Mit der richtigen Pflege hält die Regenjacke länger trocken

So lassen Sie es abperlen

Am Anfang perlt es so schön ab. Doch irgendwann im Leben einer jeden Regenjacke beginnen die Tropfen zu einem breiten Film zu zerlaufen, der Oberstoff saugt sich mit Wasser voll.

Die Folgen: Membranen wie Gore-Tex verlieren bis zu 60 Prozent ihrer Atmungsaktivität, sodass sich Schweiß auf  der Innenseite niederschlägt. Man fühlt sich nass und kalt, weil auch die Wärmeableitung zunimmt. Außerdem dauert das Trocknen der Regenkleidung länger. Es ist also wichtig, den Perleffekt zu bewahren oder wiederherzustellen.

Zunächst aber fort mit dem weit verbreiteten Irrglauben, dass man Funktionsbekleidung möglichst selten waschen soll! Schmutz verstopft die Textilporen und behindert die Atmungsaktivität. Im schlimmsten Fall können Dreck und Fett sogar die abgedichteten Nähte und die Membran zerstören.

Daher: regelmäßig waschen, und zwar richtig! Der erste Blick gilt der Pflegeanleitung in der Jacke oder Hose. Die meisten Membranen wie Gore-Tex oder eVent vertragen maximal 30 Grad und sollten nicht geschleudert, sondern feucht zum Trocknen aufgehängt werden. Weichspüler ist Gift für sämtliche Funktionskleidung, weil er die Poren verstopft und dadurch die Atmungsaktivität erstickt.

Tipp: Vor dem Waschen die Reißverschlüsse zuziehen, weil sie den Stoff beschädigen können. Wer besonders schonend waschen möchte, steckt die Textilien in einen Waschbeutel.

Verwenden Sie zum Waschen von Regenbekleidung am besten spezielles Flüssigwaschmittel wie das biologisch abbaubare Fibertec Pro Wash oder Nikwax Tech Wash. Sie reinigen schon bei niedrigen Temperaturen gründlich und hinterlassen im Gegensatz zu Waschpulver keine schädlichen Rückstände.

Tipp: Nach dem regulären Waschprogramm einen Extra- Spülgang (nur mit Wasser!) einlegen.

Damit Wasser abperlt, sind Funktionstextilien ab Werk mit einer Imprägnierung versehen, die jedoch mit der Zeit nachlässt. Oft genügt es, nach einer Wäsche die Imprägnierung durch Wärme zu reaktivieren: die Jacke für 30 Minuten bei 60 Grad in den Trockner oder auf niedriger Stufe bügeln, schon sollte das Wasser wieder abperlen. Ist das nicht der Fall, muss man die Jacke oder Hose neu imprägnieren. Und das ein ganzes Textilleben lang; Faustregel: etwa alle vier Wäschen neu imprägnieren.

Hierbei gibt es zwei Wege: aufsprühen oder einwaschen. Imprägniermittel, die man in der Maschine einwäscht, sind bequemer anzuwenden. Sie machen jedoch auch die Textilinnenseitewasserabweisend, was die Atmungsaktivität behindert. Besser: Imprägniersprays, die man auf die Außenseite sprüht – und zwar auf die noch feuchte Jacke, außer die Bedienungsanleitung verlangt etwas anderes.

Ob in der Maschine oder per Spray: Bei den meisten Mitteln muss jede neue Imprägnierung wiederum durch Wärme aktiviert werden. Nur so ziehen die Wirkstoffe in den Oberstoff ein – und lassen es lange abperlen.

Umweltverträglich imprägnieren

Bei der Herstellung einiger Imprägniermittel fällt eine giftige Substanz an: perfluorierte Tenside, kurz PFT. Diese Fluor- Kohlenstoff-Verbindung ist nicht biologisch abbaubar – PFT verrotten praktisch nie! Folglich sammeln sie sich in der Natur an, zum Beispiel in der Leber von Tieren bis hin zu den Eisbären. Auch in menschlicher Nahrung und im Trinkwasser wurden die toxischen und wahrscheinlich krebserregenden PFT in teils erschreckender Konzentration nachgewiesen.

Zum Glück kommen immer mehr Imprägniermittel auf den Markt, die auch ohne Fluorcarbone sehr gut funktionieren und keineswegs teurer sind. Zum Beispiel Green Guard von Fibertec, das es zum Einwaschen oder zum Aufsprühen gibt. Die Sprühdose arbeitet mit Druckluft, enthält also auch kein Treibgas. Green Gard muss nach dem Auftragen in den Stoff eingerieben und mit Wärme aktiviert werden, funktioniert dann aber sehr gut. Auch die Produkte von Nikwax wie Spray On kommen ohne Fluorchemikalien aus und bewähren sich seit Jahren.

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