Spanien droht WM-Aus! Rückt Italien nach?

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Vom Schlagstein aus in 1.680 Metern Höhe bietet sich ein idealer Blick auf den Säuling sowie auf den Forggen- und Hopfensee.

Wo der Kini Gipfel bestieg

Ludwig II. war als Kind nicht gerade von starker Konstitution. Umso mehr achtete seine Mutter darauf, dass der Kronprinz genug an der frischen Bergluft war.

Am liebsten fuhr die königliche Familie von Hohenschwangau in die Bleckenau und bestieg dort so manchen Gipfel. Besonders lohnend ist bis heute die Runde um und über den Schlagstein.

„Wie freu ich mich Dich wieder zu begrüßen, Du stilles Haus, nach langer, langer Zeit!“, schrieb der Kini 1864, als er frisch gekrönt die Bleckenau besuchte und sich an so manches Kindheitserlebnis erinnerte. Vater Max hatte dort ein Jagdhaus rund 15 Jahre zuvor errichten lassen. Es erinnert an ein „Schweizerhaus“, ist jedoch einem Haus nachgebildet, das im Park des schlesischen Schlosses Fischbach stand, in dem Ludwigs Mutter Marie aufgewachsen war.

Wo die Pöllat herabfließt, im tiefen Tal zwischen Säuling und Straußberg, steht das Jagdhaus bis heute – in originalgetreuem Zustand mit umlaufendem Balkon und, nach über 150 Jahren, sonnengeschwärzter Fassade. Schloss Neuschwanstein stand damals noch nicht und das Hochtal war – anders als – abgeschieden und still. Heute kommen vom weltberühmten Märchenschloss viele herauf. Die meisten nehmen den Wanderbus, der vorbei an der berühmten Marienbrücke in die Bleckenau fährt. Daneben gibt es auch einen ruhigen Fußweg, den „Wasserleitungsweg“, hinauf zum einst königlichen Jagdhaus.

Wildromantische Bergkulisse

Auss.: Kompass-Karte 4, Füssen-Außerfern; Lizenz:17-0906-LVB.

Für den Bergwanderer wird es aber erst dahinter spannend. Der Schlagstein steht wie ein mächtiger, bewaldeter Felsblock südlich der Bleckenau, mitten zwischen den Hochtälern, die sich hier verzweigen. Wie so oft, hat auch dieser Gipfel seine sanfte Seite. Die bekommt man aber erst ganz zuletzt in den Blick. Zunächst geht es durch den herbstlichen Mischwald, durch das feuchte Rotmoos und an der Bächhütte vorbei. Vom Schlagstein sieht man fast nichts mehr. Dann jedoch zieht der Pfad steil hinauf zum Schlagsteinsattel. Auf den letzten knapp 100 Höhenmetern verliert sich der Steig fast, doch die Route ist klar. Zwischen letzten mächtigen Fichten und Felsblöcken geht es zum großen Gipfelkreuz hinauf. Aufgrund der freien Stellung sollte man nun einen idealen Rundblick genießen. Und in der Tat: Obwohl unser Gipfel der niedrigste reihum ist, erspäht man sogar die Zugspitze, die noch knapp hinter dem Kreuzkopf im Osten hervorspitzt. Besonders markant aber präsentiert sich im Westen der Säuling – eine breite Pyramide mit schlankem Felskegel, die die Ostallgäuer Seenplatte um 1.300 Meter überragt. Forggensee und Hopfensee grüßen von dort herüber, Schloss Neuschwanstein aber versteckt sich knapp hinter den Abhängen des Tegelbergs im Norden. Im Süden zieht ein langer Waldgrat vom Säuling bis zum Kreuzkopf. Seine Gipfel heißen Altenberg und Saueregg und sind echte Ziele für Pfadfinder und Einsamkeitsliebhaber.

Beim Abstieg vom Schlagsteinsattel können wir einen alternativen Rückweg wählen. Er führt durch die schönen steilen Bergwiesen der Altenberg-Hütte und hinab zu kleinen Felsschluchten, in denen verschiedene Wildbäche hinabstürzen und in die Pöllat münden. Auf dem letzten Stück Forstweg wird man dann oft von Mountainbikern überholt. Frust aber ist hier fehl am Platze, denn angesichts des bunten Mischwalds mit dem Säuling im Hintergrund vergeht die Zeit wie im Flug.

Wer am Ende in der Bleckenau einkehrt, wird den Blick von der Terrasse aus weiter genießen können. Drinnen sitzt man in geschichtsträchtigen Stuben. Alljährlich am 6. Januar beschenkte der König hier oben seine Bediensteten und die Armen der Gegend. Während der Monarch in die oberen Gemächer verschwand, durfte die Dienerschaft nach Herzenslust essen und trinken. Von Zeit zu Zeit trat der König hinaus auf den Balkon und musste schmunzeln, wenn er sah, wie sich seine Untertanen im Freien vor der wildromantischen Bergkulisse vergnügten.

Christian Rauch

SCHLAGSTEIN (1.680 M)

ANFAHRT – Von München über die A 95 nach Starnberg und über Weiheim, Peißenberg und Steingaden Richtung Füssen bis Hohenschwangau. Von Augsburg über die B 17 und Landsberg. Von den Parkplätzen an den Königsschlössern zur Touristinfo, dort hält der Wanderbus in die Bleckenau.

TOUR Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunden ab Bleckenau bis zum Gipfel und zurück (500 Höhenmeter). Zu Fuß in die Bleckenau: 1,5 Stunden (350 Höhenmeter). Anforderungen: Forststraßen und gut markierte Bergwege. Von der Bleckenau der Beschilderung folgend auf der Forststraße weiter nach Süden. Bald rechts ab, über die Pöllat und durch den Wald zum Rotmoos und durch den Bächwald zur Bächhütte. Hinauf zum Schlagsteinsattel und links über Pfadspuren auf den Gipfel (1.680 Meter). Zurück zum Schlagsteinsattel und jenseits auf dem Steig hinab zur Altenberghütte. Von ihr links hinab zur Pöllat und auf der Forststraße links zur Bleckenau zurück.

Zu Fuß in die Bleckenau: Von der Touristinfo Richtung Neuschwanstein, dann Richtung Marienbrücke. Nach einem Abstecher zur Brücke Richtung Bleckenau und rechts auf dem Wasserleitungsweg dorthin. Man kann mit dem Bus auch bis zur Marienbrücke fahren und von dort zur Bleckenau wandern.

INFO – Bleckenau-Wanderbus: Täglich um 9, 11, 13 und 15.30 Uhr ab der Touristen-Information in Hohenschwangau. Talfahrten regelmäßig nach Bedarf. Der letzte Bus fährt um 17.30 Uhr. Der Bus und das Berggasthaus sind je nach Wetter bis Anfang November in Betrieb. Telefonnummer: 08362/81181.

KARTE – Kompass-Karte 4, Füssen-Außerfern.

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