Gewinnerin steht fest: Das tz-Wiesn-Madl 2017 ist ...

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Gigantische Tiefblicke: Auf dem Weg zur Oberen Wettersteinspitze liegen einem Ferchen- und Lautersee zu Füßen.

Luftige Kraxelei

Als mächtige Eckpfeiler des gleichnamigen Gebirges erheben sich die beiden Wettersteinspitzen über dem tiefblauen Ferchensee bei Mittenwald. Auch für geübte Bergwanderer sind sie zu bezwingen.

Man möchte bei diesem Anblick kaum glauben, dass die höhere der beiden Spitzen, die Obere Wettersteinspitze (2298 Meter), für kraxelerfahrene Bergwanderer durchaus zu bezwingen ist. Für die weniger Geübten bietet aber auch der Vorgipfel am Gamsanger ein lohnendes Ziel. Von den „Ferchen“ (Forellen) hat der Ferchensee seinen Namen. Die tummeln sich auch heute noch in dem Bergsee, der mit 1060 Metern der höchstgelegene unter den vielen kleinen Seen in der Gegend von Mittenwald ist. Und auch im Hochsommer stets ein erfrischender Quell bleibt. Einen solchen wünscht sich, wer die rund 1200 Höhenmeter zur Oberen Wettersteinspitze überwunden hat und auf den tiefblauen Wasserspiegel hinunterblickt.

Gämsen tummeln sich im grünen Saal

Dabei geht es im Hochwald noch sanft los. Bei einer Wegverzweigung kreuzt man den Franzosensteig. Seinen Namen hat er von den 4000 Soldaten im Dienste Napoleons, die 1805 aus dem mit Frankreich verbündeten Bayern über den Höhenrücken in die Tiroler Leutasch vordrangen. Mit etlichen Kanonen fielen sie den verfeindeten Österreichern in den Rücken und eroberten den strategisch wichtigen Übergang ins Inntal.

Auf dem Weg gen Gipfel folgen nun mehr und mehr Schrofen und Geröll. Steil windet sich der Steig hinauf und erreicht recht luftig, dafür mit herrlichem Tiefblick, den sanften grünen Sattel des Gamsangers – ein perfekter Platz für die namengebenden Gämsen. Bei einer ausgiebigen Rast lassen sich die Tiere gut beobachten. Die klettertüchtigen Vierbeiner können an die sieben Meter weit und über zehn Meter tief über Felsabsätze springen und auf fingerbreiten Bändern balancieren. Wer Felsberührung nicht liebt, sollte den Gamsanger zum Tagesziel erklären. Die Gipfelstürmer müssen noch Kondition mitbringen und einige Male Hand anlegen, wollen sie den 300 Meter höheren Gipfel der Oberen Wettersteinspitze durch die steile Flanke erklimmen. Doch ist die Route gut markiert und kaum ausgesetzt. Nur oben am Gipfelgrat wird es luftiger, ein Drahtseil hilft hinauf zum höchsten Punkt. Von der Oberen Wettersteinspitze hat man die Zug- wie die Alpspitze, das Alpenvorland, das Karwendel und die Zentralalpen im Blick. Nicht minder schön sind die gut 1000-Meter-Tiefblicke auf den blauen Ferchensee im Norden und die grüne Tiroler Leutasch im Süden.

Wer übrigens gar keine Bergambitionen hat, kann auch die anderen hinaufschicken und für ein paar Stunden unten am Ferchensee bleiben. Das ganze Ufer taugt zum Baden, Liegen und Faulenzen...

Christian Rauch

WETTERSTEINSPITZE (2298 M)

ANFAHRT - Bahn: Regelmäßige Zugverbindung von München über GAP nach Mittenwald. Auto: A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende. B 2 über GAP bis Mittenwald. Zum Ferchensee fährt (Mai-Oktober) vom Bahnhof Mittenwald etwa stündlich ein Wanderbus (Hin-/ Rückfahrt 5 Euro/Erw.). Fahrplan auf www.mittenwald.de unter Ortsinfo/Fahrpläne. Anfahrt zum Ferchensee auch per Radl (von Mittenwald Richtung Leutasch, erster Parkplatz bei der steilen Straßenkehre, und weiter an der Kehre geradeaus zum Lautersee. Kurzer Anstieg zur Ferchenseehöhe, hinunter zum Ferchensee. Am Südufer Anschlussweg zum Gipfel. Verschiedene Fußwege von Mittenwald zum Lauter- und Ferchensee (Gipfeltour dann aber sehr lang).

Auss.: Kompass-Karte 5, Wettersteingeb.; Lizenz: 17-0906-LVB.

TOUR - Gehzeit ab Ferchensee und zurück: 5-6 Std. Anforderungen: Markierte Steige, aber teils steil und etwas ausgesetzt. Bis zum Gamsanger Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Am Gipfel der Oberen Wettersteinspitze leichte Kletterstellen im I. Schwierigkeitsgrad. Stellenweise drahtseilgesichert (aber nicht überall!) Verlauf: Am Seeufer rechts halten und auf dem Weg am bergnahen (südwestlichen) Ufer entlang. Nach ca. 800 Metern, kurz vor der Südspitze des Sees, rechts auf eine Wiese Richtung Bergfuß. Am Wiesenrücken (links abseits eine Hütte) führt ein schmaler Weg zum lichten Wald und weiter hinauf. Beim nächsten Abzweig stößt von links der Franzosensteig hinzu. Rechts auf dem „Schützensteig“ weiter. Bald danach links dem Schild „Obere Wettersteinspitze“ folgen. Durch Latschen und Fels (eine Seilversicherung) in ein großes Kar. Über Schotter und später leicht ausgesetzt auf den Gamsanger. Von dort markiert, aber zunächst ungesichert über einige Kraxelstellen (I) auf den Gipfelgrat und mit Seilversicherung zum Gipfel. Abstieg wie Aufstieg.

KARTE - Kompass-Karte 5, Wettersteingebirge.

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