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Knopf im Ohr

Mit Musik wirkt Joggen weniger anstrengend

München - Für manche ein Tabu: Naturgeräusche beim Joggen mit Musik zu übertönen. Dabei ist Musik für viele Läufer viel mehr als bloße Beschallung. Durch sie wirkt Joggen weniger anstrengend.

Musik hat drei Wirkungen

Mit Musik fällt einigen Läufern das Joggen leichter. Das kommt nichtvon ungefähr: „Musik hat drei verschiedene Wirkungen“, sagte Yves Cloos. Der Doktorand vom Institut für Musik und Musikwissenschaft an der TU Dortmund forscht zur Verbindung von Musik und Sport. Zum einen steigere Musik das Durchhaltevermögen - jedoch nur im mittleren Belastungsbereich, nicht bei Höchstleistung. Außerdem beeinflusst Musik das Anstrengungsempfinden, wie Cloos herausgefunden hat. Hören Jogger Musik, schätzen sie die Belastung geringer ein. Und drittens: Läufer fühlen sich generell wohler, wenn sie mit Musik joggen.

Welche Musik wirkt am besten?

Wenn Musik also für den Otto-Normal-Jogger positive Effekte hat - welche Stücke sollten sie dann am besten mit auf die Laufbahn nehmen? „Man sollte sich ein paar Fragen stellen, während man ein Musikstück auswählt“, empfahl Cloos. „Wie motivierend empfinde ich den Rhythmus oder die Melodie?“ und „Wie sehr unterstützt das Stück meine Bewegung - laufe ich eher schneller oder langsamer?“

Besonders wichtig: der richtige Rhythmus

Oft wird Läufern empfohlen, auf die sogenannten Beats per Minute(bpm) zu achten. Fürs Joggen sollen Lieder im Bereich zwischen 120 bis 140 bpm am besten geeignet sein. Cloos aber rät Joggern, sich nicht sklavisch an diese Vorgaben zu halten. „Wenn ich ein Lied habe, zu dem ich bei jedem zweiten Schlag einen Schritt mache, passt es auch.“ Es reiche, wenn subjektiv der Eindruck entstehe, dass das Lied passt.

Melodie und Text spielen auch große Rolle

Neben dem Rhythmus sind andere Auswahlkriterien für die Lauf-Playlist wichtig, zum Beispiel die Melodie des Liedes. „Je besser ich das Lied kenne, desto attraktiver ist es auch.“ Auch die Texte können den Sportler unterstützen, denn sie wecken Erinnerungen und Assoziationen.

Musik regelmäßig austauschen

Wer nun aber denkt, er müsse nur einmal die richtige Playlist finden und bräuchte sie dann nicht mehr zu ändern, liegt falsch. „Man sollte solche Musik regelmäßig austauschen“, empfahl Cloos. Denn Jogger gewöhnen sich an die Lieder - und so verlieren sie ihre positiven Effekte.

Lauf-Veranstaltungen in München

23. Juni 2013: Münchner Stadtlauf, www.merkur.de/stadtlauf

30. Juni 2013: Color Run - Der verrückteste Lauf in München, www.tz.de/colorrun

18. Juli 2013: B2RUN Firmenlauf, www.tz.de/b2run

dpa

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