+
Wem gehört die Piste? In einigen Skigebieten durften Skitourengeher heuer aus Sicherheitsgründen eingeschränkt oder gar nicht unterwegs sein.

Skitourengeher

Piste frei im Spitzinggebiet

Freie Bahn für Skitourengeher: Das Verwaltungsgericht München hat entschieden, dass die Pistensperrung im Spitzinggebiet (Kreis Miesbach) rechtswidrig ist. Für die Kläger nur ein halber Erfolg.

Die Entscheidung, die den Skitourengehern im Landkreis Miesbach die Saison verhagelte, fiel im November 2013. Der Markt Schliersee verbot ihnen damals per Anordnung, die Pisten im Spitzinggebiet hinaufzusteigen – aus Angst vor Zusammenstößen zwischen Skifahrern und Pistengehern. Man wollte einfach auf Nummer sicher gehen.

Der Widerstand gegen diese Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten: Zwei Privatpersonen klagten vor dem Verwaltungsgericht München. Mit Erfolg, das Gericht hat die Anordnung ab sofort außer Kraft gesetzt. Kurz vor Ende der ohnehin mageren Schneesaison sind die Pisten für Tourengeher wieder frei.

Was wie ein Sieg auf ganzer Linie aussieht, ist allerdings kaum viel mehr als ein Teilerfolg. Denn das Gericht hat nicht in der Sache selbst entschieden, sondern die Anordnung der Gemeinde wegen eines formalen Fehlers gekippt. Der Grund: Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) hätte den Gemeinderat mit der Entscheidung betrauen müssen. Stattdessen erließ er die Anordnung eigenständig.

Von dem „Präzedenzfall“, den sich Hanspeter Mair, einer der Kläger und Geschäftsbereichsleiter beim Deutschen Alpenverein (DAV), Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung wünschte, kann also nicht die Rede sein. Inhaltlich hatte Mair gegen die rechtliche Grundlage des Pistenverbots geklagt. Schliersee hatte sich damals auf das Landesstraf- und Verordnungsgesetz berufen, das tatsächlich Sperrungen möglich macht – allerdings nur bei bestimmten Gefahren wie Lawinen oder der Pisten-Präparation.

Im Streit um die Pisten im Skigebiet Garmisch Classic hat es aber bereits richtungsweisende Urteile gegeben. Hier standen sich die Bayerische Zugspitzbahn und der Verein „Skitourensportler“ gegenüber, sie zogen bis vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Die Grundsätze aus den Urteilen sind deutlich: Mit Ausnahme der Präparierungszeiten, heißt es dort sinngemäß, gibt es für Skipisten ein freies Betretungsrecht. Tourengehen auszuschließen, sei unzulässig.

Sowohl Schliersee als auch der Alpenverein setzen nun auf einen konstruktiven Dialog.

Die wichtigsten Tipps für Tourengeher

Die wichtigsten Tipps für Tourengeher

mmä/tsp

Auch interessant

Kommentare