Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

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Skitour mit Aussicht: Am Setzberg liegt dem Sportler der Tegernsee zu Füßen und das Alpenvorland duckt sich unter einer dicken Nebeldecke.

Plankenstein-Runde: Gegensätze ziehen sich an

Die meisten Leute kennen den Wallberg aus zwei Perspektiven. Wenn sie vom Tegernsee aus anhand der Bergbahnschneise den „richtigen“ Gipfel ausmachen.

Oder wenn sie vom 1722 Meter hohen Gipfel – dank Seilbahn in 20 Minuten Fußmarsch erreichbar – auf den See hinunterschauen. Eher unbekannt, gerade im Winter nicht überlaufen, ist die sonnige Südseite des Wallbergs. Über die schneebedeckten Almflächen verläuft eine Skitour, die sich beliebig mit der Plankenstein- Umrundung ausweiten und sogar mit einem Rodel-Intermezzo oder einer Kletterpartie kombinieren lässt. Einsamkeit und Bergbahntrubel, sanftes Gelände und wilde Felstürme machen diese Tour kontrastreich – inklusive schön gelegener Einkehr.

Sanftes Gelände und wilde Felstürme

Startpunkt ist die Hufnagelstube, unweit der ans Skigebiet Spitzingsee angeschlossenen Sutten-Sesselbahn. Auf dem ersten Kilometer – einer meist geräumten Rodelbahn – sind die Skitourengeher und Schneeschuhwanderer noch nicht unter sich. Das ändert sich ab der Siebli-Winterstube des Rodelclubs Rottach- Egern, wenn sich die Rodelpiste zur schmalen Tourengeherspur verengt. Nach dem schattigen Flachstück entlang des Schiffbachs weitet sich an der Rottach-Alm das Gelände: freie Hänge statt Wald, Bergstation und Kapelle am Wallberg rücken in Sicht.

Revier für Extremkletterer: die Felswände des Plankenstein.

Doch bis zum wuseligen Treiben auf Deutschlands längster Rodelbahn (6,5 Kilometer von der Berg- zur Talstation der Wallbergbahn) sind es noch einige Höhenmeter. Und auf den sonnigen Südum die Portners-Alm herrscht Einsamkeit, die erst mit dem Erreichen der Senke zwischen Wall- und Setzberg ein Ende findet: Hier brausen Rodler vom Wallbergkircherl hinab und um die Kurve Richtung Tegernsee. Der Skitourengeher hat nun die Wahl: Er kann entweder auf den Wall- oder den Setzberg steigen. Oder sich auf der Terrasse vom Wallberghaus sonnen. Schneeschuhwanderer hätten sogar das richtige Schuhwerk, um sich an der Bergstation ein Gefährt für die Rodelbahn auszuleihen, um nach rasanter Abfahrt wieder mit der Gondel nach oben zu gelangen. So oder so: Wer zusätzlich die zackige Felsgruppierung des Plankensteins umrunden mag, hat am Wallberg nicht mal die Hälfte der Tour geschafft. Zurück also in die Ruhe der Natur: Von der Senke beim Wallberghaus zieht man seine Spuren in den Tiefschnee, schwingt entlang der Aufstiegsroute zurück zum Bach. Nun wird, typisch für eine Reib’n, wieder angefellt. Vorbei am Röthenstein – der als separates Tourenziel taugt – geht es zum Plankensteinsattel nahe der Bergwachthütte. Weil die extremen Kletterrouten des Plankensteins südseitig sind, gibt es sogar Skitourengeher, die dort Seil und Karabiner aus dem Rucksack kramen, um die fast senkrechte Nadel hinaufzuturnen.

Reine Wintersportler dagegen werden die steile Abfahrt zum Riederecksee und den nächsten Gegenanstieg zum Hettlage- Marterl in Angriff nehmen. Ein letztes Mal die Felle abziehen, dann folgt die finale Abfahrt über die Siebli-Alm bis zur Hufnagelstube. Eine große Runde, die den typischen Charakter der bayerischen Voralpen vereint: lieblich kuppiertes Wald- und Wiesengelände, wilde Felsformationen und dazu herrliche Blicke auf den Tegernsee.

von Martin Becker

SKI-/SCHNEESCHUHTOUR

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. B 318 nach Rottach-Egern. Richtung Enterrottach, Mautstraße Suttenbahn. Start: Parkplatz Hufnagelstube (Bushaltestelle), ca. 300 Meter vor der Sutten-Talstation.

Ausschnitt: Kompass 8, Tegernsee; Lizenz: 17-0906- LVB.

TOUR – Von der Hufnagelstube westwärts auf der Rodelbahn zur Siebli-Hütte. Entlang Schiffbach zur Rottach-Alm. Auf dem Sommerweg bleibend zur Portners-Alm. Hier werden steile Hänge (Lawinensituation beachten!) im Bogen nach links gequert, dann knickt die Route nach rechts zur Senke beim Wallberghaus ab. Nun links auf den Setzberg (1706 m) oder rechts zum Wallberg (1722 m). Für den Weiterweg zum Plankenstein keineswegs vom Setzberg direkt nach Süden abfahren (lawinöse Steilabbrüche!), sondern zurück zur Brücke bei der Rottach-Alm. Hier beginnt der nächste Anstieg via Röthenstein-Alm zum Plankenstein (1768 m), von dessen Sattel man rechts steil hinabfährt zum Riederecksee, abermals anfellt und in wenigen Minuten zum Hettlage-Marterl aufsteigt. Ab dort durchgehende Abfahrt über Riedereck-/Siebli-Alm zum Ausgangspunkt.

TOURDATEN – 14 km Strecke, 1350 bis 1560 Höhenmeter (je nachdem, ob Wall- und/oder Setzberg bestiegen werden), 5-6 Stunden (als Skitour; mit Schneeschuhen mindestens 8 Std.). Charakter: Lange, anstrengende Rundtour in meist unschwierigem Skitourengelände. Lawinenrisiko vor allem zwischen Portners-Alm und Wallberghaus sowie zwischen Plankensteinsattel und Riederecksee.

KARTE – Kompass-Karte 8, Tegernsee-Schliersee; bzw. Alpenvereinskarte 7/1 (Tegernsee-Schliersee).

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