Lufthansa zieht Angebot zu Niki zurück

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Radeln mit Köpfchen: Rund zwei Drittel der Kinder unter zehn Jahren fahren mit Helm. In der Generation der Eltern ist es noch nicht einmal jeder Sechste.

Test

Nur jeder zweite Fahrradhelm schützt gut

Fahrradhelme schützen den Kopf bei schweren Stürzen. Sie dämpfen die Aufprallenergie bei einem Crash und senken so das Risiko für Schäden. Knapp die Hälfte der Modelle für Kinder schafft das gut.

So das Fazit der Stiftung Warentest. Besonders kritisch: Zwei Helme sind gefährlich groß für Kinderköpfe.

Über Stock und Stein fährt es sich sicherer mit Helm. Viele Modelle sind zudem mittlerweile so bequem, dass man sie fast auf dem Kopf vergisst. Eltern sollten ihre Kinder deshalb so früh wie möglich an den Fahrradhelm gewöhnen. Die Stiftung Warentest hat in Kooperation mit dem Automobilclub ADAC elf Modelle für größere Kinder sowie acht für Kleinkinder geprüft (Preise: zwischen 22 und 75 Euro). Das Ergebnis im Test: Knapp die Hälfte der Helme schützt „gut“. Zwei sind gefährlich groß für kleine Kinderköpfe, drei sind mit Schadstoffen in kritischen Mengen belastet. Testsieger sind die Helme Nutcase Little Nutty (70 Euro) bei den Fahrradhelmen für Kleinkinder und Cratoni Akino (40 Euro) bei den Helmen für größere Kinder (siehe Grafiken). Auf dem zweiten Platz bei den Helmen für Kleinkinder landen günstigere Modelle: Abus Anuki für 38 Euro und Alpina Ximo Flash für 43 Euro.

Der Test zeigt: Jeder Helm schützt bei Unfällen besser als keiner. Alle Modelle senkten das Verletzungsrisiko deutlich. Dennoch schnitten beim Unfallschutz etliche Modelle nur mittelmäßig ab. Besonders bei einem Aufprall auf Stirn und Schläfenpartien zeigte sich die Grenze des Schutzes. Diese Bereiche des Kopfes sind nicht nur besonders empfindlich, sie werden bei Stürzen auch am häufigsten verletzt. Nur „mangelhaften“ Unfallschutz bieten Melon Urban Active (75 Euro) und O‘Neal Dirt Lid Kids (40 Euro), beide Helme werden für Kleinkinder angeboten. Ihre Schalen sind aber gefährlich zu groß für kleine Köpfe, sie lassen sich im Labor leicht vom 50 Zentimeter großen Normkopf abstreifen. Das heißt, bei einem Zusammenstoß könnten sie vom Kopf rutschen oder während der Fahrt durch einen tiefhängenden Ast nach hinten gezogen werden. Die Helme eignen sich eher für Eltern als für Kinder.

Drei Helme waren deutlich mit einem polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK) belastet, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Die Prüfer wiesen die Substanz in Gurten beziehungsweise in Polstern nach, die direkten Hautkontakt haben und von Knirpsen eventuell in den Mund genommen werden.

Grundsätzlich gilt: Den bestmöglichen Schutz bieten Helme nur, wenn sie gut auf dem Kopf sitzen. Beim Handhabungstest unterstützten zwölf Jungen und Mädchen im Alter von drei bis elf Jahren die Experten. Die jungen Probanden beurteilten unter anderem, wie gut sich die Helme auf- und absetzen lassen. Bei den Kleinsten halfen die Eltern. Mit den meisten Modellen waren sie zufrieden. Unter zwei Helmen, dem Casco Nori und dem Abus Scraper Kid, kann es radelnden Kindern allerdings schnell zu warm werden. Beide verfügen über wenige, kleine Lüftungsschlitze.

Beim Anpassen des Helms sollte man auf einige Dinge achten, denn Kopfform und -größe sind immer individuell verschieden. Radler sollten den Helm vor dem Kauf anprobieren und den Kinnriemen öffnen und schließen. Ein Fahrradhelm sollte waagerecht sitzen, sodass er Stirn, Schläfen sowie den Hinterkopf abdeckt und schützt. Nach dem Spannen des Kopfrings sollte der Kopf nur die gepolsterten Stellen der Helmschale berühren. Die Gurtbänder laufen von der Helmschale aus im Winkel zusammen, dessen Spitze nah unter dem Ohr liegen sollte – und so weit vorn, dass der Riemen mit dem Schloss unter dem Kinn liegt und nicht gegen den Hals drückt. Nachdem die Gurte korrekt eingestellt sind, sollte sich nichts mehr verstellen. Das Band mit dem Verschluss sollte am Kinn anliegen, ohne zu drücken. Ist es zu lose, kann der Helm bei einem Unfall vom Kopf rutschen.

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