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Eine traumhafte Moorlandschaft genießen Wanderer auf den guten Wegen zwischen Eschenlohe und Oberau.

Geheimnisvolle Landschaft

Im Nebel-Moor: Spätherbst-Wanderung zwischen Eschenlohe und Oberau

Eschenlohe und Oberau kennt man leider nur aus den regelmäßigen Staumeldungen. Das ist schade, denn zwischen den beiden Orten spannt sich eine sehenswerte Moorlandschaft.

Ein gutes Wegenetz schlängelt sich durch die weitläufige Moorkette und ermöglicht zu jeder Jahreszeit Naturerlebnisse. Kommt man aus Richtung München, fällt einem als erstes ein grüner Hügel, der Vestbichel, ins Auge. Dort oben stand einst eine Burg der Grafen von Eschenlohe. Heute befindet sich auf dem Bichl die Kapelle St. Nikolaus, zu deren Bau Steine der alten Burgruine verwendet wurden. Weiter im Süden am Ortsrand von Eschenlohe beginnt die heutige Wanderung. In der eher düsteren Jahreszeit zeigen sich Moore und Auen besonders geheimnisvoll. Wenn man vormittags über die Wiesenhügel zum Pfrühlmoos Filz wandert, verschleiern vielleicht noch Nebelfetzen den Weitblick und modellieren die fernen Berggipfel zu bizarren Figuren.

Der Weg führt direkt zum Mühlbach, der sich mehr und mehr verschmälert und irgendwann hinter dem Schilf verschwindet. Bald aber blubbert es ringsherum an vielen Stellen, dann hat man die „Sieben Quellen“ erreicht. Es sind Karstquellen, die einem Quellteich entspringen. Auwald und ausgedehnte Feuchtwiesenflächen bilden jetzt die Kulisse. Das Pfrühlmoos Filz gehört zum Europäischen Vogelschutzgebiet Murnauer Moos und ist Brut- und Nahrungshabitat von vielen gefährdeten Vogelarten. Noch weiter südwärts erreicht man das Unter- und Oberfilz. Sobald man neben den Weg auf feuchten Boden tritt, wabert er wie eine Weichbodenmatte. Ein etwas modriger Geruch liegt über der Landschaft und es wundert einen nicht, dass die Menschen früher Moore unheimlich fanden. Sicher dachten sie an die vielen Verirrten, an glühende Hölzer, an Sagen und Legenden.

Manchmal geht es ganz schnell: da lichtet sich auf einmal der Nebel, in schwefelblauer Silhouette zeigt sich dann der lange Kamm des Estergebirges zwischen Wank (1780 m) und Hoher Kiste (1922 m). Und ein markanter Fels, der die Form eines Kirchenschiffes hat, fällt einem ins Auge. Es ist die „Wilde Teufelskapelle (1069 m). Urgewaltig saugt der langgestreckte Grat des Wettersteingebirges den Blick an, während man den winterlich verwaisten Golfplatz Buchwies passiert. An der Loisachbrücke bei Oberau hat man nun die Qual der Wahl. Entweder man wandert über die gleiche Route zurück oder man folgt dem Loisachuferweg und spaziert längs der Loisach retour nach Eschenlohe. Ein kleiner Wermutstropfen, dieser ansonsten sehr schönen Strecke, ist die Nähe der Hauptstraße. Vielleicht zieht man aber auch direkt hinein nach Oberau, legt in der hiesigen Gastronomie eine stärkende Pause ein und fährt hernach mit dem Zug zurück. Falls es zeitlich passt, könnte man vor der Heimfahrt einen Abstecher ins „Oberauer Krippenmuseum“ einplanen, in dem man 19 Krippen aus verschiedensten Kulturkreisen bestaunen kann. Die naturgetreu verarbeiteten Details zeigen dem Besucher eindrücklich, dass die Geburt und der Leidensweg Jesu in allen Erdteilen erlebt wird.

von Doris Neumayr

Von Eschenlohe nach Oberau

ANFAHRT – Auto: A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Eschenlohe. Über die Bahngleise und an der Kirche vorbei nach Eschenlohe. Nach der Kirche rechts und die Loisachbrücke überqueren. Nach der Brücke rechts in die „Mühlstraße“. Auf dieser Straße bis zu einer MehrfachKreuzung. Der „Mühlstraße“ nach rechts folgen. Hier findet man mehrere Parkmöglichkeiten. Bahn: Regelmäßige Verbindung München bis Bahnhof Eschenlohe (Rückfahrt auch ab Bahnhof Oberau möglich). Informationen: www.reiseauskunft.bahn.de

TOUR – Insgesamt 12,7 km, 50 Hm. Gehzeit: Ganze Runde ca. 3,5 Stunden). Meist breite Forststraßen, teilweise asphaltiert, gute Ausschilderung. Der Rückweg entlang des Loisachuferweges ist bei hoher Schneelage als Loipe gespurt und den Langläufern vorbehalten. Verlauf: Vom Parkplatz geht man auf der „Mühlstraße“ kurz zurück zur Mehrfach-Kreuzung. Hier hält man sich an die Ausschilderung „Sieben Quellen Oberau“ und folgt der „Rautstraße“ südwärts. Gleich danach weist die Ausschilderung nach links in die „Römerstraße“. Diese Straße mündet in eine Forststraße. Auf ihr über aussichtsreiche Wiesen. In lichtem Wald kommt man bald an den „Sieben Quellen“ vorbei. Man bleibt immer auf der Forststraße und wandert teils durch lichten Auwald, teils durch eine offene Moorlandschaft. Der Weg quert eine breite Schotterreise und zieht später auf asphaltiertem Weg am Golfplatz Buchwies vorbei. Kurz vor der Loisachbrücke an einem Schilderbaum dreht man nach rechts und wandert jetzt am Loisachuferweg Richtung Eschenlohe. Im Oberfilz und im Deublesmoos entfernt sich der Weg etwas von der Loisach, folgt bald aber wieder dem Flussverlauf. Im Pfrühlmoos Filz führt eine Brücke über einen Bachlauf. Dann geht’s wieder am Ufer entlang bis Eschenlohe, wo man in einer Rechtskurve den Mühlbach überquert, bevor man den Parkplatz erreicht.

TIPPS – 1. Loipenplan & Winterwanderwege: www. eschenlohe.de/gemeinde/images/loipenplan.pdf 2. Oberauer Krippenmuseum (Schmiedeweg 3): 19 große Weihnachtskrippen. Öffnungszeiten Juli bis November Mittwoch 14 – 17 Uhr. Ab 1. Advent bis 1. Sonntag im Februar: Dienstag bis Sonntag 14 – 17 Uhr. Montags und Heiligabend / Silvester geschlossen. 3. Tourist-Information Oberau, Tel.: 0 88 24 / 93 973; Internet: www.gemeinde-oberau.de

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