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Prächtige Aussichten: Am Gipfel des Bärenkopfes liegt dem Wanderer der smaragdgrüne Achensee zu Füßen.

Schönling mit Biss

Hoch überm Inntal gelegen ist der Bärenkopf vorgelagerter Posten des östlichen Karwendelgebirges. Folge: eine spektakuläre Aussicht. Doch schon die Anreise entlang am smaragdgrünen Achensee ist ein Augenschmaus.

Am Ausgangspunkt der heutigen Tour könnte man jetzt auch in den Lift steigen, bequem zum Zwölferkopf (1491 m) hinaufschaukeln und die Tour mit einem etwa 20-minütigen Abstieg zur Bärenbad- Alm (1457 m) beginnen. Die im Sommer bewirtschaftete Hütte liegt inmitten von Almwiesen, gesäumt von einer traumhaften Bergkulisse. Ohne Gipfelambitionen wandert man von dort auf schmalen, aber leichten Wegen zum Weißenbachsattel (1693 m) und genießt bei Föhn die herrliche Fernsicht auf Tuxer und Zillertaler Alpen.

Das blaugrüne Seeauge zieht die Blicke auf sich

Wanderer, die den Bärenkopf ohne Lifthilfe erklimmen wollen, schultern auch an der Talstation der Karwendelbergbahn ihren Rucksack und ziehen gleich hinter dem Golfplatz auf einem gut ausgeschilderten Wegerl in den Bergwald hinein. Im leichten Auf und Ab hinter Buschwerk und im Hochwald geht es in Richtung Perchertal. Dann quert man einen Wiesenhang, der im Winter als Skipiste dient, und bestaunt im gegenüberliegenden Rofan mächtige Felswände, die wie Riffe in den Himmel ragen. An der Bärenbad-Alm angelangt, könnte man jetzt pausieren oder man hebt sich die Einkehr für den Abstieg auf.

Über Stock und Stein geht’s über den buckligen steilen „Bärenrücken“ hinauf in die Latschenregion. Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Sicht auch nach Westen über das Gerntal und zur Pletzach- Alm. Dennoch zieht das blaugrüne Seeauge die Blicke auf sich, bis man fast geblendet ist von seiner Schönheit.

Geblendet war einer Sage nach auch ein Bauer aus Pertisau – allerdings von der hübschen Sennerin der Pletzach- Alm. Nach einem Besuch bei ihr machte er sich um Mitternacht auf den Heimweg, als er sich plötzlich im tiefen See von schaurigen Hexen umgeben wiederfand. Erst als er die Jungfrau Maria um Hilfe anflehte, verschwand der Spuk und er stand völlig durchnässt vor seiner Haustüre...

Schroffe Türme und bleiche Grate

Auss.: Kompass-Karte 182, Isarwinkel; Lizenz: 17-0906-LVB.

Der Bergweg leitet jetzt nach Süden auf einen Sattel hin. Man nähert sich dem schrofendurchsetzten Gipfelaufschwung des bisher so sanften Bärenkopfes. Auf einmal fletscht er knurrend die Zähne, als man eine kleine Felsstufe überwindet und hinterher auf feinsplittrigem steilem Weg entlang einer Felswand höhersteigt. Aber es bleibt bei einem gutmütigen Brummen, denn der kurze Wegabschnitt ist mit einem dicken Seil versichert. Danach geht’s über einen flachen Grasrücken zwischen ein paar Latschen wieder völlig harmlos zum Gipfelkreuz, wo das Prachtpanorama mit Worten kaum zu beschreiben ist.

Beim Abstieg zum Weißenbachsattel blickt man dem Karwendel ins Herz. Schroffe Türme und bleiche Grate bilden über blühenden Alpenrosen ideale Postkartenmotive. Bald knickt das Wegerl ab nach Norden und ruckzuck ist man wieder zurück an der Bärenbad-Alm und kann sich mit einer deftigen Tiroler Jause für den Talabstieg stärken. Und vielleicht reicht dann auch noch die Zeit für ein erfrischendes Bad im glasklaren Achensee.

BÄRENKOPF (1991 M)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Über Tegernsee zum Achenpass. Über Achenkirch nach Maurach. Hier rechts nach Pertisau. Im Ort zum Parkplatz der Talstation Karwendelbergbahn (geb.-pflichtig). RVO-Bergsteigerbus: Haltestelle „Pertisau Karwendellift“.

TOUR – Schmale Bergwege, leicht bis mittelschwer, Trittsicherheit, gelbe Beschilderung (1100 Höhenmeter, 12 km, Gehzeit: Aufstieg ca. 3,5 Std.; Abstieg ca. 2,5 Std.)

  • Aufstieg – Von Talstation Karwendelbergbahn auf Straße kurz westwärts Richtung Skischule Edelweiß (Holzhaus). Nach Skischule li. auf Sträßchen zu Schilderbaum Ww. „Bärenbad- Alm“. Am Golfplatz entlang zu Holzschautafel. Hier li. (Osten) auf Forststraße. An Schranke re. auf beschilderten Weg bergan (Südosten). An Verzweigung li. Ww. „Bärenbad- Alm, Zwölferkopf, Gh. Karwendel“. Über Waldweg zu Verzweigung. Wieder li. Ww. „Bärenkopf, Bärenbad-Alm“. Im Hochwald bergauf zu Wiese (Skipiste). Diese überqueren zum nächsten Schilderbaum. Weg führt durch Buschwerk und Baumgruppen.

Auf ebenem Wegestück dem irritierenden Ww. „Pertisau, Gh. Karwendel“ nach re. folgen. Nach Kurve über Almwiesen zur Bärenbad-Alm (1457 m). Direkt vor Alm li. über Wiese hinauf Ww. „Bärenkopf“. Durch Baumgruppen und Buschwerk einen steileren Rücken hinauf nach Süden. Auf Sattel vor Gipfelaufschwung zu beschilderter Verzweigung. Gipfelweg führt über leichte Felsstufe (Seilsicherung), dann kurz steil neben Felswand empor (Seilsicherung). Auf Gras-Latschenplateau li. zum Gipfelkreuz.

  • Abstieg – Zurück zur letzten beschilderten Verzweigung. Jetzt Ww. „Weißenbachalm, Weißenbachsattel“ folgen. Am Weißenbachsattel re. Ww. „Bärenbadalm, Pertisau“. Weg quert einen steilen Hang abwärts zur Bärenbad- Alm. Von dort auf bekannter Route zurück.

KARTE – Kompass-Karte 182, Isarwinkel.

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