+
Endlich Frühling! Viele Deutsche fangen da wieder richtig mit dem Joggen an. Wir erklären, was Sie beachten sollten.

Diese Lauf-Sünden sollten Sie vermeiden

Experte verrät: So joggen Sie richtig

  • schließen

München - Wie geht Joggen richtig und welche Fehler sollten Sie beim Laufen vermeiden? Pünktlich zum Frühling verrät ein Experte die sechs Sünden beim Joggen.

Der Frühling ist endlich da - und damit das schlechte Gewissen, doch noch ein paar Winterpfunde los zu werden. Viele Bayern schnüren ihre Laufschuhe: Sie wollen durch Joggen wieder in Form kommen.

Wir haben uns von Professor Martin Halle vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München erklären lassen, was Sie beim Joggen beachten und was Sie unbedingt vermeiden sollten.

Jogging-Irrtum 1: Der Fettverbrennungspuls

Um effektiv Fett zu verbrennen, müssen Sportler in einem bestimmten Pulsbereich trainieren und dürfen nicht zu viel powern: Zumindest nach der Theorie des Fettverbrennungspulses. Unsinn, sagt Professor Halle. "Einen bestimmten Trainingsbereich, in dem ich besonders viel Fett verbrauche, gibt es nicht", sagt er. Wer abnehmen wolle, müsse sich im Training schon reinhängen.

Jogging-Irrtum 2: Zu viel Ehrgeiz beim Joggen

Anfänger müssen sich erst an die Anstrengung beim Joggen gewöhnen. "Gerade wenn ein Läufer ein bisschen übergewichtig ist, können 30 Minuten Joggen am Anfang schon zu viel sein", sagt Professor Halle. Er empfiehlt, mit 10 Minuten Training pro Tag anzufangen. So gewöhne

Professor Martin Halle von der TU München warnt vor überzogenem Ehrgeiz beim Joggen.

sich der Körper langsam an die Anstrengung. 

Sich für zehn Minuten Laufen aufzuraffen sei auch leichter, als sich für eine halbe Stunde bereit zu machen. Nach einer Weile können die Sportelnden die Dauer des Trainings dann erhöhen - und etwa jeden zweiten Tag 20 Minuten Joggen gehen. Schonen sollten sich Läufer auf jeden Fall, wenn sie eine Erkältung haben.

Jogging-Irrtum 3: In der Gruppe klappt's besser

Mit anderen zusammen zu joggen, kann motivieren. Aber nur, wenn die Läufer auf dem gleichen Trainingsstand sind. "Viele Jogger machen den Fehler, dass sie sich an anderen orientieren", sagt Professor Halle. "Die denken sich, wenn die anderen schnell laufen, muss ich mithalten." Das überanstrenge den Körper und könne auf lange Zeit gesehen sogar zu einer generellen Übermüdung führen.

Jogging-Irrtum 4: Morgens ist die beste Zeit zum Joggen

Eine Uhrzeit, die sich am besten zum Joggen eignet, gibt es nicht. Diese sei je nach Typ Mensch verschieden, sagt Professor Halle. Wer Gewicht abnehmen wolle, solle aber am besten nüchtern Joggen gehen. So werden Fette am effektivsten verbrannt.

Wer vom Sport nach Hause kommt, sollte sich auch nicht gleich den Bauch vollschlagen. "Nach dem Training empfehle ich einen Tee, Kaffee ohne Zucker oder Wasser zu trinken", sagt Professor Halle. Frühestens eine Stunde nach dem Training sollten Freizeitsportler wieder etwas essen.

Jogging-Irrtum 5: Walken ist doch genauso effektiv wie Joggen

Einen deutlichen Vorteil hat Walken gegenüber Joggen: Die Belastung für den Körper ist beim Walken geringer. "Beim Joggen liegt das gesamte Körpergewicht auf den Knien", sagt Professor Halle. Gegensteuern können Läufer, indem sie versuchen im Tripp-Trapp-Stil zu laufen, also das Gewicht eher auf die Ballen als auf die Fersen zu verlagern. 

Genauso effektiv wie Jogging sei das weniger anstrengende Walken aber nicht. Wer will, dass die Pfunde schnell purzeln und nicht stark übergewichtig ist, sollte also eher Joggen gehen.

Jogging-Irrtum 6: Die Laufschuhe sollten maximal gedämpft sein

Erst einmal maximal gefederte und abgedämpfte Schuhe kaufen: Das galt lange als wichtiger Tipp für den (Wieder-)Einstieg ins Jogger-Leben. Doch immer nur mit extrem abgefederten Schuhe zu laufen, ist nicht empfehlenswert, sagt Professor Halle. "Das fördert die Inaktivität des Fußes." Gute Jogging-Schuhe sollten gefedert sein, aber nicht komplett gedämpft.

Außerdem empfiehlt Professor Halle fortgeschrittenen Joggern, sich mehrere Paar Schuhe mit unterschiedlicher Federung anzulegen. Dann werden die Muskeln beim Laufen unterschiedlich angespannt. "Wer seine Füße optimal trainieren will, kann auch ruhig mal eine Strecke im Englischen Garten barfuß laufen", sagt Professor Halle. Vorausgesetzt natürlich: Die entsprechenden Temperaturen.

wei

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alles dabei? So packen Sie den Rucksack für die Wanderung richtig
Was gibt es Schöneres, als einen Tag in der Natur zu verbringen? Damit der Ausflug in die Berge nicht zum Desaster wird, hier ein paar Tipps.
Alles dabei? So packen Sie den Rucksack für die Wanderung richtig

Kommentare