Lufthansa zieht Angebot zu Niki zurück

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Der „König vom Tegernsee“: Konny Looser aus der Schweiz, hier vor der Kulisse des Eiger, geht am 1. Juni als Titelverteidiger an den Start – der 25 Jahre alte Profi-Mountainbiker, gibt vorab Tipps für Renn-Neulinge.

Training und Taktik

Profi-Tipps für Mountainbike-Rennen

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Am 1. Juni startet wieder das Mountainbike-Festival Tegernseer Tal. Doch was muss man als Renn-Neuling bei diesem Hobby-Rennen beachten? Ein Profi gibt Tipps:

Sie nennen ihn den „König vom Tegernsee“, obwohl er aus der Schweiz kommt und obendrein einen Nachnamen hat, der eigentlich gar nicht zu seinen Erfolgen passt: Konny Looser (25), Marathon-Europameister bei der U 23 in den Jahren 2010 und 2011, Vollblut-Profi vom Team Wheeler-Ixs Pro. 2012 hat Konny Looser die extreme D-Strecke beim Mountainbike Festival Tegernseer Tal gewonnen, nach dem hochwasserbedingten Ausfall des Rennens vor einem Jahr peilt der Schweizer heuer die Titelverteidigung an. Vorab erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung, worauf die Teilnehmer – speziell Renn-Neulinge – achten sollten.

Wie dosiert man das Training in den letzten Tagen vor dem Rennen?

Man sollte mehr Wert auf die Erholung legen, damit der Körper frisch und ausgeruht am Start steht. Trainingstechnisch kann man in der Woche vor einem Rennen sowieso nicht mehr viel korrigieren. Zwei Tage vor dem Rennen empfehle ich einen Ruhetag, und dann einen Tag vor dem Rennen sollte man sich ein wenig einfahren, damit der Körper auf die Belastung vorbereitet wird – ein bis eineinhalb Stunden reichen dazu vollkommen aus.

Wie sinnvoll ist es, die Strecke vorher einmal abzufahren oder an der offiziellen Streckenbesichtigung teilzunehmen?

Eine gute Streckenkenntnis ist auf jeden Fall ein großer Vorteil. So kann man sich bereits im Vorfeld mental auf das Rennen vorbereiten und sich das Tempo besser einteilen, da man genau weiß, wie weit es noch bis ins Ziel ist und wie lange der einzelne Anstieg dauert. Wer zum ersten Mal anreist, der könnte am Tag davor zum Einfahren die letzten paar Kilometer vor dem Ziel anschauen, dann weiß er zumindest, wann für ihn Schluss sein wird.

„Das Ziel mit einem Lächeln erreichen“

Welches Material ist ratsam? Hardtail (schneller bergauf) oder Fully (bequemer bergab)?

Bei diesem Rennen bevorzuge ich ganz klar ein Hardtail. Da es viele Höhenmeter hat und auch oft sehr steile Anstiege, ist das Gewicht von großer Bedeutung. Die Strecke führt größtenteils auf Forststraßen und es gibt nur sehr wenige Abfahrten, wo man sich mit einem Fully einen Vorteil verschaffen kann. Dies sind aber „Rennfahrer-Gedanken“ – Hobby-Biker sollten sich darüber nicht allzu große Gedanken machen, sondern das Rad fahren, auf dem sie sich wohl fühlen.

Je nach Witterung muss unterwegs vielleicht die Kleidung anpassen – Rucksack mitnehmen oder Windschutz ins Trikot stopfen?

Ich persönlich bin gar kein Fan von Rucksäcken. Man schwitzt mehr am Rücken, und in den Abfahrten stört er nur. Die Kleidung ist bereits beim Start klar der Witterung anzupassen. Abziehen kann man immer, und jeder sollte sich bewusst sein, dass der Körper bei Kälte extrem viel Energie für die Temperaturregulation benötigt. Diese Energie fehlt bei falscher Kleidung in den Beinen, also dort, wo man ja eigentlich die Power gerne hätte! Ein Windstopper und Ärmlinge sind mit Sicherheit nie falsch, sie brauchen wenig Platz in der Trikottasche und können einem bei längeren Abfahrten vor Unterkühlung bewahren. Bei den Schuhen sind Klickpedalen ein Muss! Sie fördern nicht nur den runden Tritt und ermöglichen somit eine bessere Kraftübertragung, sondern geben auch noch mehr Sicherheit in den Abfahrten, da man direkt mit dem Bike verbunden ist und nicht von den Pedalen runter rutschen kann.

Wie sieht die ideale Ernährung am Wettkampftag aus?

