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Begleitet vom herrlichen Karwendel-Panorama strampelt die Mountainbikerin hinauf zum Kögeljochsattel auf 1485 Meter.  

Bei den Fels-Riesen 

MTB-Tour um das Bergmassiv Unnütz am Achensee

„Einmal um die ganze Welt“, verspricht der Titel eines alten Schlagers. Nicht ganz so weit, aber immerhin um das dreigipfelige Bergmassiv Unnütz, führt unsere Mountainbike-Tour.

Am Nordzipfel des Achensees startet die landschaftlich sehr reizvolle Runde um den Hinterunnütz (2007 Meter), den Hochunnütz (2075 Meter) und den Vorderunnütz (2078 Meter). Auf einer gutmütigen Forststraße hält man sich Richtung Köglalm. Bald blitzt zwischen den Bäumen der türkisfarbene Achensee hindurch. Wer mag, legt beim Abzweig „Kaiser-Maximilian-Rast“ einen kleinen Stopp ein. Ein Wegerl leitet vorbei an einem anmutigen Weiher zu einem Rastplatz mit Achenseeblick. 

Nach der Rast schraubt man sich in mittelsteilen Kehren auf der Forststraße höher. Bald öffnet sich der Wald und man entdeckt die Hütten der Köglalm inmitten welliger Bergwiesen. Die bewirtschaftete Alm liegt etwas unterhalb der Forststraße. Unsere Route schlängelt sich jetzt schweißtreibend bergauf vorbei an einem Stallgebäude und weiter hinauf bis zum Kögeljochsattel. Auf dem grasigen Sattel wartet ein herrliches Karwendelpanorama und die hoffentlich gut gefüllte Trinkflasche. Die folgende kurze Etappe schätzen vor allem Freunde steiler, ruppiger Trails. Andere schieben lieber ein Stückerl. Wieder auf bequemer Forststraße rollend, erreicht man die Schönjochalm. 

Genuss pur ist die Abwärtsfahrt durch das Schönjochtal oberhalb einer tiefen Schlucht. Wie mit einem Paukenschlag erscheinen gegenüber die felsigen Nordwände der Rofanspitze, Hochiss, Seekarlspitze und Kotalmjoch. Langsam wendet sich die Runde gen Norden und verwöhnt mit Ansichten über die Veitsberggruppe hinweg Richtung Kaisergebirge. 

Doch auch der Nahblick auf „das schönste Ende der Welt“, so nennt sich der Ort Steinberg, zieht den Blick magisch an: Eingebettet in hügelige Blumenwiesen, gesäumt von traumhaften Bergen zeigt sich Steinberg. Es gibt mehrere Variationen, wann und warum zum ersten Mal Menschen in das abgelegene Tal gekommen sind. Möglicherweise waren es bajuwarische Flüchtlinge, die Ende des 8. Jhs. vor dem strengen Regiment fränkischer Vögte hierher ausgewichen sind. Denkbar ist auch, dass die ersten Siedler aus dem Raum Breitenbach bei Kufstein kamen, angetrieben vom Eifer irisch-keltischer Missionierungsboten. 

Unsere Runde dreht jetzt westwärts in Richtung Achenkirch. Rechts lässt sich die schöne Felspyramide des Gufferts bewundern und links zeigen die „Geschwister Unnütz“ ihr felsiges Gesicht. Nun muss man aufpassen, dass man den Abzweig von der Straße nicht übersieht. Hernach radelt man auf einer guten Forststraße im beständigen Auf und Ab entlang an grünen Hängen. Später präsentieren sich malerische Bauernhöfe auf Bergwiesen und gegenüber das Karwendelgebirge. Man hält sich an den aussichtsreichen Fahrweg durch Wiesen und Weiler oberhalb von Achenkirch. In der Schlussetappe rollt man hinab in den Ort und hat nun die Qual der Wahl bei den Einkehrmöglichkeiten.

Von Doris Neumayr

MOUNTAINBIKE-RUNDE ROFAN

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. B 318 bis Tegernsee, B 307 über Achenpass nach Achenkirch, Ortsteil Achensee (Nordspitze des Achensees). Kurz nach dem Tennisplatz des Hotel Cordial findet man auf der linken Straßenseite Parkmöglichkeiten vor dem Beginn einer Forststraße (940 m). 

TOUR – Mittelschwer, 27 km, 750 Hm, 2,5-3 Stunden (ohne Pause); meist Forstwege, kurze steile Abfahrt auf zerfurchtem Weg, gut beschildert; Rücksicht auf Fußgänger! An Engstellen absteigen! Trekkingrad ungeeignet! Verlauf: Auf dem Forstweg bergauf in den Wald (Ww.: Köglalm, Kaiser-Maximilian-Rast). Kurzer Stopp beim Ww. Kaiser-Maximilian-Rast. Ein Fußweg führt an einem Weiher vorbei zu einem Aussichtsplatz. Danach geht’s auf dem Forstweg mittelsteil bergan, bis sich die Hütten der Köglalm (1424 m) zeigen. Auf Bergwiesen oberhalb der Almhütte gabelt sich der Weg. Ein Karrenweg zieht links aufwärts (Ww. Schönjochalm, Steinberg). An einem Stall vorbei und steil über Wiesen zum Kögljochsattel. (1485 m). Ein anfangs zerfurchter, steiler Weg schlängelt sich abwärts und mündet in einer Forststraße, die zur Schönjochalm (1289 m) und weiter abwärts durchs Schönjochtal führt. Entlang einer Schlucht der Forststraße hinab. Man ignoriert alle Abzweigungen und hält sich immer Richtung Steinberg. Die Route dreht nach Norden, man kommt an eine Asphaltstraße. Auf dieser nach links und vorbei am Rofanlift II. Dann in eine schottrige Straße, kurz bergauf, dann länger hinab, bis man auf die Hauptstraße in Steinberg trifft. Auf asphaltierter Straße radelt man nach links Richtung Achenkirch. Beim Wohnhaus Obere Bergalm (1029 m), kleiner Parkplatz auf der rechten Straßenseite, bremst man. Jetzt überquert man die Straße und radelt auf einem Wiesenweg links bergan (Ww. Achenkirch). Über eine Brücke und in eine Forststraße. Im Auf und Ab am Hang entlang. Während der Querfahrt ignoriert man abwärtsführende Abzweiger. Kurz vor Achenkirch kommt man nach einem Weidegatter an eine asphaltierte T-Kreuzung. Geradeaus am Wiesenhang oberhalb der Häuser nach Süden. Später zieht das Sträßchen bergab zur Bundesstraße. Diese überquert man und folgt einem asphaltierten Weg über Wiesen hinab in den Ortskern Achenkirch. Hier links durch den Ort. An einer Gabelung (Kainrath Heizung) links aufwärts an der Kirche und dem Gemeindeamt vorbei. Jetzt geht’s geradeaus bis zur Linksabzweigung zwischen dem Panorama Hotel und Pension Sport Geisler. Hier also links über eine Brü- cke und auf einem asphaltierten Weg über Wiesen hinauf zur Bundesstraße. Gegenüber ist der Parkplatz. 

EINKEHR – Köglalm (1424 m) und Schönjochalm (1289 m) sind in der Weidesaison bewirtschaftet.

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