mit 30 Touren-Tipps herausgebracht. Die Resonanz darauf war sehr groß und sehr gut – und deshalb nehmen wir unsere Sommerserie heuer wieder ins „Programm“ auf: Mit zwölf nagelneuen Ausflügen – empfohlen von unserem Team. Diese lesen Sie noch bis zum 28. August in der tz.

Und wenn Sie eines unserer Bücher gewinnen wollen, dann haben wir noch fünf Exemplare für Sie. Schicken Sie einfach bis zum 28. August eine SMS mit tz win rund an die 52020* und geben Sie die vollständige Adresse mit an. Wir schicken den Gewinnern das Buch zu.

Und natürlich kann man unseren Freizeitführer für 17,99 Euro auch überall im Buchhandel kaufen oder zum gleichen Preis versandkostenfrei bestellen unter www.bruckmann.de (bei der Suche eingeben: Rund um München, Stefan Dorner, Sebastian Arbinger/Hrsg., ISBN-13: 978-3-86246-207-0). Viel Spaß und Erfolg! *(dpa infocom 0,50 Euro/SMS)

Quelle: tz

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