S-Bahn-Chaos: Polizeieinsatz an der Hackerbrücke

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Kleiner Gipfel, große Schau: Auf dem 1532 Meter hohen Staffel entdeckt man jede Menge prominente Berge wie den Herzogstand – und den Walchensee.

Wanderung in der Jachenau

Von Nazareth nach Nunatak

Eine Bergtour, die auch an heißen Tagen Spaß macht, findet man nicht so häufig – sie soll nicht zu lange sein, kühlende Bäche wären ideal, ein schattenspendendes Blätterdach und ein aussichtsreicher Gipfel sind hochwillkommen.

Ja, vielleicht steigt man dann von Nazareth aus auf den Nunatak? Wie bitte? Eins nach dem anderen: Vom Startpunkt aus gesehen ähnelt der besagte Berg zwar einer grünen Pyramide, doch ansonsten hat er nichts Exotisches. Außer, dass er in der Würmeiszeit ein sogenannter „Nunatak“ war, der mit seinem Gipfel inselgleich etwa 100 Meter aus dem Eisstrom herausragte. Heute heißt der Berg kartografisch „Staffel“ und befindet sich zwischen der Isar und dem Tal der Jachen. Die Jachenau wurde im 12. Jh. vom Kloster Benediktbeuern aus gerodet und besiedelt und in der ältesten Urkunde von 1192 als „Nazareth“ bezeichnet.

Die Benennung stammt Nachforschungen zufolge vom romanischen „in aceredu“, was „im Ahornwald“ heißt und wohl von den Mönchen ins biblische Nazareth umgedeutet wurde. Nun wird es aber Zeit für die Wanderung! Nach den letzten stattlichen Bauernhöfen zieht die Route über saftige Sommerwiesen zum Waldrand. Da es für eine Abkühlung noch zu früh ist, balanciert man vorsichtig über den ersten Bachlauf im Raitgraben. Von Anfang an geht es zügig bergauf, sodass man im Bergwald schnell an Höhe gewinnt. Bald schon quert man die einstmals öden Windwurfschneisen, die 1990 durch die Stürme „Vivian“ und „Wiebke“ entstanden sind. Es ist kaum zu glauben, wie sich heute beinahe dschungelartig Blattgehölze und Gräser die Hänge emporranken. Derzeit ist die Vegetation noch niedrig genug, um freie Sicht in die liebliche Jachenau zu gewähren.

Enzian, Aurikel oder Lilien

Wenig später verschluckt einen wieder der Bergwald, bis ein leises Rauschen immer lauter wird. Und nochmals ist auf glitschigen Steinen im Bachbett Gleichgewichtssinn gefragt, besonders wenn nach Regenfällen das harmlose Bächlein mal zum Wildbach angeschwollen ist. Weiter oben lichtet sich der Wald und nach einem Weidetor steigt man einen grasigen Rücken hinauf.

Bevor man die Almwiesen der Staffel-Alm Hochleger erreicht, genießt man bei einer Hangquerung prickelnde Tiefblicke. Die unbewirtschafteten Hütten befinden sich in traumhafter Lage. Greifbar nahe erscheinen jetzt die Zackengrate des Karwendelgebirges. Und mit jedem Schritt höher weitet sich das Panorama.

Am Gipfelkreuz angelangt, zeigt sich die gewaltige Benediktenwand. Vielleicht entdeckt man die idyllisch gelegenen Scharnitz-Almen unter der „Benewand“. Dort hat es Regisseur Joseph Vilsmaier so gut gefallen, dass 2007 einige Szenen für seinen Film „Die Geschichte vom Brandner Kasper“ gedreht wurden. Etwas weiter westlich lockt der türkisblaue Walchensee. Allein der Gedanke, jetzt in der Mittagshitze hineinzuspringen, beflügelt. Während des Abstieges wandert man nochmals eine ganze Weile über sonnige Bergwiesen und freut sich über Enzian, Aurikel oder Lilien am Wegesrand. Bald nimmt einen der Wald wieder auf und hernach im Talgrund tauchen hinter den Viehweiden die ersten Bauernhöfe auf. Wer zeitig dran ist, gönnt sich noch einen Abstecher zum Walchensee und verbringt den Rest des Tages am Strand.

Doris Neumayr

STAFFEL (1532 M)

ANFAHRT – A 95 München – GAP bis Ausfahrt Sindelsdorf. Weiter St 472 nach Bad Tölz. Auf B 13 Richtung Lenggries. Kurz nach Lenggries abbiegen in Richtung Jachenau. In Bäcker (Ortsteil von Jachenau) links zum ausgeschilderten, gebührenpflichtigen Parkplatz (Ausgangshöhe 742 m). Bahn/Bus: Mit der Bahn bis Bhf. Lenggries (www.bahn.de), weiter mit Bus 9595 bis Halt „Bäcker“ (www.rvo-bus.de).

TOUR – Technisch einfache Bergwege, teilweise schmal (Trittsicherheit, Wanderstiefel, evtl. Stöcke), gut ausgeschildert (AV 492), 810 Höhenmeter, Gehzeit Aufstieg: ca. 2,5 Std.; Abstieg: ca. 2 Std.; insgesamt 9,5 km.

Aufstieg – Vor dem Parkplatz weist ein Schilderbaum den Weg: Ww. „Staffel Ostaufstieg“, Richtung Niggeln. Auf einem Sträßchen hin zu Weideflächen. Ein Feldweg zieht weiter ostwärts vorbei am steinernen Bildstock. Bei einer Verzweigung rechts auf schmalem Weg in den Wald. Nach einer Bachüberquerung (Raitgraben) geht’s im Wald und über Schneisen bergan. Man überquert einen Karrenweg (blaue Markierung) und trifft danach auf einen breiten Forstweg. Auf diesem ein Stück aufwärts, dann links (Schild: „Staffel“) wieder auf dem Wanderweg empor. Mehrmals leitet der Weg über Bäche (einmal mit Brücke). Nach einem Flachstück westwärts über einen steilen Grasrücken hinauf. Bevor man die Staffel-Alm Hochleger (1410 m) erreicht, quert man kurz exponiert einen schrofigen Grashang. Auf den Wiesen hinter den Almhütten geht’s an einer beschilderten Verzweigung (ca. 15 Min.) zum Gipfel.

Abstieg: Vom Gipfel zurück zur Verzweigung hinter den Almhütten. Jetzt rechts (Ww. „AV 492“) und an einem steilen Wiesenhang entlang. Bald dreht der Weg nach Norden und es geht an steilen grasigen Hängen entlang leicht abwärts. Man erreicht die Waldzone, überquert einen Karrenweg und folgt dem blau markierten Weg bergab. Man trifft wieder auf den Karrenweg, auf diesem oder auf dem daneben verlaufenden Weg abwärts. Vor einem flachen Alm-Ladeplatz dreht der Weg nach rechts (roter Pfeil). Im Wilfetsgraben stößt man auf eine breite Forststraße. Hier rechts und ca. 100 m auf der Forststraße bergab. Ein schmaler Weg zweigt links ab (roter Pfeil: „AV 492“). Später kommt man wieder an die Forststraße und zieht auf dieser bergab, bis rechts ein Weg abzweigt (Ww. „Niggeln 1,5 km“). Bei einem Bildstock erreicht man freie Wiesen und wenig später einen Bauernhof. Direkt davor rechts. Der Feldweg mündet in ein Sträßchen. Auf diesem zum Parkplatz zurück.

BADEN – Walchensee. Parken: Südufer (Mautstraße).

KARTE – Kompass-Karte 7, Kochel, Walchensee.

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