Explosion? Nordkorea erneut von Erdstößen erschüttert 

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Fantastische Aussichten: Auf unserem Rundweg zwischen Ober- und Unterammergau liegen dem Wanderer der Passionsspielort und das Pulvermoos zu Füßen.

Der Passionsspielort aus der Vogelperspektive

Königliches Jagdrevier

Überall sind sie zu sehen. Sie sitzen im Auto oder auf dem Fahrrad, hetzen zu Fuß durch den Ort oder stehen hinterm Ladentisch: Männer mit üppigen Bärten und langen Haaren.

Eindeutig, Oberammergau ist wieder im Passionsfieber. Und über diesem Schauplatz thronen die Berge wie eh und je als stimmungsvolle Theaterkulisse...

Das Ammergebirge ist ein Wanderparadies und hält für alle Geschmäcker feine Häppchen bereit. Neben beliebten Bergen wie Ettaler Manndl, Kofel, Hörnle, Pürschling gibt es auch lohnende Touren, die nicht auf einem Gipfel enden. Unsere heutige Rundtour nutzt geschickt die Sonnenseiten des waldreichen Gebirges und verwöhnt mit aussichtsreichen Lichtungen, weiten Almwiesen und mit einer Einkehr auf einem Logenplatz.

Das war nicht immer so. Große Teile des Ammergebirges sind einst Königlich-bayerisches Hofjagdrevier und gewöhnlich Sterblichen nicht zugänglich gewesen. Später wird der Bergwald ausgebeutet, um die holzhungrigen Städte mit Baumaterial zu versorgen.

Erst als die Begriffe „Waldsterben“ und „Klimaveränderung“ aktuell werden, gibt es ein Umdenken. Forstbetriebe stellen auf naturgemäßere Waldwirtschaft um. Trotzdem ist es für Wanderer schwer verständlich, wie sich die x-te neue Forststraße mit der Ökologie in sensiblen Bereichen vereinbaren lässt...

Erster Augenschmaus der Rundtour sind die herrlichen Almwiesen beim Gasthof Romanshöhe. Meist ist es zu früh für eine Einkehr und deshalb wandert man weiter. Ein steiles Wegerl führt zu einer Waldwiese hinauf und schon spaziert man unter einem hellgrünen Dach, durch das die Sonne blinzelt.

Am mächtigen Jägerstand auf der Lichtung hat man bereits den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Vielleicht erblickt man sogar über den Baumwipfeln einen Steinadler. Man verwechselt ihn aber leicht mit einem Mäusebussard, der von der Gestalt her jedoch plumper erscheint und einen miauenden Ruf ausstößt. Der „König der Lüfte“ zeigt ein schlankeres Flugbild und kreist mit brettförmig ausgestreckten Flügeln.

In den sanft abfallenden Hängen des Stierkopfs zieht der Forstweg ohne größeren Höhenunterschied bequem dahin und überrascht mit Ausblicken zum markanten Teufelsstättkopf bis hinüber zum Kletterberg Geiselstein.

Wer mag, spaziert ein paar Meter hinauf zur unbewirtschafteten Stieralm, wo die breiten Grasflächen vor der Hütte einen köstlichen Pausenplatz abgeben. Der Weiterweg gestaltet sich noch schöner, was die Alpenrundschau anbelangt. Da geht’s inmitten von frischgrünen Bergwiesen hinab und vorbei an vielen Panorama-Bankerln. Umgeben von waldigen Hügeln liegt einem Unterammergau zu Füßen. Und später schließt sich die Rundtour auf der Romanshöhe.

Die beiden „Geschwister“ Ober- und Unterammergau verbindet ein malerisches Moorgebiet. Niemand weiß genau, wann es war, als ein Biber die Ammer heraufgepaddelt kam und sich im Pulvermoos niedergelassen hat. Inzwischen haben sich hier mehrere Nager angesiedelt. Mit seinem scharfen Mundwerk fällt der Biber Bäume und baut sich Laufgräben. Naturschutzfachleute sehen aber bislang keine Gefahr für die Landschaft. Selbst wenn er seiner Lieblingsbeschäftigung frönt und kleine Dämme in Wasserläufe baut. Jeder hat eben seine Passion...

