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Kein anderer Wassersport hat sich in den letzten 15 Jahren weltweit so rasant entwickelt wie Kitesurfen.

Die Freiheit im Wind

Kitesurfen – der Trendsport des Sommers!

Das Brett an den Füßen, der Kite hoch oben am Himmel, die Lenkstange fest in den Händen und über das Wasser jagen: Kitesurfen hat sich zum echten Trendsport entwickelt.

Okay, wasserscheu darf man nicht sein und ab und zu schluckt man auch dasselbe, aber wer die Freiheit auf dem Wasser, Geschwindigkeit, Adrenalin und echte sportliche Herausforderungen liebt, wird beim Kitesurfen richtig viel Spaß haben. Und das haben immer mehr, denn kein anderer Wassersport hat sich in den letzten 15 Jahren weltweit so rasant entwickelt. Nicht nur am Meer an den Hotspots der Szene wie in Kapstadt, in der Dominikanischen Republik, im Nordosten Brasiliens, in Tarifa oder den deutschen Kite-Spielplätzen in St. Peter Ording oder Sylt, auch auf vielen bayerischen Seen und Flüssen steigen immer mehr aufs Brett und geben sich der Faszination dieses Sports, der viele Board-Sportarten in sich vereint, hin.

Die Geschichte des Kitesurfens ist noch jung

Kiten – das ist Wasser, Wind, Geschwindigkeit, Rausch der Sinne!

Vor gut 30 Jahren machten die französischen Brüder Bruno und Dominique Legagignoux am Strand von Beg-Mel erste Versuche mit einem Board, Leinen und einen Tubekite und meldeten kurz darauf ein Patent für einen wasserstartbaren Kite an – der Kitesport war geboren. Seither hat sich extrem viel getan, der Sport sich mittlerweile in vier unterschiedliche Disziplinen (Freeride, Wave, Freestyle und Race) spezialisiert, für die es jeweils eine Menge spezifische Ausrüstung, verschiedene Wettkampfserien und publikumsträchtige Events gibt.

Die Disziplin Race soll sogar olympisch werden

Wer die Faszination Kitesurfen erleben und den Sport ausprobieren oder erlernen will, aber noch keine großen Erfahrungen aus anderen Wassersportarten mitbringt, sollte unbedingt eine fundierte Ausbildung in einer Kite- Schule machen. Dort lernt man in zwei bis drei Tageskursen nicht nur die Ausrüstung und den Sport an sich am besten kennen, sondern erfährt auch einen verantwortungsvollen Umgang damit. Denn Kitesurfen ist nicht ganz ungefährlich, wenn man beispielsweise die Kräfte, die ein Kite entwickeln kann, unterschätzt, Wind und Wetter oder das Revier falsch einschätzt oder zu wenig Abstand zu anderen Wassersportlern einhält. Eine Übersicht über lizenzierte Kiteschulen findet man beispielsweise auf www.northkiteboarding.com unter „Find us“.

Von Petra Rapp

Die Ausrüstung

Kitesurfen hat sich extrem schnell entwickelt, auch in Sachen Ausrüstung. Hier die wichtigsten Tipps vom Experten Philipp Becker (North Kiteboarding):

Board, Boot, Trapez, Neoprenanzug – nicht gerade wenig …

Kite: Kites gibt es je nach Einsatzbereich in verschiedenen Größen und Formen. Freeride Kites sind ideal für Einsteiger. Gängige Kitesets sind 7, 9, 12 oder 8, 11. Wichtig ist, die richtige Kitegröße für das jeweilige Revier und den dort herrschenden Wind auszuwählen. Mit nur einem Kite kommt man deshalb meist nicht aus. Wichtig: Nie den 12er aufblasen, wenn der Rest am Spot mit kleinen 6er-, 7er-, 8er-Kites unterwegs ist – das passiert leider immer wieder. Wichtige Kiteeigenschaften sind neben der richtigen Größe ein guter Wasserstart, direkte Lenkbefehle und eine gute Depower, die Bremse sozusagen.

