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So machen Sie Ihr Fahrrad fit für den Frühling

In den nächsten Tagen kommt endlich der Frühling – doch viele Fahrräder stehen noch winterstarr im Keller: die Kette rostig, die Reifen platt… Die tz erklärt, wie Sie Ihr Radl fit machen, um gleich das erste laue Lüfterl als Rückenwind nutzen zu können. Und keine Bange: Für diese Handgriffe brauchen Sie kein Schrauber-Diplom.

- Frühjahrsputz: Haben Sie das Fahrrad dreckig ins Winterquartier gestellt? Dann gönnen Sie ihm jetzt einen Frühjahrsputz. Aber bitte nicht mit dem Hochdruckreiniger! Kärcher & Co. pressen Wasser in die Fahrradlager und machen ihnen dadurch den Garaus. Besser den Rahmen und alle Anbauteile mit Fahrradreiniger einsprühen, kurz einwirken lassen und mit einem Schwamm den Dreck abwischen. Dann mit einem feineren Putzzeug, etwa einer alten Zahnbürste, die verwinkelten Teile (Gangschaltung, Bremsen...) von ihren Belägen befreien. Schließlich das ganze Rad trocknen lassen, Wasserränder mit einem sauberen Lappen wegpolieren – fertig! Expertentipp: Spezielle Konservierungssprayskann man sich sparen; sie können das Anhaften neuen Drecks kaum verhindern.

- Druck machen: Während einer Winterpause entweicht dem Fahrradschlauch Luft, auch ohne Loch oder undichtes Ventil. Machen Sie die Daumenprobe: Lässt sich der Reifen mehr als einenZentimetereindrücken, braucht er Frischluft. Auf den Reifenflanken finden Sie einen Aufdruck mit dem empfohlenen Luftdruck, zum Beispiel „Min 2.0 Bar – Max 4.0 Bar“. Nun braucht man nur noch eine Fahrradpumpe mit Druckmesser. Expertentipp: Hoher Luftdruck reduziert den Rollwiderstand, allerdings auch die Reifenhaftung. Für unbefestigte Wege bleibt man also besser am unteren Rand der Luftdruckempfehlung.

- Kettenreaktion: Die Kette braucht besondere Fürsorge,undzwarschon bevor sie quietscht, rostrot anläuft oder sich Kettenglieder festsetzen. Eine gründliche Wäsche mit Fettlöser ist nur bei extrem verschmutzten Ketten nötig. In der Regel genügt es, die Kette durch einen Lumpen laufen zu lassen, um den groben Schmutz abzustreifen. Dann je einen Tropfen Kettenöl auf jedesGliedauftragen, einige Male den Antrieb im Leerlauf drehen und schließlich das überflüssige Öl mit einem Lappen abwischen. Expertentipp: Verwenden Sie eher dünnflüssiges Kettenöl (zum Beispiel von Dynamic); es muss öfters aufgefrischt werden, zieht jedochdenSchmutznicht so stark an wie zähes Öl.

- Gut geschmiert: Alle beweglichen Teile sollen laufen wie geschmiert. Geben Sie also auch auf die Drehpunkte der Schaltung, der Pedale sowie auf die Schalt- und Bremszüge einen Spritzer kriechfähiges Schmiermittel, zum Beispiel Teflonspray. Soweit vorhanden, brauchen auch Federgabel und Heckdämpfer an ihren Gleitbuchsen von Zeit zu Zeit eine kleine Fettpackung, damit derSchmutz draußen bleibt und die Federung geschmeidig arbeitet. Expertentipp: An Federelementen ist Teflonspray fehl am Platz; besser: Federungsfett wie Rock Shox Judy Butter.

- Bremsencheck: Bevor Sie in die Pedale treten, prüfen Sie unbedingt die Funktionsfähigkeit der Bremsen! Ein häufiges Verschleißteil bei Felgenbremsen sind die Beläge: Ist das Gummi soweit abgerubbelt, dass die Rillen nicht mehr zu sehen sind, unbedingt durch neue Beläge ersetzen! Häufig leidet die Bremsleistung auch unter verschmutzten oder korrodierten Bremszügen. Ein Spritzer Teflonspray in die Enden der Außenhüllen lässt sich Bremskabel wieder leichter durch die Hülle gleiten. Expertentipp: Funktionstüchtige Bremsen sind lebenswichtig. Überlassen Sie Reparaturen im Zweifel lieber einem Fachmann.

- In die Gänge kommen:Kettenschaltungen können sich während einer Winterpause verstellen – Kettenrattern, oderungewollteGangwechsel sind mögliche Folgen. Meist genügt es, mithilfe der kleinen Zugspannschraube (wo das Kabel in die Schaltung mündet) nachzujustieren: Dreht man sie gegen den Uhrzeigersinn, wandert das Schaltwerk zum größeren Ritzel, und umgekehrt (gilt für die meisten Schaltungsmodelle). Expertentipp: Die Justage der Gangschaltung immer nur in kleinen Schritten vornehmen.

- Es werde Licht: Funktionieren der Scheinwerfer und das Rücklicht? Falls nicht, überprüfen Sie Kabel und Steckverbindungen. Eventuell muss ein Birnchen ausgetauscht werden. Geht Ihnen dann immer noch kein Licht auf, lassen Sie besser einen Fachmann mit Spannungsmessgerät ran. Expertentipp: Machen Sie den Lichttest unbedingt schon vor der ersten Nachtfahrt!

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