Doris Neumayr

Rundweg Oberammergau

ANFAHRT – Auto: A 95 München–GAP bis Autobahnende. Weiter B 2 bis Oberau. Rechts B 23 Richtung Ettal, Oberammergau. Nach dem Kolbentunnel rechts nach Oberammergau Rottenbucher Straße, Bahnhofstraße, Parkplatz „P2“ beim Passionsspielhaus (weitere Parkplätze P1, P3). Bahn: Regelmäßige Verbindung von München nach Oberammergau. Informationen: www.bahn.de

RUNDTOUR – (Wanderwege/Forstwege, 13 km, 510 Höhenmeter, Gehzeit ca. 4 Stunden). Vom Parkplatz P2 (Ausgangshöhe 835 m) zur „Feldiglgasse“, „Theaterstraße“. Nach ev. Kirche links über Brücke. Auf Straße „In der Furch“ (Schild: Unterammergau über Romanshöhe) nordwärts. Rechts in „Rottstraße“, gleich links in „Romanshöhweg“. Auf Sträßchen flach über Wiesen. Im lichten Wald steiler bergan bis zu Almwiesen beim Gasthof „Romanshöhe“ (965 m). Vorbei am Gasthof nach Nordwesten. An Verzweigung rechts (Schild: Aufacker, Hörnle Weg Nr. 19). Über steinigen steilen Weg empor. Nach Lichtung wieder in den Wald. An Verzweigung links auf Hauptweg bleiben (grünes Dreieck). Auf großer Waldschneise mit Jägerstand (1120 m) links auf Forstweg (Schild: Unterammergau Weg 19c). Bergab über Brücke. Ohne großen Höhenunterschied aussichtsreich auf Forstweg dahin (Abzweiger ignorieren). Vor einem Unterstandshäuschen rechts Abstecher zu Almwiesen Stieralm. Zurück auf Forstweg über Bergwiesen abwärts. An Verzweigung links zum Wald (Schild: Ammergauer Wiesmahdweg). Nach Brücke rechts (Schild: Unterammergau) am Bach entlang. An Gabelung rechts bergab über Wiesen. An Verzweigung links (Schild: Altherrenweg, O’gau, Wiesmahdweg). Gegenanstieg 100 Hm Romanshöhe und zurück zum Ausgangspunkt.

GIPFELTOUR – Großer Aufacker (1542 m; Wanderwege, 660 Hm, leicht, Aufstieg ca. 2 Stunden, Parkplatz Bad Wellenberg). Vom Parkplatz kurz der Beschilderung: „Altherrenweg, Romanshöhe“ folgen. Bei der ersten Verzweigung rechts (Schild: Aufacker) am Bach entlang aufwärts. Dann durch Wald und über aussichtsreiche Lichtungen. Forststraße überqueren. Beim Schild: „Aufacker“ rechts auf Weg bergan über Lichtungen und durch Wald. Am Schluss über einen freien Wiesenhang rechts zum Gipfelkreuz. Achtung: die Tour Aufacker kann über Romanshöhe Weg Nr. 19 wegen Forstarbeiten nicht gemacht werden!

PILATUSHAUS – „Lebende Werkstatt“; Kunsthandwerkern über die Schulter schauen, Eintritt frei; 15.5. bis 27. 10. 2010, Di bis Sa von 13 bis 18 Uhr; Ludwig-Thoma- Str. 10; Telefon: 0 88 22 / 94 95 11.

INFORMATION – Tourist-Info Oberammergau Eugen- Papst-Str. 9a, Tel.: 0 88 22 / 92 27 40.

KARTE – Kompass-Karte 05 Oberammergau, Ammertal.

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