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Klettern ist wieder im Trend. Doch Anfänger sollten zu Beginn leichtere Klettersteige bevorzugen.

Gefährliche Touren

Diese 7 Strecken sind nur für wahre Kletter-Profis

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Klettern ist gesund, macht Spaß und trainiert den ganzen Körper: Doch diese sieben Steige sind gefährlich und nur für Geübte.

In den letzten Jahren sind Klettersteige bei Outdoor-Fans immer beliebter geworden. Doch viele unterschätzen die Schwierigkeitsgrade und muten sich zu viel zu. Schließlich ist das Klettern an den Steigen nur etwas für Geübte: Alle paar Meter, da, wo ein massiver Stahlstift im Fels das Seil hält, muss umgehakt werden. Ein Prozedere, das höchste Konzentration erfordert. Denn ein Fehler beim Einhaken, ein unbedachter Schritt in der Felswand, kann schon das Leben kosten.

Mauerläufer-Klettersteig bei Garmisch-Partenkirchen

Der Mauerläufersteig ist ein extrem schwieriger Klettersteig in der Nordwand des Bernadeinskopf. Obwohl der Zustieg nur 30 Minuten dauert, steigen Sie hier schon bei einer Höhe von 1890 Metern nach der Abzweigung zu den "Schöngängen" ein.

Dadurch, dass der Steig (240 Höhenmeter) sehr schwer ist, ist er auch körperlich sehr kräftezehrend. Zudem gibt es bei einer Dauer von zweieinhalb Stunden nur wenige Rastmöglichkeiten und Sie müssen längere Passagen komplett durchklettern. Die Unfallgefahr ist dadurch sehr groß. Immer wieder wird in Zeitungen berichtet, dass Kletterer Unfälle hatten oder dabei sogar ums Leben gekommen sind. Meist hatten diese zu wenig Erfahrung oder die falsche Klettertechnik, hatten nicht die passende Kletterausrüstung an oder waren nicht gut genug gesichert.

Ein weiterer Grund für Unfälle besteht darin, dass die Tour im Vorhinein nicht genügend geplant oder die Kletterer einfach zu ungeübt waren. Dabei ist der Steig sehr gut abgesichert und verläuft entlang der Felsenstruktur. Insgesamt dauert die Tour gute zweieinhalb Stunden.

Öffnungszeiten: Der Steig sollte von Anfang November bis Ende März wegen der unsicheren Wetterverhältnisse gemieden werden.

Pidinger Klettersteig in Berchtesgaden

2003 wurde der begehbare Klettersteig in 1500 Arbeitsstunden errichtet. Im oberen Teil führt der Steig über eine alte Kletterroute, die 1921 erstbegangen wurde. Insgesamt dauert die Tour durch die Nordabstürze des Hochstaufen etwa drei Stunden.

Aufgrund seiner Höhenlage und auch wegen seiner Nähe zu Salzburg ist er schnell zu erreichen und ein beliebtes Kletterziel unter Kletterprofis. Der Grund: Die Steiganlage erfordert viel Kondition, Muskelkraft und Kletterkönnen. Der Schwierigkeitsgrad sollte daher nicht unterschätzt werden.

Außerdem befindet sich keine Wasserstelle im Steigbereich, also wäre es ratsam, immer selbst genügend zu trinken mitnehmen. Bis auf einige Passagen ist der Steig allerdings fast durchgehend gesichert – meist mit Sicherungsseil und Eisenklammern.

Öffnungszeiten: Der Steig ist ab Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet.

Grünstein-Klettersteig bei Schönau

Nur bei schönem Wetter ist der Klettersteig am Grünstein bei Schönau am Königssee zu empfehlen. Schließlich ist die Unfallgefahr besonders hoch, wenn die Felsen durch Regen und Nässe rutschig sind. Dennoch ist der dreistündige Isidor-Klettersteig im Berchtesgadener Land ein moderner und mittelschwerer Klettersteig (470 Höhenmeter) mit ein paar schwierigeren Stellen.

Diese Stellen sind steilere Wandbereiche, die alle aber gut gesichert sind. Highlight: der herrliche Anblick des Watzmann.

Öffnungszeiten: Der Klettersteig ist während der Wintermonate von Anfang November bis Ende März aufgrund der Wetterbedingungen gesperrt.

Alpspitz-Ferrata-Klettersteig bei Garmisch-Partenkirchen

Eigentlich gilt der Alpspitz-Ferrata-Klettersteig als anspruchsvolle und ideale Anfänger-Tour. Schließlich dauert sie nur zweieinhalb Stunden und ist großzügig gesichert - doch so harmlos, wie es klingt, ist der Klettersteig nicht wirklich. Der Abstieg gestaltet sich dafür nämlich umso kniffliger.

