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Der Frühling macht Lust auf Radtouren. Doch viele Radler wissen nicht, was sie dürfen und was verboten ist.

Von Geschwindigkeit bis Alkohol

Achtung: Punkte gibt's auch für Radler

Frühlingszeit ist Fahrradzeit. Was der Gesundheit dient, bringt andererseits nicht selten rechtliche Probleme. So kann Falsch-Fahren sogar den Führerschein kosten:

Was dürfen Radfahrer? Und was nicht? Gesetze allein helfen hier oft nicht weiter. Die Straßenverkehrsordnung regelt zwar Details – doch Richter bemühen sich um deren Auslegung. Beispielsweise bei der Frage, wann Radler nebeneinander fahren dürfen, oder ob sie Radwege benutzen müssen.

Radweg ist für alle Pflicht

So müssen beispielsweise auch Rennradler einen Radweg benutzen. Ausnahmen gelten für den Fall, dass die Nutzung des Radwegs – etwa wegen tiefer Löcher oder parkender Pkw nicht zumutbar beziehungsweise möglich ist. Und: Nicht gekennzeichnete Radwege oder Wege mit dem Schild Fahrrad frei (ein Radl, darunter das Wort frei) dürfen von Radlern befahren werden, müssen es aber nicht. Existieren zwei Radwege an einer Straße, so gilt wie sonst auch: rechts fahren. Radler dürfen aber auch auf dem linken Radweg unterwegs sein, also im eigentlichen Gegenverkehr fahren, wenn das Schild Fahrrad frei das dort gestattet.

Kinder dürfen auf den Gehweg

Kinder, die noch keine acht Jahre alt sind, müssen, Kinder bis zehn Jahre dürfen – falls vorhanden – die Gehwege benutzen. Über Querstraßen müssen die Bambini ihren Drahtesel schieben.

Wie steht es mit der Geschwindigkeit?

Auch Radfahrer haben sich an Beschränkungen zu halten - allerdings gilt beispielsweise die Tempo 50 Regel innerhalb geschlossener Ortschaften nur für Kraftfahrzeuge. Doch so schnell fährt kaum ein Radler. Tempo-30-Zonen dagegen gelten für alle. In verkehrsberuhigten Bereichen ist Schrittgeschwindigkeit das Maß der Dinge. Und auch für Radler gilt die allgemeine Regel, dass niemand schneller fahren darf, als es der Verkehrssituation angemessen ist. Das heißt: Auch 20 km/h können zu schnell sein. Denn Unmotorisierte sind optisch und akustisch weniger leicht auszumachen – mit den entsprechenden Folgen bei hoher Geschwindigkeit, wenn sie zum Beispiel von Fußgängern zu spät wahrgenommen werden.

Autofahrer müssen Abstand halten

Autofahrer müssen einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, wenn sie Radfahrer überholen. 1,5 bis 2 Meter sollten es schon sein, da ja auch mit nicht ganz sicheren Verkehrsteilnehmern auf zwei Rädern gerechnet werden muss. Auf Radwegen gilt diese Regel nicht, weil es sonst einem Überholverbot gleichkäme. Und Autofahrer haben Radfahrern auf Zebrastreifen Vorfahrt zu gewähren – aber nur dann, wenn das Zweirad geschoben wird.

Passagiere brauchen einen Sitz

Gepäckträger und Stange eines Fahrrads sind beliebt, um eine zweite Person aufzusatteln. Allerdings sagt die Vorschrift, dass Mitfahrer (nicht älter als 7 Jahre) nur in einem dafür vorgesehenen Sitz Platz nehmen dürfen. Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein. Dabei gilt: Besonders auf die Füße der Kinder muss aufgepasst werden; es muss sichergestellt sein, dass sie nicht in die Speichen geraten.

Bußgeldkatalog gilt auch für Radler

Bei Verkehrsverstößen kann durchaus auch gegen Radfahrer ein Bußgeld verhängt werden. Das kann auch zu Punkten, also Eintragungen im Flensburger Verkehrszentralregister führen. Insbesondere wenn Radler eine rote Ampel überfahren, ein Gleis trotz geschlossener Schranke überqueren oder das Vorrecht von Fußgängern auf Zebrastreifen missachten, gefährdet das im Wiederholungsfall den Führerschein.

Das sind die beliebtesten Radwege Deutschlands

Radl-Fahrverbot nach Trunkenheitsfahrt

Alkohol am Lenker kann den Pkw-Führerschein kosten. Werden Radfahrer dabei ertappt, dass sie mit mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut am öffentlichen Straßenverkehr teilgenommen haben (im konkreten Fall waren es sogar 1,9 Promille), so dürfen sie sogar von der Straßenverkehrsbehörde aufgefordert werden, eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vornehmen zu lassen, um festzustellen, ob sie geeignet sind, fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge (wie ein Fahrrad) zu benutzen. Weigern sie sich, so kann ihnen untersagt werden, Fahrzeuge aller Art – also Pkws oder Motorräder und sogar Fahrräder – auf öffentlichem Verkehrsgrund zu führen. So entschieden vom Bundesverwaltungsgericht (AZ: 3 B 102/12).

Maik Heitmann & Wolfgang Büser

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