Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

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Johannes "Joi" Hoffmann von Whiteroom Productions.

Johannes Hoffmann im Interview:

"Haben uns fast alles selber beigebracht"

Im Rahmen der Alp-Con CinemaTour 2014 zeigt auch die Crew von Whiteroom Productions ihr neuestes Werk. Im Interview spricht "Joi" Hoffmann über die Herausforderungen eines Wintersportfilmes.

Trotz der Menge an Wintersportfilmen, die mit dem Siegeszug digitaler Videotechnik jeden Herbst die Kinos stürmen, sticht eine feine, gar nicht so kleine Crew aus Tirol mit jedem ihrer Werke hervor: Whiteroom Productions heißen die Selfmade-Filmer rund um Johannes „Joi“ Hoffmann und Daniel Regensburger (jeweils Produktion) sowie Simon Platzer (Regie). Aktuell zeigen sie auf der Alp-Con CinemaTour 2014 ihr neuestes Werk: Trial & Error.

Dass ihr vor Irrtümern nicht bange ist, hat die Crew aus Skifahrern, Snowboardern und einem Telemarker in Bezug auf reisetechnische, filmische und sportliche Herausforderungen bewiesen. Herausgekommen ist ein Trailer, der wohl nur mit gewissen Wagnissen zu erreichen ist und neugierig macht auf das Gesamtwerk. Wir haben versucht, Joi ein paar Details zu entlocken.

Joi, Russland, Georgien, Asien, Italien, Schweiz und Österreich habt Ihr unsicher gemacht. Ist man bei solchen organisatorischen Aufgaben vor Fehlern gefeit?

Trips in solche Länder zu organisieren, ist immer eine sehr große Herausforderung. Angefangen bei den sprachlichen Barrieren bis hin zum Organisieren von Permits ist alles dabei. Um in die gesperrten Gebiete in Asien zu kommen, wohin sich wahrscheinlich noch nie ein Skifahrer verirrt hat, haben wir anderthalb Wochen auf die Erlaubnis gewartet. Schlussendlich ist unsere Crew dann nur zwei Tage auf Skiern gestanden, um mit ein paar wenigen Lines im Gepäck wieder nach Hause zu fliegen.

Neben der beeindruckenden Kameraarbeit fällt der rhythmische, saubere Schnitt auf. Haben die jeweiligen Crewmitglieder sich die Fähigkeiten selbst erarbeitet oder kommen sie aus der Filmbranche?

Bei uns hat keiner eine Ausbildung in Richtung Filmen oder Schnittarbeit gemacht. Wir haben uns das meiste über die letzten Jahre durch Nachlesen und Ausprobieren selber beigebracht – trial and error halt (lacht). Simon, unser Haupt-Kameramann und -Cutter, verbringt sehr, sehr viel Zeit mit seinen Schnittprogrammen. Für unseren ersten Film Time for the Whiteroom wollte er im Intro etwas dreidimensional ins Bild zaubern, bis er nach drei Wochen mehr oder weniger durchgehend vorm PC hockend aufgeben musste, da es nicht funktioniert hat. Heute könnte er es innerhalb von fünf Minuten schaffen, aber jetzt wäre es für ihn keine Herausforderung mehr.

Welche – nicht sportlichen – Filme inspirieren Euch stilistisch?

Mir gefallen Filme des südkoreanischen Regisseurs Park Chanwook, beispielsweise Oldboy oder Stoker. Einerseits ist die Kameraführung außerhalb jeglicher Konkurrenz, andererseits schafft er es mit Einstellungen zu arbeiten, die über mehrere Minuten hinweg gehen, ohne nur eine Sekunde die Spannung zu verlieren. In vielen Filmen sonst sind Szenen oft so hektisch geschnitten, dass man überhaupt nicht mehr mitbekommt, was passiert. Simon ist ein sehr großer Fan von Star Wars. Ich weiß allerdings nicht, ob es an der filmischen Leistung oder am Storytelling liegt oder ob ihm die Fantasy-Welt einfach nur extrem gefällt.

Hast Du schon einmal Eure Arbeitsstunden für einen 20-Minüter notiert?

Gegenfrage: Hast Du schon einmal versucht, alle Schneeflocken in einem halben Meter Neuschnee zu zählen?

Noch eine Anekdote zum Schluss?

Vor zwei Jahren in Kirgistan haben wir jemanden gefragt, wie das Wetter am nächsten Tag wird oder wo wir nachschauen können. Er hat uns ausgelacht und gesagt: In Kyrgyzstan you check the weather for tomorrow on the day after tomorrow!“ Das haben wir uns gemerkt und es in jedem anderen Land dieses Jahr ausprobiert. Siehe da: Es hat funktioniert!

Eliane Drömer

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