Trapez: Das Trapez verbindet den Körper des Kiters mit dem Kiteschirm via Leinen, Bar und Chicken- Loop. Es gibt Sitz und Hüfttrapeze. Für Einsteiger sind Sitztrapeze besser geeignet, sie machen unter anderem den Wasserstart einfacher. Ganz wichtig ist ein gut funktionierendes Auslösesystem. Es muss zuverlässig mit wenig Druck in Gefahrensituationen ausgelöst werden können. Der Kite wird so innerhalb von wenigen Sekunden drucklos.

Board: Die Auswahl an Boards ist riesig. Anfänger steigen am besten auf nicht zu kurze Twintips (140-150 cm) mit Schlaufen, mit denen sie guten Auftrieb haben, einfach in alle Richtungen manövrieren können und die einen leichteren Wasserstart ermöglichen. Wer es dann schon sportlicher mag, wählt kürzere Boards oder macht sich Boots auf das Twintip (Wakestyle). Wen es mehr in die Wellen und zu echtem Surffeeling zieht, der legt sich ein Waveboard zu, das je nach Gusto und Können mit und ohne Schlaufen gefahren werden kann. Für die Rennsportorientierten gibt es zudem spezielle Raceboards.

Bekleidung: Je nach Temperatur empfiehlt sich ein Neoprenanzug, lang oder als Shorty. An heißen Tagen reichen auch Badeshorts und Shirts (Sonnenschutz).

Sicherheit: Wenn man eine Leash benutzt, damit das Board beim Sturz nicht davonschwimmt, sollte man immer Helm und eine Prallschutzweste tragen! Bei waghalsigen Sprüngen und Tricks ist der Helm sogar absolute Pflicht!

Die Disziplinen

Freeride: die breiteste Richtung. Hier sind einfaches Hin- und Herfahren, erste Sprünge und kleine Tricks angesagt.

Wave: Nah an der Welle - Wavekiten ist Kiten mit einem Surfboard (mit oder ohne Fußschlaufen) und der ultimative Trend im Kitesport.

Freestyle: sehr wettkampfgeprägt, die progressivste Variante des Kitesurfens. Viele Elemente kommen vom Wakeboarden.

Race: sehr wettkampforientiert und die kleinste Nische. Soll 2016 olympisch werden

Kite-Spots in Bayern

In Bayern ist Kitesurfen ausnahmslos auf künstlichen oder natürlichen Binnenseen möglich. Vor allem im Voralpenland bieten aber viele heimische Seen ausgezeichnete Freestyle- und Freeride- Möglichkeiten. Beispiel: Urfeld oder „Zwergerlinsel“ am Walchensee, außerdem zahlreiche Plätze an Ammer-, Chiem- oder Brombachsee. Dazu gibt es an allen größeren Seen eine gute Infrastruktur mit Kiteschulen. Alle Kitespots in Bayern findet man unter www.spotnetz.de/index.php/Bayern

Buchtipp

Alex Hapgood ist Herausgeber des Magazins The Kitemag und Szenekenner. Bereits als kleiner Junge nutzte er jede Möglichkeit, um aufs Wasser zu gelangen. Seiner Surf und Kite-Leidenschaft ist er bis heute treu geblieben. Wenn er mal nicht auf dem Wasser ist, schätzt er sich glücklich, seine Zeit damit verbringen zu dürfen, übers Kiteboarding zu reden oder zu schreiben und so sein Wissen an andere Wassersportler weiterzugeben. In seinem Bildband Kiteboarding beschreibt er – unterteilt in die vier Disziplinen Freestyle, Wavekiten, Wakestyle und Racekiten – Ausrüstung, Spots und Events und portraitiert die wichtigsten Sportler. In Kombination mit knapp 300 beeindruckenden Fotos der besten Kitesurfing-Fotografen weltweit ist so ein emotionales Buch entstanden, ganz nah am Puls der Kitesurfing-Szene. (29,90 Euro, Delius Klasing Verlag).

Surf-Tipps im Netz

www.Kitemovement.com

www.kite-surfing.net

www.northkiteboarding.com

www.kiteboarding.eu

www.kiteboarding-events.de

www.kitingkeno.de

www.kitesurfschulen.de

P.R.

Quelle: tz

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