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Auf die Plätze, fertig, los: Ski-Star Felix Neureuther macht sich mit Schwimmtraining für die Wintersaison fit – fürs Foto absolviert er den Startsprung in Pistenmontur.

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Mit Pullkick fit werden für die Piste

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Vielleicht sind Sie in den Sommerferien ja auf den Geschmack gekommen? Ob am Badesee oder beim Urlaub am Meer: Wasser bietet mehr Möglichkeiten, als nur ein bisschen darin herumzuplanschen.

Ein gezieltes Schwimmtraining ist nicht nur etwas für Wettkampfschwimmer, sondern auch eine prima Ergänzung zu anderen Sportarten. Beispiel Felix Neureuther: Der Ski-Star aus Garmisch macht sich im Schwimmbecken fit für die Wintersaison.

Hauptsache schnell runter: So begann es bei Felix Neureuther. Nein, nicht die Karriere als alpiner Skirennläufer. Sondern der erste Kontakt mit einem Schwimmbecken.

Der 31-Jährige kennt die Anekdote nur vom Hörensagen, sein Vater Christian Neureuther hat sie ihm erzählt. Es passierte, als Felix Neureuther noch ein kleiner Bub war. Und nicht schwimmen konnte. Aber diese Rutschbahn im Schwimmbad, die zog den kleinen Felix magisch an. „Der Papa hat nur aus den Augenwinkeln gesehen, wie ich die Rutsche runter bin. Und ich bin unten am Beckenboden gesessen und der Papa ist rein gesprungen und hat mich gerettet“, erzählt der 31-Jährige heute. Natürlich seien alle erstmal geschockt gewesen. Bis auf den kleinen Felix... „Zwei Minuten später bin ich wieder an der Rutsche oben gewesen und bin das zweite Mal runter gerutscht.“ Und wieder musste der Papa ran.

Letztlich ist die Sache gut ausgegangen, heute schmunzelt Felix Neureuther darüber: „Das war für mich der Erstkontakt mit Wasser.“ Im Nachhinein findet er die Anekdote „einfach nur wunderschön“.

50-Meter-Becken statt Kandahar-Piste: Schwimmen ist für den elfmaligen Ski-Weltcupsieger fester Bestandteil des Sommertrainings. Die Vorzüge sind Felix Neureuther schon aus der Schulzeit geläufig, als er am Gymnasium einen Leistungskurs Schwimmen belegte und darin sogar Abitur machte. Und heute? „Die Liebe zum Schwimmen ist im Endeffekt dem Umstand geschuldet, dass es extrem gut für den Körper ist. Das Skifahren ist ein Sport, der ziemlich auf die Knochen geht, und beim Schwimmen ist der Raum um dich herum eher schwerelos und deswegen wahnsinnig gut für die Gelenke.“ Und als Ausgleich deshalb „für mich optimal“, so der Garmischer.

Für ein Foto-Shooting der Kampagne „Schwimm Dich fit!“ von Schwimmutensilien-Hersteller Speedo absolvierte Felix Neureuther sogar einen Startsprung in Skistiefeln und mit Stecken. In der Praxis sieht sein Schwimmtraining aber anders aus – wie Wettkampfschwimmer auch feilt der 31-Jährige mit Flossen, Paddles und Pullkick an seiner Form.

Was Flossen, Paddles und Pullkick bringen

Wer glaubt, diese drei Utensilien seien dazu gedacht, die Anstrengung beim Schwimmen zu verringern, der irrt. Felix Neureuther erläutert, was ihm die drei Trainings-Hilfsmittel konkret bringen.

Flossen: „Die Flossen vergrößern im Endeffekt die Fußfläche. Dadurch kann man super die Oberschenkel trainieren. Ein sehr schöner Nebeneffekt ist, dass die Beweglichkeit vom Sprunggelenk extrem verbessert wird und das ist ein sehr, sehr schöner Nebeneffekt. Man kann nicht nur sehr viel schneller schwimmen, sondern tut auch noch etwas für seine Gelenke.“

Paddles: „Die Paddles sind speziell für das Oberkörpertraining sehr sinnvoll, weil die Handfläche vergrößert wird und dadurch der Widerstand im Wasser sehr viel größer ist. Man bekommt einen viel schöneren Armzug – das ist das Optimale fürs Oberkörpertraining.“

Pullkick: „Für mich ist der Pullkick eigentlich das optimale Trainingsgerät. Den klemmt man sich zwischen die Beine und dadurch ist die Lage im Wasser beziehungsweise die Hüfte sehr viel höher. Und so entspannt der Rücken. Er wird entlastet, und das ist bei mir, da ich ein bisschen Rückenprobleme habe, das optimale Trainingsgerät. Man kann sich voll auf die Arme und Beine konzentrieren. Deswegen ist der Pullkick für ,oide‘ Menschen wie mich (lacht) perfekt.“

Ob das sommerliche Schwimmtraining ihn in der Skisaison 2015/16 auf den Weltcup-Pisten schneller machen wird? Felix Neureuther ist von positiven Effekt überzeugt, denn als Ganzkörpertraining fordert das Schwimmen sämtliche Muskelgruppen auf einmal, schont selbst bei intensiver Belastung aber die Gelenke; auch die Ausdauer (Kardio-Fitness) verbessert sich. „Mir macht Schwimmen unglaublich viel Spaß“, sagt der Skiprofi. „Ich gehe gerne andere, vielleicht nicht ganz so konventionelle Wege beim Training und setze neue Impulse – das bewirkt immer etwas Positives.“ Speziell auf seine Spezialdisziplin Slalom bezogen weiß der 31-Jährige: „Neben starken Beinen – vor allem die Oberschenkel werden ja gescheit beansprucht – brauchen wir beim Skifahren einen gut trainierten Oberkörper, um Stabilität zu gewinnen.“ Wenn dann also bei Neureuthers Skirennen die ein oder andere Zehntelsekunde den Ausschlag zum Podestplatz gibt, liegt dies möglicherweise auch an der speziell durchs Schwimmen gewonnenen Fitness.

Weitere Infos

Trainingspläne für unterschiedliche Könnensstufen, Tipps zu Schwimmtechniken und diverse Videos bei www.speedo.de/news-tipps-technik.

Von Martin Becker

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