Gewinnerin steht fest: Das tz-Wiesn-Madl 2017 ist ...

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Fantastische Ausblicke bieten sich schon am ehemaligen Reitweg des Königs, dem Normalweg zum Königsstand (1453 Meter).

Garmisch-Partenkirchen

Bergtour mit majestätischer Aussicht

Bergsteigen oder baden? Wer kennt an schönen Spätsommertagen nicht diesen Zwiespalt, vor allem, wenn auch der Nachwuchs seinen Spaß haben soll.

Direkt bei Garmisch- Partenkirchen gibt es jedoch eine Bergtour, die im wahrsten Sinne des Wortes einen Königsweg beschreitet: Sie beginnt und endet direkt an einem Badesee, ist mit nur 600 Höhenmetern nicht zu lang, dafür landschaftlich sehr beeindruckend. Doch die Wanderung hat noch einen weiteren Reiz: das Abenteuer. Neben dem „Normalweg“ zum Königsstand gibt es auch einen „Schleichweg“ hinauf zu diesem grandiosen Aussichtspunkt – einen einsamen, nicht markierten Pfad für wirklich trittsichere Bergwanderer durch herrlich wilde Natur. Noch ganz harmlos startet man zu dieser Unternehmung am Pflegersee. Über den bequemen, für Touristen gut präparierten Kellerleitensteig schlendert man Richtung Berggasthof St. Martin. Nach etwa einer Viertelstunde muss man sich dann aber entscheiden: Wandert man gemütlich, aber etwas länger, über den ehemaligen Reitweg des Königs empor oder nimmt man die abenteuerliche Variante durch steiles Gelände? Nur geübte Wanderer nehmen letztere Möglichkeit. An einem kleinen Wasserfall (heuer ziemlich ausgetrocknet) vorbei, steigt man hinauf zu einer Felswand mit Höhle, und erreicht anschließend eine imposante, überhängende Felsflucht, die wie eine Apsis in den Himmel ragt. Nur wenige Minuten später ändern sich die Eindrücke komplett. War die Landschaft gerade noch von schroffen Felsen geprägt, wirkt sie nun geradezu lieblich. Ein sattgrüner Grasteppich bedeckt die steilen, licht bewaldeten Hänge. Die hoch in den Himmel ragenden Kiefern geben der Umgebung gar eine mediterrane Note. Dann folgt beinahe urwaldähnliche Vegetation mit großen Farnen, ehe man den Königsstand erreicht. Ein wahrhaft königlicher Aussichtspunkt, den sich Maximilian II. Joseph, König von Bayern, nicht umsonst für die Gamsjagd ausgesucht hat. Was für ein Panorama bietet diese kleine Schulter im Kramer- Massiv: Garmisch liegt einem zu Füßen und Karwendel- wie Wettersteingebirge zeigen sich in ihrer ganzen Herrlichkeit. Zwei Bänke laden zur Rast, ehe man sich an den Abstieg über den „Normalweg“ macht.

Dieser führt über den ehemaligen Reitweg des Königs. Entsprechend bequem geht es hinunter zur Berggaststätte St. Martin am Grasberg. Während man sich hier bei einem Getränk oder einer Brotzeit entspannt, liest man auf der Speisekarte, dass der König diesen Ort als einen der schönsten im Werdenfelser Land lobte und sich deshalb an dieser Stelle eine Ruhebank errichten ließ. Auch wenn Garmisch damals noch ein Fleckerl war und sich der Ausblick somit etwas verändert hat, wird man dem König gerne beipflichten! Dann eilt man über den bequemen Kellerleitensteig zurück zum Ausgangspunkt und kann es kaum erwarten, ins kühle Nass zu springen. Am Pflegersee gibt es ein familiäres Strandbad (Eintritt: 2 Euro Erw., 1 Euro Kinder) mit traumhafter Bergkulisse. Ein königlicher Spaß, sichhier zu erfrischen!

Bernhard Ziegler

KÖNIGSSTAND (1453 METER) 

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende. Weiter B 2. Nach dem Farchanter Tunnel rechts Richtung Grainau und B 23 nach Garmisch-Partenkirchen. Gleich am Ortsbeginn beim Hotel Sonnenbichl rechts (Schild „Pflegersee“) in die Thomas-Knorr-Straße. Nach ca. 350 m erneut rechts in die Pflegerseestraße bis zum Wanderparkplatz am Pflegersee (845 m).

TOUR – Bei der großen Wandertafel beginnt die Tour. Man folgt dem ausgeschilderten, flachen Kellerleitensteig ca. einen Kilometer (etwa 15 Min.) bis zu einem kleinen Brückerl. Unmittelbar davor zweigt rechts der Maurersteig, ein schmaler, relativ unscheinbarer, unmarkierter und unbeschilderter Pfad ab. Diesem folgt man, zu Beginn ein kurzes Stück parallel zum Bachbett empor, ehe der Pfad nach rechts abdreht und in nördlicher Grundrichtung bis zu einer Felswand ansteigt. Hier findet man eine Höhle mit Kreuzen und Wegspuren in zwei entgegengesetzte Richtungen. Zum Königsstand hält man die nördliche Grundrichtung bei (wenn man also auf die Höhle blickt, geht es rechts weiter). Der Steig führt nun unter eine überhängende Felswand und weiter in einen steilen Grashang mit lichtem Kiefernbestand. Danach geht es über eine einfache, gut gesicherte Felsstufe empor.

Der Steig erreicht bald etwas flacheres Terrain mit teils urwaldähnlicher Vegetation. Dann erreicht man mit dem Königsstand eine nordöstlich vorgelagerte Schulter des Kramer-Massivs. Abstieg: Für den Abstieg empfiehlt sich auf jeden Fall der längere, jedoch wesentlich bequemere und einfachere Weg über St. Martin. Vom Gipfel auf dem Wanderweg (Ww.) ganz kurz nach Westen; dann quert der Weg nach Südwesten. An der Abzweigung zum Kramer vorbei, geht es bald in Serpentinen hinunter zur Berggaststätte St. Martin am Grasberg. Bei der Gaststätte links und auf dem Wirtschaftsweg in Serpentinen abwärts. Auf ca. 930 m Ww. zum Pflegersee. Über Kellerleitensteig zurück zum Ausgangspunkt. Weniger trittsichere Wanderer steigen hier auch auf! Tourdaten: 600 Hm; Aufstieg: 1,5 bis 2 Stunden, Abstieg: 1,5 bis 2 Stunden.

EINKEHR – 1. Berggasthof St. Martin (1028 m), während der Wandersaison täglich (o. Ruhetag) von 9 bis 18 Uhr. Tel.: 0 88 21 / 49 70; www.martinshuette-grasberg.de 2. Gasthaus Pflegersee, am Ausgangspunkt der Tour. Telefon: 0 88 21 / 27 71; www.pflegersee.com

KARTE – Kompass-Karte 5, Wettersteingebirge.

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