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Steil nach oben soll es für die Firma Rikscha-Mobil mit ihrer Marke „Pedalhelden“ gehen.

Mehr als ein schnödes Fahrrad

Eine kleine Sonnenblume aus Plastik wippt das Köpfchen hin und her. Solarbetrieben. Grüne Energie. Das passt zum Image.

Das Plastik- Blümchen wackelt im Schaufenster eines neuen Ladens an der Müllerstraße 6. Hier haben sich die „Pedalhelden“ eingerichtet. Mit grünen Kissen, grünen Decken – und ihren Fahrrädern. Bis jetzt waren die Pedalhelden vor allem unter dem Namen „Rikscha-Mobil“ bekannt. Jene Firma, die im Juni 1997 mit dem ersten „Radl-Taxi“ Münchens auf dem Marienplatz auftauchte. 14 Jahre später gehören die Rikschas längst zum rollenden Stadtbild. „Aber wir sind mehr als das“, betont Frank Boukes. Deswegen haben sie nun die Dachmarke „Pedalhelden“ gegründet. Und ihren ersten Shop eröffnet.

„Wir wollten sichtbar sein – zum Anfassen“, sagt Boukes. Bislang lief das Geschäft mit den untypischen Rädern vor allem über Telefon und Internet. Jetzt können die Radler im Laden erst anfassen, worauf sie sich später draufsetzen. Die Pedalhelden verkaufen ihre Räder zwar auch, meist werden sie aber stundenweise vermietet.

Manche Gefährte erinnern nur noch entfernt an das klassische Fahrrad. Wie das „Conference-Bike“, auf dem sieben Pedaleure im Kreis hocken. Einer lenkt, alle strampeln – und die Fußgänger staunen. Oder der „Streetstepper“. Statt Pedalen gibt es große Trittflächen. Der Sattel fehlt. Dann wird „gesteppt“. Treppensteigen auf dem Radl. „Wie im Fitnessstudio, nur draußen“, erklärt Boukes.

Das kleine Münchner Unternehmen kommt immer wieder auf neue Ideen. So gibt es inzwischen ein „Hochzeitsmobil“ – eine Rikscha, die Frischverheiratete vom Standesamt zur Feier bringt. Oder das „Überraschungs- Taxi“ für Geburtstagskinder. Zum Kerngeschäft gehören auch Stadtführungen auf Rädern. Die Rikscha-Piloten, meist sind es Studenten, müssen einen Test ablegen, bevor sie zu Pedalhelden werden dürfen. Sie wissen, wie alt die Stadt ist und warum die Drückebergergasse Drückebergergasse heißt. Und nach der Fahrt wissen es dann auch die Kunden.

Der Markt für Rikscha- Touren wird in München immer umkämpfter. Mit ihrem Laden und der neuen Signalfarbe Grün wollen die Pedalhelden aus der Masse herausstechen. Damit, und mit den putzigen Plastik-Sonnenblumen im Schaufenster.

THOMAS SCHMIDT

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