+
Auf bequemen Nebensträßchen wandert man mit einem fantastischen Panorama-Blick durchs Penzberger Hinterland.

Zwitscher-Quiz am Weiher

Jetzt ist die beste Zeit, um auf Schusters Rappen durch das nördliche Penzberger Hinterland zu streifen. In der hügeligen Landschaft mit den versteckten Teichen und Mooren geht’s momentan beschaulich zu.

An Weihern und Tümpeln gluckst das Wasser unterm dünnen Eis, wo vor ein paar Wochen noch dutzende Schlittschuhläufer ihre Runden drehten. Und den Radfahrern ist es noch zu kalt, um durch die schöne Gegend zu brausen. Freilich, ganz sicher ist man nie, ob die Winteraustreibung im Februar mit gruseligen Masken und Schellen wirklich erfolgreich war. Um für alle Wegverhältnisse gerüstet zu sein, bietet die heutige Spritztour zwei verschiedene Strecken. Ausgangspunkt für beide Touren ist der kleine etwas erhöht gelegene Ort Promberg.

Auss.: Kompass 180, Starnberger See. Lizenz: 17-0906-LVB.

Die Tour A zieht auf einem asphaltierten Sträßchen direkt der Sonne entgegen. Tour B verläuft zwar autofrei über einen Feldweg durch eine anmutige Wiesenlandschaft, ist aber bei Matsch eher ungeeignet. Wir nehmen Tour A, wo einem von Anfang an ein Gebirgsblick im Weitwinkelformat entgegenlacht. Man nähert sich dem verträumten Weiler Oberhof, eine Handvoll Häuser mit Fensteraugen, die über weite Wiesen schauen. Und am Horizont entdeckt man vor der Benediktenwand die Stadt Penzberg.

Östlich davon fällt eine Waldschneise auf. Das ist die Berghalde, auch die „Penzberger Dolomiten“ genannt. Die Geschichte Penzbergs ist eng mit dem Kohleabbau verstrickt. Bereits 1851 wird der erste Schacht in die Tiefe getrieben. Laster und Loren schütten unermüdlich den Abraum aus dem Bergwerk auf, was aus der Ferne betrachtet wie ein Felskoloss aussieht. Nach Schließung des Bergwerks wird die Berghalde 1974 begrünt. So mutiert ein hässlicher Schutthügel zum stattlichen Aussichtsplateau und im Winter läuft dort sogar ein kleiner Skilift...

Nach Oberhof geht’s auf dem breiten Wiesenrücken leicht bergab. Man erreicht ein Wäldchen und stößt gleich auf die ersten beiden der drei Eitzenberger Weiher. In den fischreichen Gewässern tummeln sich Hechte, Schleien, Karpfen, Zander, Barsche und Aale.

Auf einer Landzunge schlängelt sich die Straße zwischen den Moorweihern hindurch, bis hinter vertrockneten Binsen der dritte Weiher auftaucht. Die Parkplätze am Ufer des Badeweihers sind menschenleer. Verwaiste Stege führen ins kalte Nass und statt sich an feixenden Kindern mit Schwimmflügeln zu erfreuen, wäre jetzt ein Vogelstimmen- Quiz das Richtige. In den Büschen und Baumkronen bezirzen sich Amseln und Singdrosseln, Kiebitz und Eichelhäher. So könnte man am Steg sitzend gut einen halben Nachmittag vertrödeln und dann mit umgekehrter Ansicht rechtzeitig zur Kaffeezeit zurückschlendern. Eifrige Spaziergänger wandern an schönen Tagen noch ein Stück weiter Richtung Penzberg mitten ins Berg-Panorama hinein...

Von Doris Neumayr

RUND UM PROMBERG

ANFAHRT – Auto: A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Seeshaupt / Beuerberg. An Beuerberg vorbei Richtung WGV Quarzbichl / Penzberg. 800 Meter nach Quarzbichl rechts Promberg / Schwaig. In Promberg auf den Parkplatz Landhotel Hoisl-Bräu, ansonsten wenig Parkmöglichkeiten (oder Weiterfahrt über Oberhof nach Zist zur Gemäldeausstellung – dort großer Parkplatz).
Bahn: Bhf Penzberg oder S 7 bis Wolfratshausen. Bus Linie 9590 zwischen Wolfratshausen und Penzberg (Mo-Fr), Haltestelle Schwaig, RVO-Tel.: 0 81 71 / 48 26 90; Internet: www.rvo-bus.de; www.bahn.de

TOUR A (rot) – Vom Parkplatz Hoisl-Bräu auf der schmalen Straße über freie Felder bergab nach Süden (Richtung Penzberg). In Oberhof rechts, vorbei am Seminarhaus Zist (Gemäldeausstellung) und leicht bergab durch ein Wäldchen bis zum 3. Weiher (Eitzenberger Weiher, Badeweiher). Auf gleicher Route zurück. Man könnte aber auf der Straße noch ein Stück weiter Richtung Penzberg spazieren (schmale Nebenstraße, Gehzeit insgesamt hin und retour rund 1:30 Stunden, insgesamt 5 km).

TOUR B (blau) – Vom Parkplatz Hoisl-Bräu 40 Meter zurückgehen (Norden). Dann links einem Teersträßchen folgen (für öffentlichen Verkehr gesperrt). Vorbei an kleinem Haus „Schmid’s Backhäusl“. Zunächst bergab über Felder. An Verzweigung links. Leicht ansteigend in den Ort Faistenberg. Auf gleicher Route zurück (der Feldweg ist nur anfangs geteert, wird viel begangen, aber nicht geräumt, Gehzeit insgesamt hin und retour ca. 1:20 Stunden, 4,6 km).

EINKEHR – Landhotel Hoisl-Bräu mit Sonnenterrasse (auch im Winter), Promberg 1 D, 82377 Penzberg. Tel.: 0 88 56 / 90 17 330; www.hoisl-braeu.de. Mo/Di Ruhe.

TIPPS – 1. Kunstausstellung Café im Zist e.V. (Seminarhaus Zist) Gemälde von Christa Spencer „Empfindungen und Beziehungen zu Menschen in leuchtender Farbigkeit“ täglich 10-12 und 15-17 Uhr; noch bis 15. April (Telefon: 0 88 56/93 690; www.penzberg.de/veranstaltungen.html; Der Weiler Zist liegt zwischen Promberg und Eitzenberg).
2. Penzberger Stadtmuseum Gastausstellung der Galerie „schön + bissig“ Grafik, Satire, Ironie; noch bis 18. März. Öffnungszeiten: Mi – So 11 bis 18, Do bis 20 Uhr, Karlstraße 61; T.: 0 88 56 / 81 34 81; www.museum-penzberg.de

KARTE – Kompass-Karte 180, Starnberg See, Ammersee, 1:50 000.

Auch interessant

Kommentare