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Fantastische Ausblicke auf die Zugspitze eröffnen sich immer wieder auf dem Weg zum 958 Meter hohen Höhenberg bei Oberau.

Spritztouren

Höhenberg: ein attraktiver Unbekannter

Wohl jeder ist schon einmal direkt an ihm vorbeigefahren, doch kaum einer kennt ihn. Wir zeigen Ihnen die schönste Wanderroute am Höhenberg.

Wer auf der A95 oder B2 in Richtung Garmisch fährt, erkennt ihn schon von weitem. Er ragt, dicht bewaldet, am südlichen Ende des Murnauer Mooses keck empor und bildet quasi das Tor zum Werdenfelser Land. Den Auftakt zu seiner Besteigung bietet der bekannte und beliebte Weg, der über die „sieben Bänke“ und das Oberauer Heldenkreuz zunächst bis zum Loisachblick führt. Dort ist unbedingt die erste Rast angesagt.

Eine Gipfel-Schau vom Feinsten

Weite Sicht übers Murnauer Moos nach Norden: Blick vom Höhenberg.

Von den Bänken bietet sich ein unvergleichlicher Blick nach Süden ins Werdenfelser Land hinein: Tief unten rauscht die Loisach, dahinter liegen Oberau, Farchant und Garmisch-Partenkirchen mit ihren Häusern und Kirchtürmen. Links und rechts bauen sich Hoher Fricken und Kramer als mächtige Eckposten des Estergebirges und Ammergebirges auf. Und ganz hinten füllt das mächtige Wetterstein mit Alpspitze und Zugspitze den Horizont. Wer dann vom Loisachblick weiter steigt, wundert sich zunächst dass kein Schild den Weiterweg anzeigt. Doch bald leiten blauweiße Markierungen steiler auf den Kammrücken empor. Und dort beginnt ein genussvoller letzter Aufstieg. Direkt an der Kammhöhe, die links zuweilen mit richtigen kleinen Felswänden abfällt, führt der einsame Steig hinauf. Über blühendem Heidekraut und zwischen knorrigen Kiefern werden immer wieder interessante Ausblicke frei. Am „Ettaler Manndl- Blick“ mit einer schönen Holzbank kann man den bekannten Zwillingsfelsen besonders schön sehen. Doch auch Fricken, Alpspitze oder Zugspitze lugen immer wieder zwischen den Bäumen hervor. Obgleich die B 2 nur wenige Hundert Meter rechts unterhalb verläuft, ist vom Lärm heroben nichts zu hören.

Schließlich ist der höchste Punkt auf 958 Metern erreicht. Doch der Gipfel des Höhenbergs ist wenig spektakulär. Zwei kleine licht bewaldete Höcker ragen links und rechts des Wegs ein wenig empor und bieten wenig Ausblick. So steigt man am besten auf der Nordseite bis zu einer freien Almwiese ab. Hier ist das Panorama ein ganz anderes als beim Aufstieg: Im Norden breitet sich das brettebene Murnauer Moos aus, rechts ragen Osterfeuerkopf, Ölrain und Hirschberg als Teil der Heimgartengruppe in die Höhe. Und im Südosten erhebt sich die wuchtige Kette des Estergebirges von der Hohen Kisten bis zum Kareck über die Talauen von Pfrühlmoos und Sieben Quellen. Spielzeugartig klein brausen die Autos auf der Autobahn im Norden durch das Moos.

Kaum ein Fahrer ahnt, dass man auf diesem unscheinbaren Waldbergerl so schön wandern kann. Der restliche Abstieg wird dann bequem und rasch auf einer Forststraße zurück gelegt. Im Katzental wird das Bächlein der Auer Laine zum Begleiter. Ganz am Ende erreicht man noch einmal ein Stück des Hinwegs. Nun ist das Wettersteinpanorama wieder zum Greifen nah und ein Tiefblick linker Hand ist zwar nicht schön, aber bautechnisch interessant: Hier beginnen die Arbeiten für die lang ersehnte Oberauer Umfahrung. Unter dem südlichsten Ausläufer von Höhenberg und Loisachblick wird sie in den Berg führen und voraussichtlich ab 2020 den Verkehr am Ort vorbeiführen.

Von Christian Rauch

Alle Infos zum Höhenberg (958 Meter)

ANFAHRT – Auto: Auf der A 95 München – GAP / B 2 nach Oberau. Von Norden kommend, am Ortsbeginn vor der Shell-Tankstelle rechts und über die Straße „Am Gießenbach“ zu einem Parkplatz (nach der Brücke). Bahn: Ab Bhf. Oberau (Bahnlinie München-GAP) zur Bundesstraße, dort rechts. Bald auf der linken Straßenseite weiter entlang der B 2 (Gehweg und Sträßchen links) bis nach der Shell-Tankstelle am Ortsende. Weiter wie oben.

TOUR – Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunden. Höhenunterschied: 300 Meter. Forststraßen, teils steilere Bergsteige. Verlauf: Vom Parkplatz nordwärts dem Wegweiser „Loisachblick über 7 Bänke“ folgen. Immer bergauf und am Heldenkreuz vorbei zum Loisachblick mit überdachter Bank. Von dort auf dem Steig weiter. Blauweiße Markierungen leiten bald links aufwärts. Auf der Kammhöhe werden die Markierungen spärlicher, doch der gut sichtbare Steig folgt immer direkt dem Kammverlauf.

Am Ettaler Manndl-Blick mit Bank vorbei zum höchsten Punkt und weiter nordwärts bergab. Bald biegt der Steig in einen von rechts kommenden Forstweg ein. Auf diesem weiter hinab und auf einer deutlicheren Forststraße links weiter. An dem aussichtsreichen Wiesenplatz vorbei und bergab zu einem breiten Sträßchen. Auf diesem (zwischendurch mit leichtem Gegenanstieg) immer links haltend Richtung Oberau. Kurz vor dem Tal nach zwei Kurven links auf Steig abzweigen (Schild „7 Bänke/Herrliche Aussicht“). Nun entlang des Hinwegs immer bergab nach Oberau und direkt zum Parkplatz.

KARTE – Kompass-Wanderkarte 5, Wettersteingebirge.

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