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Viele Schüler lernen nicht mehr ordentlich schwimmen, ältere Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten.

Statistik

Leichtsinn und Selbstüberschätzung sind Hauptrisiken beim Schwimmen

Auch wenn die Zahl der Badetoten im Vergleich zu früher deutlich gesunken ist, sterben noch immer jedes Jahr hunderte Menschen in Deutschland an der Küste, in Flüssen oder Badeteichen.

Die Hauptursachsen sind Leichtsinn, Selbstüberschätzung, Unkenntnis örtlicher Gefahren und auch das schlichte Missachten von Baderegeln und Warnhinweisen. Viele Schüler lernen nicht mehr ordentlich schwimmen, ältere Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten.

SELBSTÜBERSCHÄTZUNG

Eine Risikogruppe sind ältere Menschen ab 50 Jahren. Sie überschätzen mitunter ihre Fähigkeiten und machen die Hälfte aller Badetoten aus. Auch wer sich fit und jugendlich fühlt, kann beim Rausschwimmen am Strand oder dem Durchqueren des Badesees plötzlich Gesundheitsprobleme bekommen. Vor Überanstrengung kommt es zum Herzinfarkt.

MÄNNER MACHEN DAS SCHON

Vor allem Männer überschätzen ihr Leistungsvermögen. Vier von fünf Badetoten sind männlich, ergibt die Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Männer beurteilen Wassertiefen, Strömungen und Verwirbelungen oft falsch.

LEICHTSINN

Angetrunken per Kopfsprung ins unbewachte Wasser - dies kann schnell zu gefährlichen Situationen führen und bis die alarmierten Retter dann vor Ort sind, ist es oft zu spät. Die DLRG rät: In unbewachten Seen nur zu zweit schwimmen, nicht in die Mitte, sondern am Ufer entlang und auf Temperaturunterschiede des Wassers achten. Dort wo es plötzlich kalt wird, kühlt man aus, Krämpfe drohen.

ORTSKENNTNIS

 Beim Schwimmen in einem unbekannten Gewässer drohen Gefahren durch Strömungen, Temperaturunterschiede oder seichte Stellen, wo der Kopfsprung mit einer Querschnittslähmung enden kann. Sich bei Ortskundigen schlaumachen hilft, auch im Urlaub.

BADEREGELN UND WARNHINWEISE

Für das erste Schwimmdiplom lernen Kinder die Baderegeln, später werden die Hinweise, etwa nicht überhitzt oder mit vollem Bauch ins Wasser zu springen, in den Wind geschlagen. Bei etlichen der Badeunfälle im vergangenen Sommer scherten Schwimmer sich außerdem nicht um simple Warnhinweise: Trotz dreier Warnschilder etwa sprangen Jugendliche von einer Brücke ins nur 50 Zentimeter tiefe Wasser an der Nordsee. Auch die rote Badeverbotsfahne am Strand wurde oft missachtet. Dabei ist sie der unmissverständliche Hinweis, dass im Wasser Gefahr droht und Schwimmen deshalb verboten ist.

SCHWIMMEN LERNEN

Den Menschen das Schwimmen beizubringen, damit nicht mehr so viele im Wasser sterben, war vor gut 100 Jahren Gründungsansporn der DLRG. Heute können zwar rund 80 Prozent der Menschen schwimmen, allerdings rund zehn Prozent weniger als noch Ende der 80er Jahre. Wegen klammer Kassen wurde so manches kommunale Schwimmbad geschlossen, klagt die DLRG. Viele Schüler erhalten deswegen keinen vernünftigen Schwimmunterricht mehr, auch für die Kurse der Schwimmvereine fehlen die Becken.

dpa

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