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Weit über das Inntal reicht der Blick vom Berggasthaus Aschenbrenner bei Kufstein, wo für jeden Wintersportler etwas geboten ist.  freia oliv

Grenzenlose Freiheit

Kufsteiner Stadtberg lockt zur Entspannung

Hoch über dem Inngraben sitzen, sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen, während drunten alles an der Autobahn entlangwuselt – das hat etwas.

Vor allem dann, wenn der Weitblick entlang der Nordalpenkette vom Wendelstein bis fast nach Bregenz dem dichten Gedränge im Tal einen befreienden Gegenpol setzt. Für die Kufsteiner ist ihr Stadtberg die Kurzentspannung, für alle anderen bietet die alpine Südseite des Städtchens genug Gelände für einen Tages- wie auch Wochenendtrip. Und zwar mit und ohne Schnee, mit Ski, Schneeschuh, Rodel, mit Wanderschuhen oder dem Mountainbike.

Der Tross der Skitourengeher zieht direkt hinauf zum Brentenjoch: Der Kaiserlift, der heuer bis 1. Mai fertig renoviert werden soll, steht seit einiger Zeit still, hat dafür aber eine „Skitourenpiste“ hinterlassen, die mit stattlichen Hängen aufwartet. Wenn schon kein Tiefschnee, wird da immerhin teils eine saubere Steilheit geboten und so manch kleine Variante ist auch drin. Während man hie wie da auf guten Wegen auch im Winter Wanderer antrifft, haben die Rodler nur ein Ziel: das Berghaus Aschenbrenner mit seinem weit geschwungenen Forstwegen hinab – die sich schneefrei auch gut radeln und zu Fuß über den Wanderweg auch abkürzen lassen.

Das Aussichtsplateau darf als halber Geheimtipp gelten – was dem Wirt und Jäger Alois Taxauer gar nicht so recht ist. Er hat das komfortable Haus vor einigen Jahren gekauft, hat zuletzt ordentlich in die mittlerweile mit Gütesiegel versehene Rodelbahn investiert und bemüht sich sehr, seine Gäste in jeder Hinsicht zu verwöhnen. Das fängt beim ergiebigen Tourenfrühstück an und endet abends mit einem tollen Blick auf den Sonnenuntergang von der Terrasse aus. Sommer wie Winter bieten sich hier schöne Weiterwege an, auch auf den Kaiser. Bei Mehrtagestouren kann man hier – 30 Minuten vom Hauptweg und vom Kaiserlift entfernt – eine echte Ruhepause einlegen.

Weiter zur Kaindlhütte oder auf den Gamskogel kann im Schnee durchaus Spurarbeit angesagt sein: Herrlich! Schneeschuh-Individualisten können sogar noch den einen oder anderen weiteren Buckel erspähen, auch ein paar verschwiegene Orientierungsziele sind zu entdecken. Im Angesicht der schroffen, mächtigen Nordwände des Wilden Kaisers ist das eine überraschende Perspektive, gewürzt vom Ausblick über den Zahmen Kaiser hinweg. Das beste aber kommt zum Schluss: Rodeln, Skifahren oder Biken talwärts.

Oder, einen Nachmittagskaffee auf der Duxeralm später, sich die Serpentinen des Elfenhains hinab schrauben, immer den glänzenden Inn und das hübsche Kufstein im Visier. Mit seinen gut 18.000 Einwohner bietet die Stadt vor allem eine schöne Flusspromenade, eine attraktive Altstadt und einiges an Sehenswürdigkeiten. Vor allem natürlich die Festung, die markiert, dass der Ort lange Zeit ein umkämpfter Grenzstein zwischen Bayern, Tirol und dem habsburgischen Österreich war. Insbesondere die Bahn macht’s möglich, dass man hier, eine stress- und staufreie Stunde von München entfernt, heute seinen Frieden mitten in der Bergidylle findet...

Von Freia Oliv

BERGGASTHAUS ASCHENBRENNER

ANFAHRT – Bahn: Meridian bis Kufstein (Bayern-Ticket ist gültig), durch die Stadt 15 Min. bis Mittendorfer Str. Auto: A 8 München – Salzburg; Inntal-Dr. auf A 93/A 12 bis Kufstein Nord. Über Zentrum zur Mittendorfer Str. bis Waldrand / Straßenende. Begrenzte Parkmöglichkeiten. Alternativ: Parkplatz Kneippbad.

TOUREN1) Aufstieg Berggasthaus Aschenbrenner (1135 m); Gehzeit: 2 Std. / 600 Höhenmeter, Schwierigkeit leicht. Forststr. / Rodelbahn bis Berggasthaus, bestens ausgeschildert. Im Sommer auch per Rad. Einige Kehre können zu Fuß / mit Schneeschuhen auf dem Wanderweg abgekürzt werden.

  • 2) Aufstieg Gasthaus Aschenbrenner zum Brentenjoch / Weinbergerhaus (1272 m): 30 bis 40 Min. /140 Höhenmeter, Panoramaweg leicht. Nach dem Berggasthaus zweigt links der Weg (beschildert) ab zum Brentenjoch. Forstweg bis Joch, links Weinbergerhaus. Oder auf Hälfte des Weges links ab hübscher Bergweg (beschildert) zur Hütte.
  • 3) Abstiegsvarianten: a. Forstwege (auch per Rad): 2:30 Std., leicht: Über Brentenjoch zur Duxeralm und weiter auf dem Forstweg Richtung Waldkapelle. b. Wanderwege (zu Fuß / mit Schneeschuhen): 3 Std., mittel: Zurück auf den Panoramaweg und rechts ab über den Schneerosenweg (beschildert) zur Forststr. Duxeralm, kurz auf dem breiten Weg weiter und dann über steilen, gut angelegten Elfenhain (beschildert) bis Kufstein und den Trimm-Dich-Pfad am Waldrand zurück zum Parkplatz.
  • 4) Touren ab Brentenjoch: a. Gamskogel (1449 m), Gehzeit: 2,5 Std.; Schwierigkeit: mittel – zu Fuß bzw. ideal mit Schneeschuhen; auch per Ski ab / bis Forststr. Duxeralm. b) Kaindlhütte (1293 m); Gehzeit: 3 Std. – ideal mit Schneeschuhen (auch zu Fuß / per Radl im Sommer). c) Taxlköpfl; Gehzeit 3 Std. – Schneeschuhe bzw. Skier. 5) Rodeln: Zertifizierte Rodelbahn ab Berggasthaus Aschenbrenner, dort auch Rodelverleih. 6) Skitour: Aufstieg über ehemalige Skipiste des Kaiserlifts zum Brentenjoch. Abfahrt wie Aufstieg.

EINKEHR

  • 1) Berggasthaus Aschenbrenner, Mo. Ruhetag. T.: 0043 / 5372 / 62220; Internet: www.berghausaschenbrenner. com
  • 2) Weinbergerhaus, Tel.: 0043 / 664 / 46 58 012; Internet: www.weinbergerhaus.at;
  • 3) Duxeralm, Mi bis So ab 10 Uhr; Telefon: 0043 / 4372 / 63812; Internet: www.duxeralm.at
  • 4) Kaindlhütte im Winter geschlossen, wieder geöffnet ab Mai; Tel.: 0043 / 664 / 16 86 568; www.kaindlhuette.com

KARTE – Kompass-Karte 9, Kaisergebirge.

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