Die Ernährung spielt neben guten Beinen beinahe die wichtigste Rolle. Beim Start sollten die Energiespeicher gefüllt sein, dies geschieht nicht mit dem Frühstück, sondern bereits in den Tagen zuvor. Übermäßig viel essen sollte man dazu allerdings auch wieder nicht. Am Tag vor dem Rennen kann man aber ruhig eine Portion mehr essen als üblich. Idealerweise sollte man die letzte Mahlzeit 2,5 bis 3 Stunden vor dem Start zu sich nehmen und auch ja nicht zu viel. Der Magen braucht zur Verdauung sehr viel Blut und Energie, und diese möchte man ja beim Rennen in den Beinen und nicht im Bauch verschwenden! Deshalb sind die gefüllten Energiedepots auch so wichtig. Ein kleines Frühstück, zum Beispiel Müsli, reicht völlig aus. Während dem Rennen sollte man dem Körper häppchenweise genügend Kohlenhydrate und Mineralstoffe geben. Mehr als 250 Kalorien pro Stunde kann er jedoch nicht aufnehmen. Auch mit stark zuckerhaltigen Getränken wie Cola sollte man sich möglichst lange zurückhalten, sie fördern nur die Krampfgefahr. Wichtig ist , dass man genügend Flüssigkeit zu sich nimmt – alle zehn Minuten einen kleinen Schluck aus der Flasche.

Wie soll ein Einsteiger das Rennen taktisch angehen, um seine Kräfte sinnvoll zu verteilen?

Schwierige Frage. Es ist extrem wichtig, dass man auf seinen eigenen Körper hört und ehrlich zu sich ist. Klar, unter dem Rennfieber vergisst man sich natürlich sehr schnell und läuft Gefahr, am Anfang zu schnell loszufahren. Bleibe dir selber treu und fahre dein eigenes Tempo – dein Körper wird dir am Ende danken und du wirst das Ziel mit einem Lächeln erreichen! Ein Marathonrennen beginnt erfahrungsgemäß erst nach zwei Dritteln der Distanz.

Wie lässt sich bei engen Bergabpassagen oder Trails das Sturzrisiko minimieren?

Generell rate ich immer allen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Der Spaß sollte im Vordergrund stehen und die Gesundheit ebenfalls. Wenn alle mit etwas mehr Toleranz unterwegs wären, dann käme es zu gar keinen Rempeleien oder Stürzen.

Das Rennen ist vorbei – wie steht es ums Party machen?

Eigentlich sollte man sich getreu „vor dem Rennen ist nach dem Rennen“ verhalten. Unmittelbar nach dem Rennen ist es extrem, wichtig, dass man dem Körper die wichtigsten Bausteine zur Regeneration gibt und die leeren Energiespeicher wieder auffüllt. Alkohol ist sehr schlecht und verzögert die Erholung zusätzlich. Die beste Medizin ist nach großen Strapazen immer noch Ruhe, und diese findet der Körper nirgendswo besser als im Schlaf. Wer sich also schnell erholen möchte, der sollte auf die Party verzichten – alle andern können ihren ersten Zielleinlauf bei einem MTB-Rennen ruhig etwas ausgelassener feiern.

Abschlussfrage: Was macht den Reiz des Festivals am Tegernsee aus?

Ich freue mich sehr darauf, da es eine wunderschöne Gegend zum Biken ist und mir die Streckenführung ebenfalls sehr Spaß macht. Die Strecke fordert einem durch die steilen Anstiege sehr viel ab, dafür wird man durch die tolle Aussicht und die geniale Stimmung auf dem Rennplatz entschädigt!

Von Martin Becker

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Infos zum MTB-Festival am Tegernsee

Fünf Strecken, Pasta-Party und großes Rahmenprogramm: Rund 3.500 Mountainbiker gehen am Sonntag, 1. Juni, auf einer der fünf Strecken beim SportScheck Mountainbike Festival Tegernseer Tal an den Start. Sportlich größte Herausforderung ist die Samsung-Strecke (D) über 87,3 Kilometer und 3289 Höhenmeter. Die Auto Eder-Strecke (C) führt über 70,4 Kilometer und 2400 Höhenmeter, die SportScheck-Strecke (B) über 59,7 Kilometer und 1440 Höhenmeter. Für ambitionierte Freizeitbiker ist die Park-Hotel Egerner Höfe-Strecke (A) mit 21,8 Kilometern und 599 Höhenmetern am besten geeignet. Hier sind beim Haibike E-Bike Rennen auch E-Bikes und Pedelecs mit bis zu 25 km/h Motorunterstützung und maximal 250 Watt zugelassen.

Genussbiker kommen bei der Cross Country Tourenfahrt auf der Naturkäserei-Strecke (E) auf ihre Kosten – ganz ohne Zeitnahme und damit auch ohne Zeitdruck. Starts der Rennen sind zwischen 8 und 10.30 Uhr, Siegerehrungen zwischen 14 und 17 Uhr. Für gute Unterhaltung sorgen die „Side-Events“ am Samstag, 31. Mai. Mit der offiziellen Festival-Eröffnung um 10 Uhr beginnt auch die Bike-Expo.

Weitere Attraktionen sind der Kids Cup (12 und 14 Uhr), der Haibike Uphill Contest (16 Uhr) und der Pull Contest (17.30 Uhr). Ab 18 Uhr treffen sich die Mountainbiker zur Pasta-Party mit Live-Musik auf dem Festivalgelände am Sportplatz Birkenmoos in Rottach Egern.

Weitere Informationen www.mtb-festival.de

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