AC/DC-Legende Malcolm Young ist tot

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Gleich ist der Galtjochgipfel erreicht... Eine gewaltige Bergkulisse begleitet den Wanderer auf seinem Weg.

Blumenparadies über Berwang: Galtjoch und Abendspitze

Im Land weißer Sterne

Manche Gegenden nennt man meist nur im Zusammenhang mit Wintersport. So auch Berwang in den Lechtaler Alpen, wo es bereits im Jahr 1914 erste Skikurse gegeben hat.

Doch mit Beginn der warmen Jahreszeit geht die Zahl der Urlauber stark zurück. Eigentlich zu Unrecht. Oder Gott sei Dank! Dann bleiben die Wanderer unter sich. Es ist gar zu schön, wie sich im Sommer zwischen den Bergdörfern ein samtiger Wiesenteppich spannt, garniert mit wollweißen Schafen. Bei geschickter Planung kann man – auch ohne Hochleistungssportler zu sein – an einem Tag zwei Gipfel erklimmen und verdient sich so eine zweimalige Hütteneinkehr.

Westlich von Berwang im Weiler Rauth am Rotlech schlüpft man in seine Bergstiefel. Mit von der Partie ist Hund „Grizzly“. Und der freut sich, wenn das „Fraule“ seine Wasserration, frisch gezapft aus dem Rotlech, im Rucksack trägt. Denn die Wanderroute gibt über längere Etappen kein sprudelndes Bächlein ab. Im lichten Wald und auf den Feuchtwiesen wird schnell klar, dass man sich in einem Alpenblumenparadies befindet. Angeblich 1200 verschiedene Blumenarten sollen es sein. Erreicht man die freien Wiesenmatten der Raazalpe, erfreuen einen Trollblumen, die als gelbe Farbkleckse den Rasen zieren. Zudem schiebt sich eine gewaltige Bergkulisse ins Blickfeld. Der massige Thaneller (2341 Meter) fällt immer wieder ins Auge. Kaum zu glauben, unter diesem Koloss führt ein 4,6 Kilometer langer Stollen hindurch bis hinüber nach Zwischentoren.

In den Jahren 1975 bis 1977 wurde der Rotlech unterhalb der Raazalpe zu einem künstlichen See gestaut und sein Wasser wird seitdem im Heiterwanger Elektrizitätswerk zur Stromerzeugung genutzt. Nachdem man eine Pause auf der einladenden Panorama- Terrasse eingelegt hat, führt ein schmaler Weg unterhalb der felsigen Matten der Abendspitze entlang, wo Kuhschellenblüten als weiße Sterne zwischen den Latschen aufblinken. Auf einem breiten Wiesenjoch stellt sich die Frage: Entweder links hinauf zur Abendspitze oder gleich weiter über den langen Graskamm zum „2000er“ Galtjoch. Mit jedem Schritt höher zum Galtjochgipfel vergrößert sich das alpine Breitwandkino und am höchsten Punkt zeigt sich auch die Allgäuer Bergprominenz: Hochvogel (2592 m) und Großer Krottenkopf (2656 m). Falls die Frisur vom Winde verweht wurde – macht gar nichts! Im Blechkastl unterm Gipfelbuch liegt ein Kamm für Ästheten bereit. Perfekt gestylt gelingt dann das Gipfelfoto garantiert!

Bevor man Wurzeln schlägt, bricht man lieber wieder auf, marschiert um die Abendspitze herum und trifft auf ein weiteres Kleinod: die Ehenbichler Alm. Sie ist ideal gelegen, um nochmal den Durst zu stillen. Dann geht’s im angenehmen Halbschatten eines Mischwaldes hinab. Und falls die Zeit noch reicht, könnte man vor der Heimfahrt im „Bärenbad Berwang“ noch ins kühle Nass tauchen.

GALTJOCH 2109 M

ANFAHRT:

A 95 München – GAP bis Autobahnende. Weiter über die B 2 Richtung GAP. Nach Tunnel rechts auf die B 23 Richtung Fernpass, Ehrwald. Nach dem Bahn-Viadukt Ehrwald rechts, Richtung Reutte bis Bichlbach. In Bichlbach links Richtung Berwang. Weiter bis Rinnen. Dort bei Kapelle, Hotel Thaneller rechts auf schmaler Fahrstraße nach Rauth (1157 m). Vor der Rotlechbrücke parken.

TOUR:

Mittelschwere Wanderung, Bergwege teils steil und schmal, gut ausgeschildert. 1014 Höhenmeter, Strecke: 10 km. Gehzeit: Aufstieg ca. 3 Std., Abstieg ca. 2 Std. (mit Abendspitze 30 Min. zusätzlich).

Aufstieg: Vom Parkplatz über die Rotlechbrücke und links auf steilem Steig durch lichten Bergwald (Ww. „Alpe Raaz 614“). Forststraße überqueren und rechts auf Steig weiter bergan. Man trifft wieder auf die Forststraße und zieht auf dieser nach links (Ww. „Neuer Weg zu den Almen“ – „Raaz Almen 614“). Dann rechts wieder auf Steig im Wald empor. An Wegkreuzung mit großem Schilderbaum und Holzwegweisern nach rechts Ww. „Raaz Alm“ (beim Abstieg kommt man von links herab). Bald erreicht man freie flache Almwiesen. Man sieht rechts abseits der Route die Reuttener Hütte. 10 Min. später erreicht man die Raazalpe (1736 m) und eine Forststraße. Auf dieser geht’s am großen Marterl vorbei Ww. „Galtjoch“ –„Ehenbichler Alm“. Vor einem Holzdurchgang rechts einem Weg folgen Ww. „Galtjoch“. Unter den steilen Felsabbrüchen der Abendspitze über Bergwiesen aufwärts. Auf einem Wiesenjoch entweder nach links (Nordosten) über einen Weg durch Latschen zur Abendspitze oder rechts (Südwesten) dem Weg über einen langen Graskamm zum Galtjoch hinauf folgen.

Abstieg: Über gleichen Weg zurück zur Forststraße. Nun rechts auf Forststraße um die Abendspitze herum zur Ehenbichler Alm (1680 m). Gegenüber der Alm zweigt rechts ein steiler Weg in den Bergwald ab Ww. „Rinnen“. Später erreicht man die vom Aufstieg her bekannte Kreuzung mit dem großen Schilderbaum und Holzwegweisern und wandert auf dem gleichen Weg hinab.

EINKEHR:

Raazalpe, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Ende September, Lager für 15 Personen. Tel.: 0043/ 676 / 965 08 26; Ehenbichler Alm, bewirtschaftet von Ende Mai bis Ende Oktober, Lager für 16 Personen. Telefon: 0043 / 5412 / 62 936 oder 0043 / 676 / 96 61 435.

SCHWIMMEN:

„Bärenbad Berwang“ Freischwimm- Becken (26˚C), Kinder-Wasserwelt mit Spielbach (28˚C), 10 000 m² Liegefläche, Waldspielplatz, Hüpfburg. Von 22. Mai bis 5. September von 9 bis 18 Uhr (Juli/August bei schönem Wetter bis 20 Uhr) geöffnet; Tel.: 0043 / 664 / 5700 / 446. Info: www.berwang.at

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