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Einmaliger Bond: George Lazenby spielte den Geheimagenten auf dem Schilthorn.

Geheimagent 007 in den Alpen

Bond am Berg

George Lazenby spielte einmal 007 und nie wieder. Doch für die Region rings um das Schilthorn in den Schweizer Alpen wurde der Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ zum immerwährenden Glücksfall.

Jetzt eröffnete auf dem Berg gegenüber des Gipfeldreigestirns Eiger, Mönch und Jungfrau die Bond World 007.

Andere Seilbahnen in den Schweizer Alpen mögen beim Abfahren klingeln oder tuten. In den Kabinen der Schilthornbahn jedoch erklingt die wohl bekannteste Titelmelodie der Filmgeschichte – das James Bond Theme. Kein Wunder: Der Geheimagent bewahrte die einst längste Luftseilbahn der Welt vor einer drohenden Pleite. Mehr als 40 Jahre danach öffnete jetzt auf dem 2970 Meter hohen Schilthorn die völlig neu gestaltete Bond World 007.

Neue 007-Welt eröffnet auf dem Schweizer Schilthorn

Wo früher nur ein paar Schautafeln von der Verwandlung des Schilthorns in den fiktiven Filmschauplatz Piz Gloria erzählten, widmet sich nun eine moderne Ausstellung dem Mythos Bond. Im Mittelpunkt steht das cineastische Ereignis, das dem Bergdorf Mürren – Ausgangspunkt für Schilthorn-Touren – seine „68er Revolution“ bescherte: Die Dreharbeiten für den sechsten Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

Vom 21. Oktober 1968 an, so berichtete die Berner Zeitung, habe die 120-köpfige Filmcrew den Ort in Aufruhr versetzt. Tagsüber donnerten Hubschrauber über Mürren und das nahe Lauterbrunnental hinweg. In der Nacht habe für die partyverwöhnten Filmleute die Polizeistunde aufgehoben werden müssen. „Es „bondet“ im Kurort“, titelte die Zeitung Blick.

Für die größte Aufregung sorgte allerdings weder der Typ mit der Kino-Lizenz zum Töten, noch der glatzköpfige Filmbösewicht Ernst Stavro Blofeld alias Telly Savalas mit seiner weißen Katze. Das schafften vielmehr die zehn bildhübschen Bond-Mädchen.

Dem Australier George Lazenby brachten die attraktiven Damen freilich kein Glück: Er ging in die Filmgeschichte als der einzige der bislang sechs 007-Darsteller ein, für den der erste Bond-Film auch der letzte war. Weit vom Ruhm eines Sean Connery oder Roger Moore entfernt, blieben Lazenby danach nur Jobs in zweitklassigen Hongkong-Action-Streifen oder als Dressman.

Schilthorn

Mit 2970 Metern ist das Schilthorn der höchste Gipfel der Berner Voralpen (die den Berner Alpen nördlich vorgelagert sind). Es ist von Stechelberg durch eine Luftseilbahn erschlossen (Fahrten ab 7.25 bis 16.25 Uhr alle 30 Minuten) und von Mürren durch eine Standseilbahn (Fahrten von 9 bis 17 Uhr alle 20 Minuten). Am Gipfel des Schilthorns stehen die Bergstation und das Drehrestaurant Piz Gloria. 1968 und 1969 wurde hier der James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gedreht. Die Produktionsfirma soll 125 000 US-Dollar für die Nutzung des Gebäudes und den Bau des Hubschrauberlandeplatzes gezahlt haben.

Jedoch gibt es immer noch einen treuen Kreis von Lazenby-Fans. So hatte der attraktiv gealterte 73-Jährige jetzt bei der Eröffnung der Bond World etliche Autogrammwünsche zu erfüllen. Auch einige der Stuntmen waren zugegen. Ihnen war es mit zu danken, dass der Film trotz einer insgesamt wenig spannenden Handlung nicht floppte: Spektakuläre Hubschrauberflüge und Verfolgungsjagden auf Skiern und in Bobschlitten bügelten Drehbuch-Schwächen aus.
Zugleich ging „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ als der Streifen mit der herrlichsten Bergkulisse in die 007-Annalen ein. Und mit einem aufsehenerregenden Gebäude – dem ersten alpinen Drehrestaurant der Welt. Als Regisseur Peter Hunt der fast fertiggestellte Rundbau des Berner Architekten Konrad Wolf auf dem Schilthorn gezeigt wurde, war die Schauplatzsuche beendet: „Perfekt“, entschied Hunt. Die Entscheidung rettete damals das ingenieurtechnisch geniale, aber wirtschaftlich riskante Projekt Schilthornbahn.
Doch der 007-Glanz wäre wohl allmählich verblasst, wenn Schilthornbahn-Chef Christoph Eggert nicht entschieden hätte: „Dieses Thema wollen wir spürbar beleben und ausbauen.“ Das Ergebnis ist eine kleine, aber feine interaktive High-Tech-Show auf fast 3000 Metern Höhe. Die Schlüsselszenen des Films sind nun nacherlebbar – vom simulierten Helikopterangriff auf Blofelds Bergfeste im Originalgehäuse einer Alouette III der Air Glaciers bis hin zur halsbrecherischen Fahrt im orangenen Bobschlitten, in dem Bond einst dem Bösewicht davonraste.

Thomas Burmeister

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