Ostermontag startet die Radlgruppe des ADFC zur Osterseen-Tour – wie hier zum ersten Mal vor einem Jahr.

Radltour

Ostern an die Osterseen

Iffeldorf - Nein, mit Ostern haben die Osterseen im Landkreis Weilheim-Schongau nichts zu tun. Aber sie sind ein wunderbares Ausflugsziel für Wanderer und vor allem für Radler. Wenn das Wetter an den Feiertagen endlich besser wird, sind die Seen einen Besuch wert.

Zu den Geheimtipps gehört ein Ausflug an die Osterseen im Landkreis Weilheim-Schongau. Das Naturschutzgebiet ist für Wanderer, Radler und Spaziergänger ein wunderbares Areal.

Zu Ostern an die Osterseen. „Das ist ein wunderbares Wortspiel“, sagt Michael Schmidt. Auch wenn die Seenlandschaft im Landkreis Weilheim-Schongau mit dem christlichen Osterfest so gar nichts gemeinsam hat – der Name kommt von der östlichen Himmelsrichtung – so sind die Seen doch ein wunderbares Ausflugsziel für die freien Ostertage. Für Michael Schmidt, seit 40 Jahren leidenschaftlicher Radfahrer, die perfekte Gelegenheit: Er radelt am Ostermontag zu dem beschaulichen Naturschutzgebiet. Und nimmt jeden mit, der seine Begeisterung teilt.

Im vergangenen Jahr hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club die Tour zum ersten Mal angeboten. Und trotz unsicherer Wetterlage nahmen damals 30 Radler teil. Da zeigte sich auch das Wetter gnädig, so dass die Teilnehmer ihre Pause sogar im Biergarten verbringen konnten. Da gab’s dann das Osterei, das die Osterseen nicht bieten konnten. Und von der idyllischen Seenlandschaft waren sowieso alle begeistert.

Die Gewässergruppe im Süden des Starnberger Sees zählt zu den Geheimtipps der oberbayerischen Ausflugsziele. 1981 wurde die Gegend zum Naturschutzgebiet erklärt, auf 1086 Hektar können sich Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger ein Bild von der vor 12 000 Jahren entstandenen Eiszerfallslandschaft machen. Als in der letzten Kaltzeit die Gletscher schmolzen, hinterließen sie sogenannte Toteislöcher, die heute mit Wasser vollgelaufen sind – die Osterseen. 19 einzelne, teilweise kreisrunde Gewässer verteilen sich über das Gebiet.

Hubert Kroiß (CSU) kennt das Naturschutzgebiet noch besser als sein Bürgermeisterbüro in Iffeldorf. Schon als kleiner Bub ist er mit seinem Vater durch die Wälder gezogen. Für den Förster sind „die staaden Flecken im Wald“ deswegen der liebste Fleck rund um die Osterseen. „Bei uns wird der sanfte Tourismus noch richtig gelebt“, schwärmt Kroiß – auch wenn die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. „An schönen Wochenenden geht es auf den Hauptwanderwegen mittlerweile ganz schön zu“, sagt der Bürgermeister. „Aber auf den Wegen ein wenig abseits hat man gleich wieder seine Ruhe.“

Kroiß kann sich noch an die Zeit erinnern, bevor die Osterseen zum Naturschutzgebiet wurden: „Da gings richtig rund“ – vor allem bei Badewetter. Kein Vergleich zu heute. An gekennzeichneten Stellen kann man auch heute noch baden. Der Naturschutz-Status bedeutet für die Besucher aber: Es gibt Regeln, an die man sich halten muss. Auf den Wegen bleiben, Hunde an die Leine, kein übermäßiger Lärm, kein offenes Feuer und natürlich sämtlichen Abfall wieder mitnehmen. „Aber das sollte ja selbstverständlich sein“, sagt Kroiß. Die Naturschutzwacht weist Unverständige dezent darauf hin, sich an die Regeln zu halten.

