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Bestseller-Autorin und Mobility-Ikone aus den USA: Jill Miller auf dem Summit in Köln.

Wer sich nicht bewegt, verklebt!

Internationale Top-Experten auf dem Mobility & Faszien Summit 2016

Vom 04. – 06. März 2016 hatten die Münchner Functional Training Spezialisten von „Perform Better Europe“ nach Köln geladen.

Kelly Starrett, Jill Miller, Steve Maxwell, Patrick Meinart, Eberhard Schlömmer oder Katharina Brinkmann sind nur ein paar der renommiertesten Experten im Bereich Mobility- und Faszientraining, die sich ein Stelldichein in der Rheinmetropole gegeben haben, um knapp 600 begeisterten Teilnehmern (Ärzte, Personal Trainer, Physiotherapeuten, Sportler und Sportwissenschaftler) aus ganz Europa ihr Fachwissen zum Thema Faszien und Mobilität näher zu bringen. Schon seit Längerem überschlagen sich die Meldungen zum Thema Faszien. Das Bindegewebe ist in aller Munde. Doch worin liegt dieser Hype, und ist diese Fokussierung auf die Faszien überhaupt begründet?

Aber was genau hat es eigentlich mit dem Thema auf sich?

Die Welt der Faszien liefert derzeit viele neue Erklärungen zu verschiedenen Phänomenen, wie beispielsweise der verbesserten Bewegungsreichweite durch Foam-Rolling. Auch die Zusammenhänge zwischen Bewegungsmangel und spröderen faszialen Strukturen sind bahnbrechend. Allerdings dürfen nun aber nicht sämtliche Schmerzen und Probleme monokausal auf die Faszien geschoben werden. Ganz wertvoll sind die Beiträge der Faszienforschung, um grundlegende Funktionen und Zusammenwirken verstehen zu können.

Einflüsse der Faszien auf die Sensomotorik

Trainer & Dipl. Sportwissenschaftler: der Münchner Eberhard Schlömmer zeigt die neuesten Erkenntnisse aus dem Functional Movement anhand einer „Foam Roll“.

Insbesondere auch die Einflüsse faszialer Strukturen auf sensomotorische Aspekte. Die Faszien sind durchzogen von Rezeptoren und liefern so Informationen zur Lage im Raum und zur Wahrnehmung von Bewegungen. Und gerade hier sind weitere Fragen zum Bewegungsentstehen und zu den Einflüssen von verschiedenen Trainingsmethoden offen. Faszientraining ist also nicht allein im Zusammenhang mit „Schmerzen“ und körperlichen Einschränkungen von Interesse auch das korrigieren von Abweichungen in grundlegenden Bewegungsmustern kann anhand faszialer Trainingsmethoden geschehen.

Faszientraining ist mehr als nur Foam Rolling

Katharina Brinkmann erklärt den Teilnehmern ihre speziell auf das Faszientraining ausgerichteten Yoga-Übungen aus ihrem Buch „Yoga-Faszientraining“.

Es wäre sehr kurzsichtig, Faszien allein mit „Foam- Rolling“ gleichzusetzen. In diesem Zusammenhang gilt, dass Schmerzen nicht automatisch „weggerollt“ werden. Gerade im Bereich des Rückens sind Schmerzen eben nicht immer kausal mit faszialen Strukturen in Verbindung zu bringen. Auch Aktivierungsprobleme beispielsweise im Bereich der Hüftstrecker und der Abduktoren sind mögliche Einflussgrößen. Faszien bilden einen sehr wichtigen Baustein im Komplex Mensch. Diese Struktur muss bei den verschiedenen Fragestellungen beachtet, aber auch individuell gewichtet werden. Es ist eine sehr wichtige Entwicklung, dass Faszien eben nicht mehr einfach „Hüllen“ und „Verpackungsmaterial“ sind. Dennoch werden auch heute durchaus noch in den Präparationskursen medizinischer Hochschulen die oberflächlichen Faszien allein als „überflüssig“ angesehen und wegpräpariert.

Ständige Weiterentwicklung wichtig

Der wohl weltweit bekannteste Mobility-Experte Kelly Starrett aus den USA: Sein Buch „Werde ein geschmeidiger Leopard“ ist die Bibel aller Mobility-Programme.

Dabei sollten gerade in der Ausbildung die neuen Erkenntnisse gepflegt und begonnen werden, die vielen weiteren offenen Fragen zu bearbeiten. Für Athleten und Patienten sollte ständig weiter nach neuen Antworten und daraus resultierenden Fragen gesucht werden. Faszien sind tatsächlich faszinierende Strukturen, deren unterschiedliche Ausprägungen und Eigenschaften einen enormen Einfluss auf körperliche Reaktionen, wie „Schmerz“ und „Bewegungswahrnehmung“ beziehungsweise „sensomotorische Reizverarbeitung“, haben. Man muss sie im Gesamtkontext menschlicher Anatomie und der Betrachtung funktioneller Bewegungssysteme als das sehen, was sie wirklich sind: Ein wichtiger Baustein im komplexen Gesamtkunstwerk Mensch.

Faszien: Alles nur eine Hülle?

Dipl. Psychologe & Sportwissenschaftler Patrick Meinart erklärt Trainingsmethodik und Konzepte aus der Neurophysiologie und dem Mobility Training.

Ohne die bahnbrechenden Ergebnisse der letzten Jahre kleinreden zu wollen, geht es also zunächst einmal um eine Neubewertung, schon bekannter Strukturen. Zumindest wenn man das vorherrschende Bild der Faszien als bloße „Hülle“ bzw. Verbindungsstruktur als Ausgangsposition nimmt. Aus dieser Betrachtungsweise stammen beispielsweise Gleichnisse wie „Taucheranzug“ oder „2. Hülle“, da die faszialen Strukturen tatsächlich den ganzen Körper umspannen und die Muskulatur umhüllen. Doch auch dieses Bild wird der tatsächlichen Funktion der faszialen Strukturen und der faszialen Leitbahnen nicht gerecht. Arbeiten, wie die von Tom Myers und seinen „Anatomy Trains“, aber auch die Hinweise der Arbeitsgruppe Schleip zur Kontraktionsfähigkeit und der energiespeichernden Eigenschaft faszialer Strukturen zeigen, dass es doch möglicherweise komplexer ist, als zunächst angenommen. Ganz wichtig ist zunächst einmal, dass Bewegung grundlegend das Lebenselixier der faszialen Strukturen ist. „Wer sich nicht bewegt, verklebt“ - dieser einfache Spruch begleitet die Vorträge von Dr. Robert Schleip und er hat es in sich: Bewegung ist nicht allein bezogen auf die bindegewebigen Strukturen wichtig: Auch Muskeln, Knochen und das Herz-Kreislaufsystem sind von ihr abhängig.

Der nächste Functional Training Summit findet vom 08. – 10. Juli 2016 in München statt

Alle weiteren Infos zum Thema Faszien und Mobilitätstraining finden Sie bei den Sportexperten von www.trainingsworld.com.

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