Lösung im Dauerstreit um Tourengeher

Friede auf den Pisten!

München - Den ganzen Sommer über haben Verhandlungen stattgefunden. Jetzt ist eine Lösung im Streit die Skitourengeher auf Pisten in Sicht. Diese sollen sich allerdings an Regeln halten.

In der Wintersport-Szene kennt sich kaum jemand so gut aus wie Christian Neureuther. Aber dieser Job war selbst für den erfahrenen Skiprofi eine besondere Herausforderung: Er vermittelte – sozusagen als bayerischer Ban Ki Moon – im brettlharten Streit zwischen Bergbahnbetreibern und Tourengehern. Heraus kam eine Art Friedensvertrag für Bayerns Skipisten. Die Inhalte wurden am Mittwoch in München präsentiert.

Künftig sollen die Tourengeher ganz offiziell bestimmte Pisten hinaufstapfen dürfen: „In allen bayerischen Skigebieten stehen jetzt tagsüber Aufstiegsmöglichkeiten zur Verfügung“, so Hanspeter Mair vom Deutschen Alpenverein (DAV).

Der DAV ist die wichtigste Interessenvertretung der Tourengeher. Rund 30 Prozent seiner Mitglieder sind inzwischen auf Steigfellen unterwegs – Tendenz steigend. Seit der vergangenen Saison sitzt der DAV in Gipfeltreffen regelmäßig mit dem Verband der Seilbahnen (VDS) zusammen, um Kompromisse für alle neuralgischen Pisten und Skigebiete auszuhandeln. Beide Seiten haben sich wohl stark aufeinander zubewegt, wie VDS-Chef Peter Huber durchblicken ließ: „Es ist unser Ziel, die Tourengeher nicht auszuschließen, sofern sie sich an die jeweils vor Ort ausgehandelten Regelungen halten.“

Im Gegenzug appellierten die DAV-Funktionäre eindringlich an ihre Mitglieder, besagte Regeln (siehe Artikel unten) strikt einzuhalten. Um dafür die Werbetrommel zu rühren, hat der Alpenverein extra einen Videoclip produziert – zu sehen auf www.alpenverein.de.

Über den Kompromis freute sich Vermittler Neureuther wie ein fleischgewordener Schneemann: „Da geht mir das Herz auf!“ Schließlich profitiere der gesamte Skisport von dem neuen Miteinander.

Wie VDS-Chef Huber erläuterte, seien vorigen Winter allein im Garmischer Skigebiet über 12 000 Tourengeher gezählt worden.

Andreas Beez

DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten

1 Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

2 Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf den Skibetrieb achten.

3 Besondere Vorsicht vor Kuppen, in Eng­passagen, Steilhängen, bei Vereisung und beim Queren der Pisten. Keine Querungen in unübersichtlichen Bereichen.

4 Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten.

5 Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. Bei Einsatz von Seilwinden sind die Skipisten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es besteht Lebensgefahr.

6 Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren. Bei Dunkelheit stets mit eingeschalteter Stirnlampe gehen, reflektierende Kleidung tragen.

7 Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Keine Skitouren in Skigebieten durchführen, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind.

8 Skitouren nur bei genügend Schnee unternehmen. Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.

9 Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit werden Tiere empfindlich gestört. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.

10 Regelungen an den Parkplätzen sowie Parkgebühren respektieren. Umweltfreundlich anreisen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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