Das tun Michael Schmidt und seine Rad-Begleiter sowieso. Für ihn sind die Osterseen das Frühlingsziel schlechthin: „Die urwüchsige, wildromantische Landschaft dort, das ist einfach Natur pur.“ Und zum Radeln ideal: „Die verwunschenen, sanften Hügel sind super geeignet, um langsam wieder Kondition aufzubauen“, sagt der 70-Jährige.

Und manchmal ist der Ausblick so atemberaubend, dass die Mitfahrer anhalten und den Fotoapparat zücken. Das ist der beste Lohn für einen Tourenleiter: „Wenn die Teilnehmer vom Reiz der Landschaft genauso begeistert sind wie ich.“

Die Radltour

„Ostern zu den Osterseen“ des ADFC startet am Ostermontag um 10.20 Uhr am Bahnhof Wolfratshausen und verteilt sich auf den ganzen Tag. Mitfahren kann jeder, die Tour kostet 7 Euro, für ADFC-Mitglieder 3 Euro. Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Strecke umfasst 60 Kilometer mit der mittleren Schwierigkeitsstufe 3. Ein wenig Ausdauer und Kondition sind erforderlich.

Dominik Göttler

 

Von Osterdampfzügen bis zum Familienprogramm am Wendelstein – Ausflugstipps für die Osterfeiertage

Nicht nur die Osterseen sind an den Feiertagen einen Ausflug wert. Wer an Ostern etwas unternehmen möchte, hat in Oberbayern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten:

- Historische Dampfzüge tuckern am Ostersonntag und -montag vom Münchner Ostbahnhof über die Braunauer Brücke zum Hauptbahnhof, stadtauswärts über die Großhesseloher Brücke nach Deisenhofen und zurück zum Ostbahnhof. Auf den Isarbrücken halten sie an, damit die Fahrgäste die Aussicht genießen können. Fahrkarten gibt es im Zug oder am Bahnsteig beim Schaffner. Abfahrt ist um 10.20 Uhr, 13.15 Uhr sowie 15.10 Uhr auf Gleis 14. Auskünfte unter Tel. (0 89) 4 48 12 88.

- Bis Ostermontag dreht sich im Markus Wasmeier-Freilichtmuseum Schliersee (Kreis Miesbach) alles um Ostern und seine Bräuche. Eine Osterausstellung mit aufwändig verzierten Ostereiern aus dem Privatbesitz von Markus und Günther Wasmeier ist am Ostersonntag und -montag im Lukashof zu sehen. Besucher können an beiden Tagen außerdem von 10 bis 17 Uhr über den Ostermarkt mit Hand- und Kunsthandwerk schlendern.

- Das Ostermontagsprogramm am Wendelstein (Kreis Miesbach und Rosenheim) bietet bei guter Witterung Unterhaltung für die ganze Familie. Kinder fahren gratis mit der Zahnradbahn in Brannenburg oder der Seilbahn in Bayrischzell. Ein Eiskünstler fertigt österliche Figuren an, in denen sich kleine Überraschungen versteckt haben. Beim traditionellen „Oarscheim“am Wendelsteinhaus, dem Eierkullern über eine schräge Bahn, gibt es kleine Preise zu gewinnen.

- Das Korbiniansbrünnlein in Freising ist heuer zum ersten Mal wieder am Ostersonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Das wohl älteste Quellheiligtum Bayerns versteckt sich in einem Stollen am Südhang des Weihenstephaner Berges, unterhalb der Ruine der Korbinianskapelle.

- Das Museum Starnberger See in Starnberg kann bei einer Ostersonntags-Familienführung mit den Augen der Kinder entdeckt werden. Beginn ist um 15 Uhr. Wissenswertes über die Region rund um den See sowie die Wittelsbacher und ihre Lustschifffahrt erfahren Interessierte auch bei einer Führung am Ostermontag um 15 Uhr.

tp

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