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Michael Pause gibt Tourentipps für die tz -Leser.

Tourentipps von Michael Pause: Frühling im Schnee

Den Winter suchen oder den Frühling genießen? Vor diese Wahl stellen die Warmlufteinbrüche dieses Winters die Bergfreunde. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie schnell Eiseskälte und Frühlingslüfterl sich abwechseln können.

Bergtour-Experte: Michael Pause (58)

Also – mit Tourenski oder Schneeschuhen in die obere Etage oder mit Wanderstiefeln nicht ganz so hoch hinaus. Oben locken bei dieser Konstellation die Gipfel, auf halber Höhe die Wirtshäuser. Michael Pause (58), Autor mehrerer Bergführer, hat für die tz-Leser zwei Tipps für diesen frühlingshaften Winter parat – zwei sonnenverwöhnte Touren, einmal für Wanderer, einmal für Skibergsteiger.
Die Skitour auf den Bernadeinkopf hat Michael Pause erst kürzlich mit der ehemaligen Abfahrts-Olympiasiegerin Marina Kiehl unternommen. Bewegte Bilder davon zeigt Pause am Donnerstag, 17. Februar,  (21.15 Uhr) in seiner BRSendung Bergauf-Bergab.

Tourtipp: Köstliche Wanderung ins Kaisertal

Vorderkaiserfelden- Hütte  auf 1384 Metern.

Wanderern empfehle ich einen Ausflug ins Kaisertal; dieses bis vor wenigen Jahren nur zu Fuß erreichbare Tal, das im Winter einen besonderen Zauber besitzt. Vom Parkplatz geht’s über die vielen Stufen der Sparchenstiege nach oben, dann hinein in die Welt der Stille. Vis-à-vis und im Talschluss ragen die verschneiten Nordwände des Wilden Kaisers in den Himmel, während der Weg in der Sonnenflanke nach oben steigt. Bis zur bewirtschafteten Rietzalm (Montag Ruhetag) sind es knapp 700 Höhenmeter, also rund 1,5 Stunden; wer da noch Schmalz in den Wadln hat, schafft auch noch die halbe Stunde zur Vorderkaiserfelden- Hütte (1384 m). Der traditionsreiche Stützpunkt der DAV-Sektion Oberland steht nahe dem steilen Nordabbruch des Zahmen Kaisers, sodass der Ausblick hinaus ins Inntal reicht, zum Gipfelmeer zwischen Wendelstein und Zillertalernundnatürlichdirekt in die schattigen Kaiserwände. DemAugenschmausentspricht das außergewöhnliche Speisenangebot der Wirtsleute. Fürs Dessert empfehle ich eine halbe Stunde (oder mehr) auf dem Sonnenbankerl – der Tank reicht mindestens für eine Woche!

Die Wanderung zur Vorderkaiserfeldenhütte verläuft fast vollständig auf einem von der Sonne verwöhnten Bergrücken.

TALORT: Kufstein, Sparchenparkplatz (gebührenpflichtig).
TOURENVERLAUF: Über die Sparchenstiege ins Kaisertal – am Ausgang des Zufahrtstunnels der Einheimischen vorbei und kurz vor dem Pfandlhof links steil hinauf zur Rietzalm (Montag Ruhetag!) – weiter zur Vorderkaiserfelden-Hütte (1384 m, Dienstag Ruhetag, Übernachtungsmöglichkeit). Dauer: 1,45 – 2 Std.
TIPP: Wanderstöcke verwenden!
INFOS: www.vorderkaiser felden.com, Telefon: 00 43 / 53 72 / 6 34 82.

Tourtipp: Abseits des WM-Trubels auf den Bernadeinkopf

Die Skitour auf den Bernadeinkopf hat Michael Pause erst kürzlich mit der ehemaligen Abfahrts-Olympiasiegerin Marina Kiehl unternommen.

Bei den TV-Übertragungen der Ski-WM aus Garmisch- Partenkirchen hat die Welt gewiss auch die eindrucksvolle Kulisse wahrgenommen, mit der eleganten Alpspitze. Als Skitour bleibt sie Experten vorbehalten. Hinter Kandaharpiste und Kreuzeck lässt sich aber auch eine gemütliche, leichte Skitour unternehmen. Man gondelt in der Früh mit der Alpspitzbahn in die Höhe (bezahlt dafür allerdings 16,50 €), schwingt auf der Piste hinunter ins Bernadeintal und klebt erst dort die Felle unter die Ski. Nach dem Warmlaufen im Wald führt eine Spur rechts hinauf in Richtung Alpspitze. Bald hat man die sonnigen Hänge erreicht und gelangt über Geländestufenzum Bernadeinkopf. Beim Tiefblick in die Nordwand sowie angesichts des Wettersteins stellen sich echte Gipfelgefühle ein.

Bei der Brotzeit geht es dann darum, den perfekten Zeitpunkt für die Abfahrt abzupassen – nicht dass die Sonne den Firn allzu schnell in Sulz verwandelt. Das letzte Problem ist der Rückweg ins Pistengelände, der an der Bernadeinpiste zwingend noch mal nach oben führt.

Die Skitour zum Bernadeinkopf beginnt im PistengebietvonGarmisch- Partenkirchen:anderTalstation des Bernadeinlifts.

TALORT: Garmisch-Partenkirchen, Alpspitzbahn.
TOURENVERLAUF: Von der Talstation des Bernadeinlifts (1500 m) auf meist vorgetretener Spur wenige MinutendurchdenWald– beim Schild „Alpspitze“ rechtsabbiegen und ins offene Gelände – in 1900 m Höhe über eine Steilstufe zum Gipfelhang und zum Kreuz (2143 m). Dauer: 1,30 – 2 Std.
ABFAHRT: Entlang der Aufstiegsspur (abseits davonlauernAbbrüche!)– mit dem Bernadeinlift oder mit Fellen (40 Min.) zur Bergstation – auf den Pisten des Classic-Gebiets ins Tal.
LAWINENGEFAHR: Gering. Nach Neuschneefällen nur an der Steilstufe unter dem Gipfel und am Gipfelhang.

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