Während Sie wieder über die Schongänge zusteigen, müssen Sie nämlich über den Ostgrat und über den Nordwandsteig absteigen. Bei zu wenig Kondition oder Knieproblemen kann das zur Tortur werden. Zudem empfiehlt sich hier besonders, einen Helm zu tragen. In der Gipfelrinne herrscht Steinschlag-Gefahr. Daher ist Trittsicherheit hier besonders vonnöten. Leider kam es in der Vergangenheit durch Missachtung zu mehreren Unfällen.

Tipp: Der Alpspitz-Ferrata-Klettersteig (600 Höhenmeter) ist aufgrund seiner großartigen Aus- und Tiefblicke ins Höllental, auf Garmisch-Partenkirchen, den beeindruckenden Höllentalferner und die Zugspitze sehr beliebt und entsprechend überlaufen. Deshalb ist von einer Begehung am Wochenende abzuraten.

Öffnungszeiten: In den Wintermonaten von Anfang November bis Ende März ist der Steig geschlossen.

Hausbachfall-Klettersteig im Reit im Winkl

Ende 2012 wurde der Hausbachfall-Klettersteig fertig gestellt. Die knapp zweistündige Tour auf 900 Meter Höhe ist ein schöner Genussklettersteig am Alpenrand und bietet mit schönen Wasserfällen und steil abbrechenden Felsenschluchten einen herrlichen Anblick. Zudem ist dieser Klettersteig im Chiemgau der erste TÜV-Süd geprüfte und zertifizierte Klettersteig Deutschlands.

Doch so schön es auch klingt: Ein komplettes Klettersteig-Set und Helm sind auch hier dringend erforderlich wegen der vielen Querungen oberhalb der Wasserfälle. Durch die Nässe wird der Klettersteig auch oft bröselig oder grasig. Die Ausrutschgefahr ist hier also sehr hoch und sollte nicht unterschätzt werden. 

Öffnungszeiten: Auf Grund eines Defekts am Einstieg ist der Klettersteig vorübergehend geschlossen.

Höllental-Klettersteig auf der Zugspitze

Der Klettersteig durch das Höllental ist zwar nur mittelschwer, doch für Anfänger nur bedingt geeignet. Der Grund: Der Aufstieg zum höchsten Berg Deutschlands ist sehr anspruchsvoll - und lang. Knapp fünf Stunden dauert die anstrengende Bergtour auf 2200 Höhenmeter.

Voraussetzungen dafür sind eine hervorragende Kondition, Trittsicherheit, Bergerfahrung und Schwindelfreiheit. Das merken Sie spätestens dann, wenn Sie an der Randspalte zum recht weit entfernten Felsen hinüber müssen.

Generell empfiehlt es sich daher, einen Steinschlaghelm und auch im Sommer warme Kleidung zu tragen, da es auf der Zugspitze oftmals bei Wetterumschwüngen sehr ungemütlich werden kann. Der Klettersteig ist also nichts für schwache Nerven.

Zumindest entschädigt das herrliche Alpenpanorama und auch der Abstieg fällt wieder etwas leichter: Mit der Gondel fahren Sie zurück ins Tal.

Öffnungszeiten: Die Höllentalklamm ist nicht ganzjährig begehbar. Sie ist ungefähr ab Juni und bis zum 3. Sonntag im Oktober geöffnet.

Tegelberg-Klettersteig im Allgäu

Nahe Schloss Neuschwanstein gibt es für Kletterprofis einen abwechslungsreichen Steig: den Tegelberg-Klettersteig mit 890 Meter Höhe auf den Gelbwandschrofen. Ab der Hälfte der Gelben Wand führt eine Eisenleiter dort hinauf.

Doch die Route, die 2011 errichtet wurde, ist wegen seiner Steilaufschwünge, anstrengenden Querungen und Platten sehr anspruchsvoll. Dennoch ist der Steig, der knapp zwei Stunden dauert, gut mit Stahlseil und Klammern gesichert.

Highlight: eine Brotzeitbank mit Wandbuch in einer senkrechten Felsenwand. Hier können Sie das Bergpanorama genießen und ein Päuschen einlegen.

Gut zu wissen: Der Steig ist in mehrere Notrufabschnitte eingeteilt. Zudem kann man ihn im Sommer und Herbst wunderbar mit dem Fingersteig-Klettersteig kombinieren. Und wer am Ende noch Lust und Kraft hat, der kann noch einen Abstecher zum Märchenschloss machen.

Öffnungszeiten: Im Winter (Anfang November bis Ende Märzt) ist der Tegelberg-Klettersteig leider gesperrt, da die Sicherungsseile teils bereits entfernt sind.

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Von Jasmin Pospiech

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